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Kleve
Scharfe Kritik an Brücke über Bahngleise im Generationenbeirat

Kleve. Nach einer Besichtigung des neuen Klever Bahnhofes hagelte es im Generationenbeirat der Stadt Kleve massive Kritik an der Treppenanlage der alten Brücke, die vom Parkplatz über die beiden Gleise auf den Bahnsteig führt. "Diese Brücke ist ein Schandfleck", sagte die Fraktionschefin der Grünen, Hedwig Meyer-Wilmes. Die Brücke schließe Behinderte vom Dauerparkplatz aus, sei für Familien mit einem Kinderwagen kaum zu überwinden.

Stadt und Bahn haben den Bahnhof neu für Busse und Bahnen umgebaut, rund zwei Millionen Euro flossen in die Maßnahme für einen neuen Halt in der 50.000-Einwohner-Stadt. Es gibt jetzt hohe Dächer gegen den Regen, die einen nahezu trockenen Übergang von der Bahn in den wartenden Bus ermöglichen und einen aufgeräumten Busbahnhof, dessen Markierungen aufgebracht werden, sobald das Wetter es zulässt. Darin wirkt die alte Brücke mit ihren steilen Treppen nicht nur wie ein Fremdkörper, sie ist nicht einmal annäherend barrierefrei. "Sie schließt Behinderte aus, letztlich trifft die Brücke alle, die Koffer oder andere schwere Gepäckstücke auf den Bahnsteig bringen müssen", sagte Meyer-Wilmes. Zuvor hatte Traute Arnold für die OK gezeigt, wie es an anderen Bahnhöfen aussieht: In Kevelaer gibt es eine lange Rampe, in Goch einen schienengleichen Übergang. "Mir scheint die Rampe eine machbare und eine gute Lösung, die auch von Fahrradfahrern genutzt werden kann", sagte Arnold. So wie der Bahnhof mit der Brücke sich jetzt präsentiere, sei sie behindertenpolitisch eine Schande. Bürgermeisterin Sonja Northing sagte, die Stadt sehe das nicht anders. "Wir fänden beispielsweise eine Rampe auch besser, wir sind aber nicht Herr des Verfahrens", sagte Northing.

In den Verhandlungen mit der Stadt habe die Bahn bisher kategorisch eine Rampe oder einen schienengleichen Übergang abgelehnt, erklärte Kleves Technischer Beigeordneter Rauer. Kämmerer Willibrord Haas erinnerte an einen entsprechenden Ratsbeschluss: "Wir müssen weiter mit der Bahn verhandeln und dringend eine Verbesserung der Situation erreichen. Die Brücke am Bahnhof entspricht nicht den Standards", sagte der Kämmerer.

Einstimmig beschloss der Generationenausschuss, ein Schreiben an die Bahn vorzubereiten, das am 9. März vom Rat verabschiedet werden soll. Die Bahn gab gestern keine Erklärung zur Brücke ab.

(mgr)
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