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Bedburg-Hau
Rosenberg-Variationen als Lesung

Bedburg-Hau. mini-art bringt die deutsch-niederländische Annäherung wieder auf die Bühne

Es war ein großer Schock, als das Theater mini-art vor einiger Zeit feststellen musste, dass einige seiner in einem Depot untergebrachten Bühnenbilder verschwunden waren. Neben dem finanziellen und materiellen Verlust schmerzt vor allem, dass sie unwiederbringliche Einzelanfertigungen sind, niemals nur "Kulisse" sondern tragender künstlerischer Bestandteil einer Vorstellung sind, oftmals in monatelanger Arbeit gemeinsam mit der Stückentwicklung entstanden. Für vier Stücke war damit das vorzeitige, aber endgültige Vorstellungsaus entschieden. So auch für die 'Rosenbergvariationen'.

Doch gerade die herausragenden "Rosenbergvariationen" holen Sjef van der Linden und Crischa Ohler jetzt wieder auf die Bühne: als neuinszenierte szenische Lesung über die langsam verheilenden Wunden der deutsch-niederländischen Vergangenheit, über das ehedem nicht ganz einfache Verhältnis zweier Nachbarländer, über Vorurteile und Vorwürfe, über Verständnis und Verzeihung. Die Abendvorstellung am Mittwoch 4. Mai ist im deutsch-niederländischen Grenzgebiet ein bewusst gewählter Zeitpunkt als Referenz an das Gedenken der Niederlande anlässlich des Endes des Zweiten Weltkrieges und der Opfer aller Kriege.

Um 19.30 Uhr heißt es dann also im Theater mini-art "Rosenbergvariationen. Eine Parabel über die Schwierigkeiten des Respektes für das Fremde, das Andere und über die Hoffnung der Liebe" von Sjef van der Linden, mit Ohler und van der Linden. Regie: Rinus Knobel ab 14 Jahren.

Die Premiere der szenischen Lesung ist am kommenden Samstag, 30. April, um 19.30 Uhr.

Zum Inhalt: Zwei Schauspieler in der Probe für ein neues Theaterstück: ein Krankenhaus in Deutschland. Eine deutsche Ärztin und ein niederländischer Patient. Sie entdecken ein gemeinsames, schicksalhaftes Geheimnis, das sie zu entschlüsseln suchen. Erlaubt ihr durch Vorurteile verstellter Blick, dass sie einander und der Wahrheit näherkommen? Und wiederholt sich im Leben der Schauspieler die Fiktion, das Schicksal der Rollen? Eine Geschichte in der Geschichte, humorvoll und ernst zugleich, deren Ebenen sich immer mehr vermischen.

Das Ensemble eröffnet ehrlich und vielschichtig die irritierenden, störenden Vorbehalte, die europäische Menschen aus der Geschichte mitschleppen. Mit episch raffinierten Perspektivwechseln wird dieses Tabuthema als persönliches Schicksal theatralisiert. Im aktuellen politischen Diskurs über Flüchtlingspolitik und Grenzen ist dieses geografisch lokal verankerte Stück aktueller denn je.

Um Reservierung wird gebeten. Karten unter info@mini-art.de oder 02821-811570 Eintritt: Erwachsene 9,-/ermäßigt 6,- im Theater mini-art - Brückenweg 5 - Bedburg-Hau www.mini-art.de

Quelle: RP
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