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Kreis Kleve
Schneiden, trennen, säubern
Muh & mehr: Der Mähdrescher
Muh & mehr: Der Mähdrescher FOTO: ddp
Kreis Kleve. Wenn die Sommersonne im Juli und August das Getreide auf dem Feld getrocknet hat, kommt der Mähdrescher zum Einsatz. Er schneidet Halme ab und sortiert Wichtiges von Unwichtigem. Von Barbara Grofe

Im Juli und August hat Rainer Strompen viel Arbeit. Er ist Bauer, und um diese Zeit des Jahres muss er das Getreide vom Feld holen. Dazu braucht Bauer Strompen einen Mähdrescher, eine große Maschine, die Großes kann. Nachmittags holt er sie aus seiner Garage, „dann hat die Sonne das Getreide ganz durchgetrocknet.“

Vorne am Mähdrescher befindet sich ein großes Messer, das die Getreidehalme abschneidet. Nur wenige Zentimeter bleiben stehen, ganz stoppelig sieht das Feld aus, wenn der Mähdrescher darüber gefahren ist. Das Getreide wandert währenddessen über Walzen und Ketten in den Mähdrescher hinein. Denn so, wie sie vom Feld kommen, kann der Bauer nichts mit den Halmen anfangen: „Die Körner müssen aus den Ähren heraus, damit sie dann zu Mehl oder Futter verarbeitet werden können“, erklärt Rainer Strompen.

Klar, mit den Fingern könnte man die Körner bestimmt auch aus den Ähren herauszupfen, für den Bauern ist das aber viel zu viel Arbeit. Auch darum hat er den Mähdrescher: Innen drin, in der Dreschtrommel, werden die Körner aus den Ähren heraus geschlagen. Der Rest, das Stroh, fällt dann wieder aufs Feld zurück. Für die Körner ist die Reise im Mähdrescher aber noch nicht vorbei. Sie müssen erst noch ordentlich sauber gemacht werden. Wind bläst alles weg, was überflüssig ist: Schalenreste, Kurzstroh, Stacheliges. „Dann kommen die Körner auf einen Anhänger und in die Scheune“, sagt Rainer Strompen.

Früher musste die Arbeit eines Mähdreschers per Hand gemacht werden. Rainer Strompen ist froh, dass die Zeiten vorbei sind. „Das war wohl echte Knochenarbeit“, sagt er. Für ein Feld, das so groß ist wie ein Fußballplatz, braucht der Bauer mit seinem Mähdrescher nur 15 Minuten – dafür ist so eine Maschine auch nicht billig. 200 000 Euro kostet sie. So viel, wie ein Einfamilienhaus.

Vorlese-Stück von Tommi Bollmann auf www.rp-online.de/kleve

Quelle: RP
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