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Kleve
Romantischer Blick aufs moderne Kleve

Kleve. Das Museum B.C.Koekkoek-Haus zeigt ab Sonntag die spannenden Kompositionen des Japaners Hiroyuki Masuyama. Eröffnet wird "Zeit-Reise", so der Titel der Ausstellung, von Ursula Geisselbrecht, der künstlerischen Leiterin. Von Matthias Grass

1847 komponierte der niederländische Landschaftsmaler Barend Cornelis Koekkoek sein "Souvenir de Cleve": Ein liebevoll-romantischer Blick auf die Stadt, in der er sich niedergelassen hatte. Ein Blick, wie ihn jetzt auch der Japaner Hiroyuki Masuyama auf die alte Herzogstadt geworfen hat. Romantisch komponiert wie Koekkoek mit den Mitteln der Gegenwart. 350 Fotografien hat der in Düsseldorf lebende Japaner aus verschiedenen Richtungen auf die Schönheiten Stadt gemacht, hat die Perspektiven Koekkoeks gesucht, hat die Wolkenformationen abgewartet, die sich auf dem Gemälde des Meisters hoch über der Stadt türmen. Aus all diesen Details hat er ein Bild komponiert, das ein wunderbarer Blick auf das moderne Kleve ist - in der Komposition Koekkoeks. Und nach ganz alter Tradition ist auch Masuyama selbst im Bild.

Im Haus Koekkoek hängen die beiden Souvenirs gegenüber: Hier der Leuchtkasten, dort das Gemälde von Koekkoek, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart zu verweben scheinen. Im Nachbarraum zeigt Masuyama weitere gemalte Ansichten der Stadt, die aus verschiednen Bildern und Zeiten komponiert sind. Eine Entdeckungsreise für jeden Kleve-Fan.

Die aufwendig eingerichtete Ausstellung "Zeit-Reise. Hiroyuki Masuyama" im Klever Haus Koekkoek wird am Sonntag, 3. Juli, um 11.30 Uhr eröffnet. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen William Turners (1775-1851) Reisen von England nach Italien, deren Spuren Masuyama folgte. Er suchte die genauen Standorte der Bilder, die Turner in den Bergen und Schluchten der Alpen machte, die er in Venedig oder Rom malte, in den italienischen Landschaften. Dort fotografierte der Japaner wie beim "Souvenir de Cleve" die heutige Landschaft in unzähligen Fotos, die dann am Bildschirm komponiert werden und als neue Interpretation über die Zeit hinweg die Reise Masuyamas mit der von Turner verbinden, die in den Bildern Vergangenheit und Gegenwart geradezu eins werden lassen. Dazu gibt es einen fiktiven Briefwechsel zwischen den beiden Künstlern unter anderem über die "Flugmaschine", mit der Masuyama die moderne Interpretation von Reisen aufzeigt - in einem neun Meter langen, schmalen Band von Heathrow bis Rom - als Fotos aus dem Flieger.

Spannend die Blüten und Blumenbilder Masuyamas, in denen er Wiesen komponiert mit Blumen und Blüten, die er auf seinen Spaziergängen findet, fotografiert und aus tausenden Fotos zusammenfügt. Es ist eine Blumenwiese, wie sie - so eine alte japanische Legende - die Toten beim Übergang in eine neue Welt aufnimmt. Eine Wiese ohne Zeit, in der sich Winterblumen und Sommerblumen, Frühlingsboten und Herbstzeitlose vereinen. Darin fängt er wie die Maler der Romantik das Licht ein. Im Haus Koekoek hat er sie nicht als Leuchtkästen installiert, sondern als Leinwände vor den Fenstern, die vom Tageslicht beschienen werden und je nach Wetterlager leuchten.

Quelle: RP
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