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Kleve
Rauschen im Blätterwald

Kleve. Die Aktion der Rheinischen Post "Schüler lesen Zeitung" wurde in der Karl-Kisters-Realschule Kleve für ein fächerübergreifendes Projekt genutzt. Im Kunst- und Deutschunterricht beschäftigten sie sich mit dem Blatt. Von Peter Grass

kleve-kellen Aus dem Wald im Forum der Realschule Kellen raschelt und rauscht es: "Käßmann, Hand Gottes" – "Gottes" – "Gottes". Drei Schüler stehen auf Leitern hinter abstrakten Bäumen eines Waldes aus Zeitungen. Sie fügen die Schlagzeilen der letzten zwei Wochen zu einer Poesie zusammen. "Zu einem "Rauschen im Blätterwald", wie Deutschlehrerin Helga Diekhöfer die Aufführung erklärt.

Da fehlen Stunden

Das Projekt der Klasse 8d der Karl-Kisters-Realschule entstand in den Fächern Deutsch und Kunst. "Nur im Deutschunterricht wäre so ein Projekt allein nicht zu schaffen, da fehlen dann die Stunden, aber zusammen mit meiner Kollegin, der Kunstlehrerin Sabine Schröer, hat das geklappt. Fächerübergreifende Projekte sind bei uns auch nicht die Ausnahme", sagt Helga Diekhöfer.

"Wir befassen uns nun seit zwei Wochen in verschiedenen Fächern mit dem Thema Zeitung. In Politik vor allem mit dem Lokalteil innerhalb der Aktion der Rheinischen Post ,Schüler lesen Zeitung' und jetzt in Deutsch mit dem Aufbau der Zeitung allgemein", erzählt der 13-jährige Nils.

"Beim Projekt haben wir die großen Themen der vergangenen Wochen ausgesucht und dann geguckt, wie sich die Schlagzeilen mit der Zeit entwickeln", erklärt Eva-Maria, ebenfalls 13 Jahre. Klassenkamerad Chris erklärt die weitere Vorgehensweise im Unterricht: "Wir haben dann die passenden Schlagzeilen mit unseren eigenen Worten ergänzt und kombiniert." Von der Griechenland-Pleite, über Lenas Vorentscheid zum Grand Prix bis hin zu Michael Schumachers Comeback in der Formel 1, für jeden der Schüler waren Themen dabei und so war jede Schülerstimme als Rauschen im Wald zu vernehmen.

Doch nicht nur das gesprochene Wort sondern auch die Bäume waren den Themen zugeordnet. So besteht der größte Baum von oben bis unten fast nur aus dem Wort "Aufschwung".

Zeitungen sind jetzt keine unbeschriebenen Blätter für die Schüler, doch auf die Frage wie man sich sonst mit der Zeitung befasst, erhebt sich unvermittelt der Knabenchor und tönt "Mit'm Sportteil!"

An dem Projekt "Schüler lesen Zeitung" erfreuen sich aber nicht nur die Achtklässler, sondern vor allem die Schüler der zehnten Klasse. Diese haben nämlich das Privileg in den Pausen im Gebäude zu bleiben und den Blätterwald mit Vogelzwitschern im Hintergrund zwei Wochen lang als Chill-Out-Lounge – Entspannbereich – zu nutzen.

Quelle: RP
 
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