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Kalkar
Ren Rongs Pflanzenmenschen

Kalkar: Ren Rongs Pflanzenmenschen
Im öffentlichen Raum: Die Pflanzenmenschen vor dem alten Rathaus. FOTO: Evers Gottfried
Kalkar. Auf dem Markt, in der Galerie und in der Kunsthalle, im Rathaus: Arbeiten des Chinesen Ren Rong erobern ab Sonntag Kalkar. Von Matthias Grass

Die Pflanzenmenschen des Reng Rong scheinen die Welt zu genießen. Sie tanzen, machen große Sprünge in weiten Schritten. Aus schweren rostigen Stahlplatten hat Rong sie herausgeschnitten, die gut gelaunten lachenden Wesen mit blättrigen Ansätzen an den Körpern, schlanken langen Beinen, den wehenden Haaren. Sie mögen sich, sehen sich an, ihre Pflanzenglieder wachsen ineinander. Übermannshoch stehen sie als einzelne Figur vor der Galerie Hof-Nr 3 am Kalkarer Markt, kleinere Exemplare warten auf den Fluren des Rathauses. Die großen Skulpturen der floralen Stahlwerke sind zwischen 2,70 und drei Meter hoch, wiegen bis zu 300 Kilogramm.

Der Kalkarer Galerist Hans Hermann Bottenbruch ist stolz: Er hat den Mann nach Kalkar geholt, der 90 dieser Kunststelen zur China-8-Ausstellung ins Duisburger Lehmbruck-Museum stellte und dem erst Anfang des Jahres das Osthaus Museum in Hagen eine Retrospektive einrichtete. Ren Rong studierte an der Kunstakademie in Nanjing und war später Meisterschüler an der Akademie in Düsseldorf. Ab Sonntag, 5. Juni, zeigt der 1960 geborene und in Bonn und Peking arbeitende Chinese seine Stahlskulpturen in der Nicolaistadt. Bottenbruch und Harald Rickes stellten eine der großen mit einem Schneidbrenner aus dem Stahl geschnittenen Arbeiten (so Bottenbruch) vor die Galerie am Markt. Sie zeigen ebenso die wie Scherenschnitte im Raum stehenden Stahlarbeiten in der Galerie, in der Kunsthalle an der Monrestraße und auf den Gängen des mittelalterlichen Rathauses der Nicolaistadt. Im Rathaus ist auch am Sonntag um 15 Uhr die Eröffnung durch Bürgermeisterin Britta Schulz, es spricht Prof. Detlev Mache.

Blick auf die Rong-Arbeiten in der Kunsthalle. FOTO: Gottfried Evers

Bottenbruch und Rickes flankieren die Stahlskulpturen mit Frottagen und Zeichnungen, auf denen wieder die Pflanzen sich rankend entwickeln. In der Galerie zeigt Bottenbruch auch einige der auf Holz gemalten und gelackten Mao-Porträts des Künstlers sowie Aquarelle. Für Ren Rong räumten die beiden Galeristen ihre Kunsthalle an der Monrestraße leer und präsentieren dort dessen Arbeiten in strenger, klarer Ordnung.

Diese Ordnung wird in sich auf den Bildern immer wieder von den wuchernd-rankenden Pflanzenwesen gestört, durchbrochen. Auf der großen Wand in der Kunsthalle toben Wesen in geordneter Unordnung über die Wand: Rong zeigt, wie man aus einem krummen Draht die Umrisse der Personen knickt, die dann wie plastisch ihren Spagat auf der Wand machen oder dort das Rad schlagen. Die Drahtskulpturen gibt's einzeln für die Wand oder auf einem Podest, ebenso wie eine Auflage der feinen Schnitte auf Papier. Zurück zur Stahlstele in der Galerie Hof-Nr. 3: Mit einem im Rankwerk verborgenen Hämmerchen kann man die Arbeit auch zum klingen bringen, regelrechte Melodien spielen . . .

Quelle: RP
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