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Kreis Kleve
Schüler erforschen Mint-Themen

Kreis Kleve. Schritt für Schritt entsteht in den Räumlichkeiten des Berufskollegs Kleve ein Schülerforschungszentrum. Kinder und Jugendliche aus allen Schulformen können dort in ihrer Freizeit zu naturwissenschaftlichen Fragen experimentieren. Von Natalie Urbig

Die Tendenz ist eindeutig: Im Mint-Bereich herrscht Fachkräftemangel. Mint - der Ausdruck umfasst die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. "Auch im Kreis Kleve wurden naturwissenschaftliche Belange bisher wenig gefördert", sagt Erwin Dribusch. Es war vor zweieinhalb Jahren als er die Idee dazu hatte ein Schülerforschungszentrum (SFZ) zu errichten. Ziel soll es sein, junge Menschen für die Wissenschaft zu begeistern, sie verstärkt in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern auszubilden und ihnen eine Orientierung für die Berufs- und Studienwelt zu geben. Im Juni gründeten nun Personen aus Schule, Universität und Unternehmen ein Mint orientiertes Schülerforschungszentrum am Berufskolleg Kleve, verabschiedeten dessen Satzung und wählten den geschäftsführenden Vorstand. Solche Zentren sind in den südlichen und östlichen Bundesländern zu Hauf vertreten und weisen, so Dribusch, große Erfolge auf. In Nordrhein-Westfalen gibt es sie dagegen kaum: Dort ist das neue Schülerforschungszentrum in Kleve erst das zweite. Dribusch vermutet, dass dies einer der Gründe dafür war, dass das Konzept bei einem bundesweiten Wettbewerb einen mit 15.000 Euro dotierten Preis gewonnen hat. "Das Konzept ist da, die Mittel auch, nun werden die ersten Schritte gemacht", sagt Peter Wolters, Schulleiter des Berufskollegs Kleve. Sowohl er als auch Landrat Wolfgang Spreen und der Kreis Kleve unterstützen das Projekt, so dass es möglich ist, die Räume des Berufskollegs dafür zu nutzen. Die ersten Schüler des SFZ arbeiten momentan in den Unterrichtsräumen, die auch schon für den Wettbewerb "Jugend forscht" genutzt wurden.

Der Ausbau des Schülerforschungszentrums erfolgt nun Schritt für Schritt: Momentan wirbt der Verein an anderen Schulen für sein Projekt. Denn Schüler aller Altersklassen und aller Schulformen können mitmachen. "Wir sind guter Dinge es gibt schon viele Schüler, die Interesse geäußert haben", sagt Erwin Dribusch, der 1. Vorsitzende des neu gegründeten Vereins. Das Angebot des Schülerforschungszentrum findet nach dem Unterricht statt, es ist sowohl für die Schüler als auch die Lehrer eine Freizeitaktivität. "Wir sind quasi wie ein Sportverein", sagt Dribusch. Auch komme es nicht darauf an, nur leistungsstarke Kinder und Jugendliche zu fördern. Es richtet sich an alle, die an naturwissenschaftlichen Forschungen interessiert sind.

Das Schülerforschungszentrum stellt Materialien und Fachkräfte, die die Schüler bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützen. Auch Fahrten zur Radboud-Universität, der Hochschule Rhein-Waal oder ortsansässigen Firmen sind möglich - falls die Schüler alleine nicht weiterkommen.

Außerdem ist geplant, dass Unternehmen aus dem näheren Umkreis Forschungsaufträge weiterleiten, die dann von den Schülern bearbeitet werden. Ein Projekt ist so schon entstanden: Die Firma Omni Solutions aus Straelen hat die Herstellung eines biologischen Klebers in Auftrag gegeben. Zwei Schülerinnen des Berufskollegs Kleve nahmen sich des Themas an und erhielten dafür den "Jugend forscht"-Preis.

Auch die Teilnahme an Wettbewerben soll durch das Schülerforschungszentrum in Kleve gefördert werden. Im Vordergrund stehe aber das entdeckende, forschende Lernen. Neben den Mint-Fachkenntnissen werden gleichzeitig überfachliche Kompetenzen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit trainiert.

Tritt etwa ein physikalisches Problem auf, können Schüler mit entsprechendem Fachwissen anderen weiterhelfen. "Teamarbeit ist auf jeden Fall gefordert", so Dribusch. Ein weiteres Ziel des Vereins ist es, den Anteil von Mädchen und jungen Frauen in den Mint-Disziplinen im Kreis Kleve zu steigern. Das heißt zum Beispiel, dass ein Schwerpunkt auf medizinische Aspekte gelegt werden soll - biologische Themen, so zeige es die Erfahrung, sprechen Mädchen stärker an.

Zur Erreichung der Ziele des SFZ werden weitere Kooperationen, mit Schulen, Universitäten, Hochschulen, Unternehmen, Initiativen und Verbänden der Region angestrebt.

Wer den Verein unterstützen möchte, kann ab sofort Mitglied werden. "Jeder, der Interesse hat, kann eintreten", sagt Dribusch. "Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, dass es für Ingenieure, die gerade in Rente gegangen sind, interessant wäre." Aber nicht nur Einzel-, sondern auch juristische Personen können sich beteiligen.

Quelle: RP
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