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Kreis Kleve
Schüler dürfen früher an die Urne

Kreis Kleve: Schüler dürfen früher an die Urne
Tim Blauberger und Lisanne Jacobs organisieren im Wahlvorstand die Juniorwahl mit. FOTO: Krüger
Kreis Kleve. Die Landtagswahl findet am 14. Mai statt. Einige Jugendliche haben allerdings die Möglichkeit, bereits davor zu wählen. Viele Schulen beteiligen sich am Projekt "Juniorwahl", auch das Friedrich-Spee-Gymnasium Geldern ist dabei. Von Jonas Krüger und Philippa Gerstl

230 Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums aus den Jahrgangsstufen neun und zehn haben am 10., 11. und 12. Mai in den Mittagspausen die Möglichkeit, an einer ganz eigenen Landtagswahl teilzunehmen. Vor der "normalen" Landtagswahl am Sonntag, 14. Mai, wird in vorher angemeldeten Schulen eine Landtagswahl simuliert.

In den teilnehmenden Schulen will man so die politische Partizipation der Jugendlichen fördern und dies so authentisch wie möglich. Bei der Bundestagswahl waren bereits eine Million Schüler in Deutschland "wählen" gegangen.

Bei der Juniorwahl soll alles möglichst realistisch sein: Ein Wahlvorstand versendet Wahlbenachrichtigungen, und am Wahltag gibt es in der Wahlkabine originale Stimmzettel. Am Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG) Geldern wird der sechsköpfige Wahlvorstand von Q1-Schülern (11. Jahrgangsstufe) geführt, die Lehrer stehen beratend zur Seite. Den Lehrern Dennis Richter und Stefan van Wickern kam die Idee, das FSG bei der Juniorwahl anzumelden, bei einer Fortbildung im Landtag NRW. Dort trafen sie den "Erfinder" der Juniorwahl in Deutschland, Professor Jürgen Falter. Dieser erlebte während seiner Gastprofessur in Amerika eine im ganzen Land durchgeführte Wahl von Schülern. Daraufhin wurde 1999 erstmalig mit Hilfe des Vereins Kumulus an drei Schulen in Berlin eine solche Juniorwahl durchgeführt. Zehn Jahre später, 2009, waren es 1 043 Schulen in ganz Deutschland. Deshalb sei eine Anmeldung heutzutage keine Sicherheit mehr für die Teilnahme an der Juniorwahl, erklärt Lehrer van Wickern. Als man später erfuhr, dass man zugelassen wurde, war die Freude natürlich groß.

Nun beginnt jedoch erst die Arbeit. "Es ist viel Verwaltungsaufwand, den man aber gerne in Kauf nimmt", sagt Lehrer Richter. Schließlich müssen bis zum Mittwoch, 10. Mai, Wahlbenachrichtigungen verschickt, Plakate aufgehängt und Unterrichtsstunden vorbereitet werden. Nicht alle waren so begeistert von der Arbeit, die auf sie zukommt. Der Wahlvorstand trägt die Aufgabe der Auswertung der Stimmzettel, 230 an der Zahl, und die müssen alle an einem Freitagnachmittag ausgewertet werden. Die Motivation der Schüler stieg aber erheblich, als Richter sich bereit erklärte, Pizza beizusteuern.

Zusätzlich stand am Dienstag, 2. Mai, der Bus der Landeszentrale für politische Bildung für die Schüler zur Verfügung. In diesem Bus wurden alle Parteien ausführlich vorgestellt. Später durften die Schüler auch selber den Wahl-O-Maten bedienen und schauen, welche Partei am besten zu ihnen passt.

Zusätzlich empfehlen die Lehrer, sich in TV und Tageszeitung zu informieren und die Parteiprogramme anschauen. Auch wenn einige Tage vor der Landtagswahl bei der Juniorwahl gewählt wird, bleibt das Ergebnis bis zu den ersten Prognosen streng geheim. Erst einige Stunden vorher werden die Wahlergebnisse nach Berlin verschickt, um dann auf der Juniorwahl-Homepage hochgeladen zu werden.

Das Ziel des Vereins Kumulus ist es, bis zum Jahr 2022 alle weiterführenden Schulen eine Teilnahme an der Juniorwahl zu ermöglichen, ambitionierte Pläne also. Und am FSG? Dort hat man sich schon für die kommende Bundestagswahl im September angemeldet.

Quelle: RP
 
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