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Kleve
Schmid's Huhn bei Jazzfreunden

Kleve. Mit der Kölner Formation "Schmid's Huhn" hatten die Klever Jazzfreunde im Coffeehouse ein höchst eigenwillig musizierendes Quartett junger Künstler zu Gast. Stefan Karl Schmid, Tenorsaxofon, und Leonard Huhn, Altsax, bildeten die Frontline unterstützt von Stefan Schönegg am Kontrabass sowie Fabian Arends Schlagzeug. Von Bert Keim

Auf die Besetzung eines Pianos verzichtet die Band bewusst, wohl um jede harmonische Einengung bei den Soloausflügen der beiden Bläser zu vermeiden. Die meisten Stücke wurden von den Saxofonisten unisono begonnen und waren sehr komplexe Eigenkompositionen. Vom zweiten Chorus an umspielte einer der beiden Instrumentalisten den jeweils Melodieführenden und erzeugte so eine Verdichtung des musikalischen Geschehens. Von dort hoben die beiden Bläser zu ihren mit Leidenschaft vorgetragenen Soli ab.

In der Regel kamen Kompositionen wie French Roast, H.D.B. oder Biomechanoid zunächst fast dezent daher und ließen an duftigen Westcoast - Jazz à la Gerry Mulligan denken - der nie überpowernde und relaxed aufspielende Drummer brachte sich hier besonders gut ein. Mit zunehmender Spieldauer wurden dann aber nicht selten Grenzbereiche zum Free Jazz erreicht, wobei Schmid wiederholt Überblastechniken einsetzte, zu der Bassist Schönegg eine solide Basis lieferte.

Keine leichte Kost - die Musik von Schmid's Huhn fordert zu konzentriertem Zuhören heraus. Wer sich darauf einließ, wurde mit wunderbaren Ausflügen in interessante Klangwelten belohnt.

Quelle: RP
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