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Kleve-Kellen
Realschüler setzen auf "Obst für alle"

Kleve-Kellen: Realschüler setzen auf "Obst für alle"
Die AG "Debattierclub" mit den Lehrerinnen Sharmila Rücker (links) und Kristina Hegemann setzt sich für gesundes Essen an Schulen ein. FOTO: Gottfried Evers
Kleve-Kellen. Die AG "Debattierclub" der Karl-Kisters-Realschule in Kellen nimmt am RP-Projekt "Deine Stimme zählt" teil. Die Schüler würden mit Landespolitikern gerne über gesunde Ernährung und digitale Medien an Schulen ins Gespräch kommen. Von Marc Cattelaens

Fettiges Essen in der Schule geht gar nicht. Davon ist die AG "Debattierclub" der Karl-Kisters-Realschule in Kellen fest überzeugt. Die Realschüler setzen sich dafür ein, dass es in den Schulkantinen und -cafeterias frische Äpfel, Birnen und Bananen zum Nulltarif gibt. Mit der Forderung "kostenloses Obst für alle Schüler" gehen sie ins Rennen um die beiden "Minister"-Posten, beim RP-Projekt "Deine Stimme zählt".

Mit dieser Aktion zur Landtagswahl 2017 ermöglicht unsere Zeitung Jugendlichen, auf einer prominenten Plattform Wünsche und Kritik an die Landespolitik zu adressieren. Am Ende des Projektes steht eine Podiumsdiskussion, bei der gewählte Schülervertreter, die sogenannten Minister, vor großem Publikum mit den Spitzen der Landespolitik debattieren.

Joshua Klösters wurde von den Realschülern zum "Abgeordneten" gewählt. "An Grundschulen gibt es kostenloses Obst ja schon lange. Wir fordern von der Politik in Nordrhein-Westfalen, dass das jetzt auch für weiterführende Schulen verpflichtend gemacht wird", sagt er. Ihm zur Seite als zweite Schulabgeordnete steht Sarah Kurti. Sie hat sich das Thema "digitale Medien an Schulen" auf die Fahnen geschrieben. Mit ihren neun Mitschülern der AG "Debattierclub" setzt sie sich im Rahmen des Projekts dafür ein, dass jeder Schüler einen Tablet-PC erhält. "Unsere Schultaschen sind oft sehr schwer. Mit einem iPad bräuchten wir die vielen Bücher nicht mehr unbedingt. Außerdem kann man dann auch keine Schulsachen mehr vergessen", sagt Alexander Frank (15). Ihre Forderungen an die Politik haben die Realschüler in zwei Videofilmen festgehalten. Bis zum Wochenende will der "Debattierclub" die Filme fertigstellen. Darin ist auch eine Szene zu sehen, bei der sich zwei Schüler morgens an der Bushaltestelle treffen. Der eine berichtet seinem Klassenkameraden, dass er bereits Rückenschmerzen von der schweren Schultasche hat. "Ja, bei mir ist das nicht so, denn, wie du weißt, bin ich ja auf einer Privatschule. Dort arbeiten wir hauptsächlich mit Laptops, das ist nicht so belastend für den Rücken", entgegnet der Mitschüler.

Eigentlich hatten sich die Acht- und Neuntklässler ja ein ganz anderes Thema für ihre Bewerbungsvideos um die "Minister"-Posten ausgesucht: Schulpolitik. "Wir finden, dass jede Schule selbst entscheiden soll, wie viele Schüler sie aufnimmt, und wie viele Klassen sie bildet", sagt Alexander Lintzen (14). Als der Klever Stadtrat entschied, dass die Karl-Kisters-Realschule vierzügig werden soll, wenn genug Schüler da sind, ließen die Schüler dieses Thema jedoch wieder fallen. Dass an diesem Entschluss dann noch gehörig gerüttelt werden sollte, das konnten die Schüler zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wissen.

Für den Fall, das sich die Karl-Kisters-Schüler mit ihren Forderungen durchsetzen können und sie an der Podiumsdiskussion mit den Landespolitikern teilnehmen dürfen, hat sich Sarah Kurti fest vorgenommen, für ihre Sache zu kämpfen. "Ich bin dann bestimmt ein bisschen aufgeregt, aber da muss ich durch", sagt Sarah.

Quelle: RP
 
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