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Kalkar
Rücktritt Reinkens: Kalkars SPD hat sich entzweit

Kalkar. Nachdem Birgit Mosler deutlich schlechter als Britta Schulz bei der Wahl abschnitt, geht's bei der Stichwahl ums Ganze. Von Anja Settnik

An der Frage, ob die Partei vor der Stichwahl eine Wahlempfehlung für Britta Schulz vom Forum abgeben sollte, hat sich Kalkars SPD-Fraktion entzweit. Gestern teilte Urgestein Jochem Reinkens mit, dass er nicht länger Fraktionsvorsitzender der SPD sei. Anders als die Mehrheit im SPD-Vorstand ist er nicht bereit, den Wählern, die Birgit Mosler favorisierten, nun Britta Schulz ans Herz zu legen. Zwar wollte Reinkens, der seit 30 Jahren die Sozialdemokraten im Kalkarer Rat vertritt, zum Ende des Jahres sowieso sein Mandat in jüngere Hände übergeben. "Aber der Umgang mit der Stichwahl ist für mich Anlass, mich früher zurückzuziehen. Und zwar mit sofortiger Wirkung." Mit Reinkens kehren auch Anita Kipper, stellvertretende Parteivorsitzende, und Paul Bienemann der Fraktion den Rücken.

Alle drei wollen sich nicht mit der mehrheitlichen Entscheidung ihres Vorstands arrangieren. "Ein Wechsel als Selbstzweck war von mir nie gewünscht. Wir wollten einen Wandel, haben eine sehr gute Kandidatin aufgebaut, die parteiunabhängig eine hervorragende Bürgermeisterin geworden wäre. Es ist sehr wichtig, dass Birgit Mosler, die konzeptionell denken kann, nun in die Ratsarbeit eingebunden wird." Für die beiden anderen Ausscheidenden rücken Kai-Uwe Ekers und Wilfried van den Boon nach.

In den Augen von Reinkens hat das Forum seit seinem Erfolg bei der Kommunalwahl vor einem Jahr wenig geleistet. "Anspruch und Wirklichkeit klaffen da weit auseinander. Der mündige Bürger, der vielleicht mal Sitzungen der Gremien im Rathaus besucht, sollte das bemerkt haben." Hingegen ist Reinkens der Ansicht, dass es um Kalkar besser bestellt war, als die damalige CDU um Günther Bergmann gut mit der SPD-Fraktion zusammenarbeitete.

Gerade diese "Seilschaft" will ein großer Teil der Opposition, wie vielfach betont, aber gerade nicht mehr. Deshalb teilte die SPD gestern nach einer offenen Vorstandssitzung mit: "Die SPD Kalkar will die Chance der Veränderung nutzen, deshalb empfehlt die SPD Frau Dr. Schulz", so der Vorsitzende Marco van de Löcht. Und weiter: "Damit es besser werden kann, muss es erstmal anders werden. Das Votum auf der Versammlung war eindeutig: 18 anwesende SPD-Mitglieder votierten mit Ja, zwei mit Nein, und ein SPD-Mitglied enthielt sich der Stimme."Das Ziel weiterhin: Gerhard Fonck abwählen.

Quelle: RP
 
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