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Kranenburg
Runder Tisch hat alle Hände voll zu tun

Kranenburg: Runder Tisch hat alle Hände voll zu tun
Blick auf den Runden Tisch im Rathaus der Gemeinde: Diesmal galt es, eine lange Tagesordnung abzuarbeiten. FOTO: Evers
Kranenburg. Insgesamt 23 Punkte standen auf der Tagesordnung des 10. Runden Tisches in Kranenburg. Das Fazit: Die Gemeinde ist gut aufgestellt, benötigt aber weitere Hilfe. So werden Nähmaschinen gesucht, auch eine Fahrradwerkstatt ist in Planung. Von Werner Stalder

Die Tagesordnung des "10. Runden Tisches" in der Kantine des Rathauses in Kranenburg umfasste 23 Punkte, und dennoch gelang es dem Koordinator Friedhelm Kahm in den vorgesehenen zwei Stunden, alle Tagesordnungspunkte zu behandeln. Durch die Ferien bedingt, reichten die Plätze in der Kantine aus, denn im Ratssaal sind zurzeit die Handwerker bei der Arbeit.

Der Leiter des Ordnungsamtes, Willi Fleskes, berichtete, dass momentan insgesamt 207 Flüchtlinge in Kranenburg leben. Bis Ende September werden 24 Neuankömmlinge erwartet. Diese neuen Flüchtlinge sollen als Erstbewohner im ersten Trakt der neuen Unterkunft in Wyler untergebracht werden. "Hierbei muss jedoch noch berücksichtigt werden, wie die einzelnen Personen zusammenpassen und harmonieren, je nach Land und Sprache", sagte Fleskes. Die ersten Häuser seien in Kranenburg bereits zum Jahresende von der Gemeinde gekündigt worden.

Andreas Schürings und Birgit Gerold von der AWO stellten eine Offene Sprechstunde vor, die es seit dem 28. Juli jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr an der Waldstraße 1 in Kranenburg gibt. Die erste Sprechstunde war bereits voll ausgebucht. Hilfestellung wird bei der Integration in den Arbeitsmarkt, der Statuserteilung, der Fristenwahrung und beim Klageverfahren geboten.

Die Landesregierung hat im Rahmen der Förderung "Komm An NRW" Kranenburg etwa 5500 Euro zur Verfügung gestellt. Diese Summe wird auf folgende Bausteine verteilt: Gestaltung eines Ankommenstreffpunktes, Kostenerstattung an Ehrenamtler, Einzelmaßnahmen und Printmedien. In Kranenburg wird für Zugewanderte aus Iran, Irak, Syrien und Eritrea ein Integrationskurs durchgeführt. Markus Toppmüller von der Wasserburg Rindern stellte fünftägige Seminare für 18- bis 26-jährige Asylbewerber vor, die 2017 durchgeführt werden sollen. Er benötigt zwei Kooperationspartner, die Flüchtlinge benennen und/oder Fachseminarreferenten bieten. (Info unter 02821 7321715). Der weitere Deutschunterricht durch Ehrenamtliche in Kranenburg wurde besprochen. Der Beginn des nächsten Trimesters ist am 29. August um 16 Uhr im Trainstop. Die übrig gebliebenen Kautionen aus dem Intensivkurs Deutsch werden bei dem erfolgreichen Abschluss eines Folgekursus-Deutsch ausgezahlt.

Etwa 170 Fahrräder wurden bisher ausgeliefert oder befinden sich im Lager. Ausführlich wurde über Fahrradkurse vor allem für Frauen, diskutiert. Es besteht die Möglichkeit, in Wyler eine Fahrradwerkstatt einzurichten, wo Ein-Euro-Jobber Hilfe zur Selbsthilfe anbieten können.

Weitere Tagesordnungspunkte waren der Nähkursus - weitere Nähmaschinen werden gesucht - der Frauennachmittag, die Verwendung der alten Computer der Hanna-Heiber-Schule, Deutsch lernen über "iwdl.de" (Ich will Deutsch lernen), Wanderungen oder Radtouren, um Begegnungen möglich zu machen, kulturelle Beiträge aus den Ländern der Zugewanderten ab Ende September, Internationale Baderegeln der DLRG, Aufstellung eines Profi-Billardtisches und eine Übersicht der vielseitigen Aktivitäten.

Die Sprecher der einzelnen Nationen hatten, bis auf zwei Kleinigkeiten, keine Probleme, so dass der 10. Runde Tisch fast mit einer Punktlandung um 19.32 Uhr gemeinsam beendet werden konnte. Hingewiesen wurde auf den Newsletter "Kranenburg International" Nr. 6, der in verschiedenen Sprachen erschienen ist.

Quelle: RP
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