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Kleve
Radfahren: Kleve tritt auf der Stelle

Kleve: Radfahren: Kleve tritt auf der Stelle
Einige Verbesserungen gibt es, wie Schutzstreifen für Fahrradfahrer. Dennoch sind viele der Befragten mit der Situation in Kleve unzufrieden. FOTO: Stade
Kleve. In einer Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) erhält die Stadt die Schulnote 3,6 - ähnlich wie in den letzten Jahren. In der Kritik stehen schlechte Ampelschaltungen und schmale Radwege. Von Marc Cattelaens

Kleve ist eine fahrradfreundliche Stadt. Das ist offiziell per Urkunde besiegelt. In der Wahrnehmung vieler Radler stellt sich die Situation aber anders dar. Beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) wurden 196 Radfahrer befragt, für wie fahrradfreundlich sie Kleve halten. Sie erteilten der Stadt die Schulnote 3,6 - nicht gerade exzellent.

Das sind die Kritikpunkte: Es wird bemängelt, dass die Führung der Radfahrer an Baustellen schlecht sei. Gleiches gilt für die Ampelschaltungen: Radler müssen zu lange warten, meinen die Befragten. Zügiges Radfahren werde erschwert. Außerdem, so ein Ergebnis, sind viele Radwege in Kleve nicht breit genug.

Die Fußgängerzone dürfen Radler von 19 bis 11 Uhr befahren. FOTO: Cattelaens

Auf einer Skala von eins bis sechs, wobei eine Eins für die Aussage steht "Bei uns macht Radfahren Spaß" und eine Sechs für "Bei uns ist Radfahren Stress", kam die Stadt auf eine Bewertung von 3,2. Die meisten Befragten waren der Meinung, dass man als Radfahrer in Kleve eher nicht ernst genommen werde. Die Radfahrer mahnten an, dass die Stadt strenger überwachen müsse, dass Autos nicht auf dem Gehweg parken. Konflikte zwischen Autofahrern und Radfahrern seien programmiert, auch weil es viele Hindernisse auf Radwegen gebe und Radler an Baustellen oft zum Absteigen und Schieben gezwungen würden. Das ist den Befragten positiv aufgefallen: Viele Einbahnstraßen sind für Fahrradfahrer geöffnet. Es gibt viele relativ viele Klever, die regelmäßig mit dem Rad fahren. Und das Stadtzentrum ist gut mit dem Fahrrad zu erreichen.

Mit dem Ergebnis von 3,6 liegt Kleve im Landesvergleich im Mittelfeld der Städte mit ähnlicher Einwohnerzahl, im Bundesvergleich am Ende des oberen Drittels. Dennoch ist das Ergebnis nicht gerade ein Ruhmesblatt, denn im Vergleich zum Abschneiden bei den Fahrradklima-Tests der Vorjahre hat es keine wirkliche Verbesserung gegeben. Ebenfalls bemerkenswert: Auch die Kritikpunkte sind in sechs Jahren die gleichen geblieben: Schon 2010 bemängelten die Befragten die Führung entlang von Baustellen, die Ampelschaltungen und die geringe Breite der Radwege. Wie bereits 2010 lautet die Stellungnahme von Pascale van Koeverden: "Wir nehmen das durchaus ernst." Sie führt an, dass die Stadt in den letzten Jahren viel unternommen habe. "Mit dem von der Politik beschlossenen Radverkehrskonzept haben wir unsere eigene Prioritätenliste", sagt sie. Beispiele für gelungene Umsetzungen seien Fahrradstraßen, geöffnete Einbahnstraßen, Querungspunkte vor Schulen, der Schutzstreifen für Radler an der Römerstraße und die neue Regelung an der Kreuzung Gruft-/Tiergartenstraße.

Verständnis hat sie für die schlechte Meinung der Befragten zu einigen Ampeln. "Da muss ich den Radfahrern Recht geben", sagt die Planerin. Meist liege die Zuständigkeit jedoch nicht bei der Stadt Kleve. Besserung stellte sie für die Kreuzung am Marktplatz Linde in Aussicht. "Wir haben Straßen NRW gebeten, besonders die Belange der Radfahrer zu berücksichtigen", sagt van Koeverden. Sie rechnet mit einem Baubeginn im nächsten Jahr. Freuen dürften sich Fahrradfahrer auf die E-RadBahn nach Nimwegen. "Nach den Sommerferien beginnen wir mit dem Bau", kündigt sie an.

Quelle: RP
 
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