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Kleve
Römische Straße im Reichswald

Kleve. Heute Besichtigung der Fundstelle nahe der Nimweger Straße möglich Von Nico Nadig

Zufällig hat bei einem Spaziergang durch den Reichswald der Vermessungsingenieur Georg Hüttner nahe der Poststraße in der Klever Oberstadt einen verdächtig gradlinigen Damm entdeckt. Diese Beobachtung meldete der Klever dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege in Xanten. Auf Luftbildern konnten Archäologen die Länge bestimmen - von der Entdeckungsstelle bis nach Nütterden. Doktor Marion Brüggler machte sich mit ihrem Grabungsteam auf den Weg in den Reichswald. Als der Bagger dort ein Loch ausgehoben hatte, waren alle überrascht.

"Selten haben wir einen so gut erhaltenen Straßenabschnitt freigelegt. Man kann wunderbar die Kiesschicht erkennen", sagt Marion Brüggler. Denn anders als im antiken Rom wurden die Straßen am Niederrhein zur Römerzeit nicht gepflastert. Es wurden Dämme aufgeschüttet und anschließend mit einer Kiesschicht befestigt.

Die römische Straße, die bis nach Nijmegen führte, gehörte zum Limesweg. Dieser verlief nahezu parallel zum damaligen Rheinufer. Insgesamt sind aber nur wenige römische Straßenverläufe nachgewiesen. "Wir suchen mehr als wie wir wissen", meint Marion Brüggler. "Viele Straßenverläufe sind nur vermutet, umso schöner ist es, wenn einer gesichert ist", sagt sie.

Heute können Interessierte die Grabungsstelle besichtigen. Zwischen 14 Uhr und 17 Uhr beantworten die Mitarbeiter des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege Fragen rund um das Thema römische Straßen. "Wir werden außerdem ein Zelt mit verschiedenen Bildern zum Thema aufstellen und wir haben ein digitales Modell der Straßen dabei", sagt Marion Brüggler. Besucher können die Parkmöglichkeiten an Poststraße in Kleve nutzen. Der Weg zur Grabungsstelle wird von dort ausgeschildert sein. Es ist zu beachten, dass der Weg zu der Grabungsstelle nicht barrierefrei ist.

Quelle: RP
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