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Kleve
Reppco legt Planung für Bensdorp vor

Kleve: Reppco legt Planung für Bensdorp vor
So stellen sich Investoren und die Planer von Reppco-Architekten die Fläche der alten Bensdorp-Fabrik vor - wenn sie sie überplanen könnten. Im Hintergrund rechts grau das alte Union-Verwaltungsgebäude. Die unter Denkmalschutz stehende Turmgarage wäre abgerissen. FOTO: Reppco
Kleve. Thomas Euwens und Christiane Behrens von Reppco-Architekten haben einen Plan für das Bensdorp-Gelände vorgestellt: Sie wollen das alte Fabrikgebäude herausstellen und die denkmalgeschützte Turmgarage abreißen. Von Matthias Grass

Projektentwickler Thomas Euwens ist sauer: "Die Stadt soll endlich Farbe bekennen und sagen, was sie auf der Fläche der alten Bensdorp machen will - und nicht behaupten, wir hätten kein Konzept!", sagte der Geschäftsführer von Reppco-Architekten in Kleve. Euwens reagierte damit auf die Aussage von Kleves Technischem Beigeordneten Jürgen Rauer im Bauausschuss der Stadt Kleve, es liege der Stadt kein schlüssiges Konzept für das Bensdorp-Gelände vor.

Der Reppco-Geschäftsführer hat Stadt und Politik eine Planung vorgestellt, wie er die Fläche van-den-Bergh-Straße/Bensdorpstraße/Wiesenstraße als Eingangstor für die Stadt Kleve entwickeln möchte. Euwens und Reppco-Architektin Christiane Behrens beziehen sich mit ihren Planungen auf einen Bebauungsplan aus dem Jahr 2011, der nach der Entwicklung des Hochschulgeländes aufgestellt wurde.

Der sah auf dieser Fläche ein Gewerbegebiet vor und erlaubte, überall auf dem Gelände zu bauen, weil er den ganzen Bereich als ein großes Baufeld auszeichnete. Entsprechend hat Reppco drei größere Gebäudeteile auf die Fläche geplant: In der Mitte wird der alte Backsteinbau der Bensdorp-Fabrik erhalten und herausgestellt, rechts und links kommen größere Bauten für einen Lebensmittelmarkt und ein Möbelgeschäft sowie einem weiteren Anbieter.

"Wir schaffen hier ganz bestimmt kein neues eoc., wir holen auch nicht noch einen Lebensmittelmarkt nach Kleve sondern siedeln den bereits vorhandenen Netto-Markt auf die neuen Fläche um", sagt Behrens. Alle Neubauten auf der Fläche sollen in einem wertigen Verblender ausgeführt werden: "Dort werden keine Leichtbauhallen entstehen", sagt Behrens. Auch das alte Bensdorp-Fabrik-Gebäude solle saniert werden - beispielsweise neue Fenster erhalten. Die Künstlerateliers sollten weiter darin blieben, Büros entstehen, eine Gastronomie sei angedacht, so Euwens. Auch das Möbelgeschäft würde von der Albersallee umgesiedelt, weil es mehr Fläche benötige. "Man sieht, wir haben sehr wohl ein Konzept. Und diese Planung ist der Stadt bekannt", sagt Euwens. Außerdem habe man, wie damals von der Stadt gefordert, kein innenstadtrelevantes Gewerbe angesiedelt.

Euwens kennt allerdings auch das große "Aber" an seinem Plan: Die unter Denkmalschutz stehende Turmgarage hat keinen Platz in seinem Konzept. "Dr. Stürmer ist bereit, mit uns über diesen Knackpunkt zu diskutieren", sagt Euwens. Er führt auch an, dass der in der Entwicklung befindliche neue Bebauungsplan hier in sich widersprüchlich sei. Die Stadt schlage der Politik ein Mischgebiet mit mehreren kleinen Baufeldern vor, die die Überplanung des Bereiches deutlich erschweren. Mitten in diesem künftigen Mischgebiet stehe das Gewerbe in der Turmgarage, dessen Geräuschemission die Entwicklung dieses Bereiches als Mischgebiet mit Wohnen eigentlich ausschließe. Denn die Turmgarage als solche lasse sich nicht entsprechend dämmen ohne den Denkmalschutz zu wahren, konstatiert der Entwickler. Man habe im gegensatz zur Stadt sehr wohl ein Konzept, sagen die beiden Planer.

Man fände es auch befremdlich, dass Teile der Fläche, die einem privaten Investor gehöre, in dem neuen Bebauungsplan abgetrennt und als Parkplatz ausgewiesen werde. "Insgesamt würde der neue Bebauungsplan das Grundstück unseres Investors zurückstufen, wenn er so verabschiedet wird. Da hat der ein recht auf eine Entschädigung durch die Stadt", sagt Christiane Behrens.

Die Stadt bleibt bei ihrer Einschätzung: Aus dem beschlossenen Einzelhandelskonzept mit der Fixierung der Versorgungsbereiche gehe hervor, dass die angefragten Nutzungen städtebaulich nicht gewünscht sind. Ebenfalls seien die eingetragenen Denkmäler zu berücksichtigen, deren derzeitige Nutzungen für das zukünftige Mischgebiet zulässig seien und gleichzeitig belegen, dass die Objekte derzeit auch wirtschaftlich tragfähig seien, sagt Stadtsprecher Jörg Boltersdorf.

Quelle: RP
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