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Kleve
Realschul-Sanierung verzögert sich

Kleve: Realschul-Sanierung verzögert sich
Der Ausbau der Realschule zur "Energieplusschule" wird sich verzögern. FOTO: Evers
Kleve. Das Vorhaben, dass die Sekundarschule Mitte 2018 in das zu sanierende Realschul-Gebäude an der Hoffmannallee zieht, ist in Gefahr. Ein Architekturbüro sollte die "Energieplusschule" planen. Doch dann klagte ein Mitbewerber. Von Marc Cattelaens

Der Plan klingt so schön: Zum Schuljahr 2018/19 zieht die Gesamtschule aus dem Realschulgebäude an der Hoffmannallee in die sanierte und erweiterte Hauptschule Rindern. Und die Sekundarschule kann dann endlich aus dem maroden ehemaligen Sebus-Gymnasium aus- und in das Realschulgebäude einziehen, das bis dahin zur "Energieplusschule" ausgebaut wird. Ein Vorzeigeprojekt. Doch einem "Whistleblower" im Schulausschuss ist es zu verdanken, dass aus diesem Plan so schnell vielleicht nichts wird.

Der Reihe nach: 2006 beschloss der Stadtrat einstimmig, dass das alte Realschulgebäude zur hochmodernen "Energieplusschule" ausgebaut wird. "Wir wollen ein Vorzeigemodell errichten, das bundesweite Beachtung erhalten soll", sagte jetzt Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer im Umweltausschuss. Das Gebäude, so der Plan, gewinnt mehr Energie, als es von außen (zum Beispiel in Form von Elektrizität, Gas, Heizöl oder Holzbrennstoffen) bezieht. Die benötigte Energie für Heizung und Warmwasser wird im oder am Haus selbst gewonnen, durch thermische Solaranlagen und Photovoltaikanlagen.

Doch die Jahre zogen ins Land: Nach zwei europaweiten Ausschreibungen hatte die Stadt keinen Generalplaner finden können. Bei einer erneuten Ausschreibung meldeten sich dann zwei Unternehmen. Im Vergabeausschuss legte man sich auf ein Architekturbüro aus der Region fest. Doch das unterlegene Unternehmen erfuhr nach RP-Informationen noch am gleichen Abend von der Entscheidung und legte anschließend vor der Vergabekammer Düsseldorf Einspruch ein. Darüber informierte Jürgen Rauer nun die Mitglieder des Umweltausschusses. "Bis Ende Juni wird es keine Entscheidung geben, ob die Vergabe rechtens war. Wir sind also in der Umsetzung gehemmt. Eigentlich wollte wir in Kürze die Baugenehmigung erteilen", sagte Rauer.

Das Problem ist: Noch kann niemand sagen, wie die Entscheidung des Gerichts ausfällt. Wenn die Vergabe aufgehoben wird, muss das Projekt wohl ganz neu ausgeschrieben werden. Für diesen Fall wären auch Fördergelder in Gefahr, die der Stadt vom Max-Planck-Institut in Jülich in Aussicht gesprochen wurden. "Dann würden wir bei Null anfangen", sagte Rauer. Das Max-Planck-Institut sei über die neuerlichen Verzögerungen informiert. "Noch ist die Förderzusage nicht zurückgenommen worden", betonte der Technische Beigeordnete. Das würde sie aber, falls die neue Sekundarschule nicht bis 2019 fertiggestellt wird, so Rauer.

Die Tatsache, dass es durch das Gerichtsverfahren nun wieder eine Verzögerung gibt, dürfte besonders Sekundarschul-Leiterin Gabriele Pieper nicht freuen. Sie hatte schon vor Monaten ihre Sorge geäußert, dass Fristen für die Fertigstellung kaum mehr eingehalten werden könnten.

Auch der Umweltausschussvorsitzende Michael Bay (Bündnis Grüne) ist sauer. "Ich ärgere mich maßlos, dass die Informationen aus dem Vergabeausschuss nach außen gelangt sind", sagte Bay jetzt im Ausschuss. Außerdem wundere es ihn, "dass das Institut in Jülich so eine Geduld hat". Wenig Verständnis hat er auch dafür, dass die europäischen Vergabeverfahren, die die Stadt Kleve durchführt, so lange dauern. "Das geht in anderen Kommunen schneller", sagte der Grünen-Politiker im Gespräch mit der RP. Sein Wunsch ist, "dass wir 2018 eine funktionierende Gesamtschule und eine funktionierende Sekundarschule haben".

Zumindest für die Sekundarschule ist dieser Wunsch nach derzeitigem Stand nicht unbedingt realistisch.

Quelle: RP
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