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Kleve
Rennwagen mit Mausefallen-Antrieb

Kleve: Rennwagen mit Mausefallen-Antrieb
Zwei Schallplatten von Jonathan Butler und "Die 16 Superhits des Jahres 1982" mussten für die Konstruktion von Jona, Alexander, Marie und Lutz dran glauben. Die Mausefalle treibt die "Räder" voran. FOTO: Bianca Mokwa
Kleve. Mit wenig Material, aber viel Fantasie und Physikwissen bastelten Schüler des Gelderner Lise-Meitner-Gymnasiums ganz besondere Fahrzeuge. Der Testlauf ist erfolgreich vonstatten gegangen. Dienstag geht's zum NRW-Wettbewerb. Von Bianca Mokwa

Die Räder sind auf jeden Fall ein Blickfang. Auf Vinylschallplatten oder CDs rollen die Gefährte durch den Schulflur. Der Antrieb ist ebenfalls ein Hingucker, bei allen gleich: eine Mausefalle. Mit diesen Fahrzeugen treten 14 Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums Gelderns am Dienstag, 11. Juli, beim neunten Wettbewerb des Physiktreffs NRW an. Der steht unter dem Motto "Mausefallen-Rennen".

Physiklehrer Michael Berghoff freut, dass mehr als ein Dutzend Schüler seiner Schule dabei sein werden. "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich überhaupt jemand für den Wettbewerb interessiert." Und gleich darauf wundert er sich schon wieder. Er habe außerdem nicht damit gerechnet, dass die so gut sind. Gemeint sind sowohl die Schüler, als auch die Fahrzeuge.

Die werden, bevor es beim Wettbewerb ernst wird, einer Testfahrt auf dem Schulflur des Lise-Meitner-Gymnasiums unterzogen. Ach ja, wie funktioniert denn überhaupt so ein Fahrzeug? "Die gespeicherte Spannenergie der Feder muss optimal umgewandelt werden", erklärt Physiklehrer Berghoff.

Mitmachen konnten Schüler ab Klasse 8. Dann haben sie das nötige Vorwissen aus dem Bereich Mechanik. Auch das Hookesche Gesetz zu elastischen Federn spielt eine Rolle und das Hebelgesetz, das besagt: Kraft mal Kraftarm ist gleich Last mal Lastarm.

Ein leises "Schnapp" ist zu hören, als die Mausefalle aktiviert wird und der Mausefallenrennwagen von Niklas und Leon losfährt. Sie haben weder Vinylplatten noch CDs als Räder gewählt, sondern Inlinerrollen. Das Rennfahrzeug rollt gut an, aber nicht weit. "Zu schwer", lautet das selbstkritische Urteil der Konstrukteure. "Es kommt nicht auf die Endgeschwindigkeit an, sondern wie weit sich die Fahrzeuge fortbewegen können", erklärt der Physiklehrer. Je weiter, desto besser.

Ab wie "Schmitz Katze" geht das Schallplattenmodell von Florian und Leon aus der 9d. Supergerade zieht es seine Bahn über den Schulflur. "Nicht schlecht" lautet das Lob der Mitschüler.

Zwei Schallplatten von Jonathan Butler und "Die 16 Superhits des Jahres 1982" mussten für die Konstruktion von Marie, Jona, Alexander und Lutz dran glauben. Ihr mausefallenbetriebenes Fahrzeug hat allerdings einen Linksdrall. "Ganz weit rechts starten", lautet der Tipp von Alexander für den Wettbewerb.

Das Viererteam ist schon wettbewerbserfahren. Im vergangenen Jahr war es mit dem Prototypen 53 am Start. Der hatte damals Räder aus CDs, jetzt sind die Ingenieure auf Vinyl umgestiegen. Das große Problem mit CD-Rädern war, dass sie durchdrehten. Im vergangenen Jahr reichte es für einen der mittleren Plätze im Wettbewerb. Dieses Jahr darf es gerne mehr sein.

Das Gewinner-Fahrzeug schaffte es einmal komplett durch eine Dreifachturnhalle und über die Hälfte zurück, erinnert sich Marie, was ein Fahrzeug mit optimaler Kraftumsetzung und Reibung leisten kann.

Gute Haftung verspricht sich Jan aus der 9d von seiner Konstruktion. Als Räder wählte er Trennscheiben. Das, was normalerweise im Heimwerkerbedarf zu finden ist, wurde kurzerhand umfunktioniert. "Es sind alles Materialien, die zu Hause zu finden sind", nennt Berghoff eine der Vorgaben.

Yannik, Robin und Niklas entschieden sich dann kurzerhand für Bierdeckel als Räder und gaben ihrem Modell den Namen die "Wilde 7". Aufgemalte Feuerzungen sollen bei Ida und Alina direkt mal klar machen, da geht's ab, wenn ihr Fahrzeug erst einmal gestartet ist. Von viel Fantasiereichtum berichten auch Lutz, Alexander, Marie und Jona aus dem vergangenen Jahr. "Für die optisch Schönsten hat es einen Sonderpreis gegeben", sagt Jona. Ansonsten geht es um Ruhm und Ehre. "Und gute Physiknoten, die gibt es noch dazu", verspricht Berghoff.

Quelle: RP
 
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