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Kalkar
Schüler präsentieren Forschung

Kalkar: Schüler präsentieren Forschung
Der 13-Jährige Karl Paeßens erklärte vor Publikum, wie er seinen Zitronenbatterie-Versuch erarbeitet hatte und wie dieser funktioniert. Die Präsentation gehörte als wichtiger Bestand zum L.U.P.E.-Projekt der Bezirksregierung. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar. Das Lern- und Präsentationsprojekt L.U.P.E. richtet sich an hochbegabte Schüler. In NRW nahmen fünf Schulen teil, darunter das Jan-Joest-Gymnasium (JJG) in Kalkar. Zum Projekt gehört, die Ergebnisse vor Publikum vorzustellen. Von Lena Steeg

Die Zitronen sehen schon ziemlich lädiert aus, aber darauf kann Karl Paeßens jetzt keine Rücksicht nehmen. Dutzende Augenpaare sind im verdunkelten Chemie-Raum des Jan-Joest-Gymnasiums (JJG) auf den 13-Jährigen gerichtet. Karl greift zur LED-Lampe, im nächsten Moment zuckt er kurz zusammen. Der Applaus von Eltern, Schülern und Lehrern ist lauter als erwartet. Alle Augenpaare sind auf die Lampe in Karls Händen gerichtet. Sie leuchtet, angetrieben von nur vier Zitronenhälften.

Genau darum ging es der Fachberatung Hochbegabung der Bezirksregierung, als sie im vergangenen Jahr das JJG anschrieb und fragte, ob sich ausgewählte Schüler des Gymnasiums an dem Pilotprojekt L.U.P.E. beteiligen wollen. "Sie sollten nicht nur neue Gebiete erforschen oder eigene Ideen entwickeln, sondern später auch in der Lage sein, die Ergebnisse des eigenen Wissens an die Menschheit weiterzugeben", erklärt die zuständige Lehrerin Yvonne Kamer.

Die Menschheit wird am Tag der Präsentation vor allem von Mitschülern und Eltern vertreten. Sie tummelten sich in den verschiedenen Klassenzimmern, lauschten beeindruckt den Forschungsergebnissen der Fünft- bis Neuntklässler. Diese hatten sich die Schüler innerhalb der vergangenen zwei Monate neben dem normalen Unterricht erarbeitet. Jeweils ein Fachlehrer oder ein kompetentes Elternteil standen den Kindern dabei zur Seite.

Herausgekommen sind Präsentationen aus verschiedenen Themenbereichen. In Literatur und Sprachen, Musik, Chemie und Physik haben sich die Schüler selbst erprobt. So schrieb Joshua Gerber ein eigenes Lied, das er zur Eröffnung der Ausstellung vor großem Publikum vorstellte, und dafür verdienten Applaus erntete.

Leonie Baumann und Julia Weber aus der neunten Klasse zeigten mit ihrem Fotoprojekt "Stille" die verschiedenen Darstellungsweisen des Themas und präsentiertem dem Publikum ausdrucksstarke Bilder, aufgenommen in Industrieanlagen, leeren Klassenzimmern oder verlassen anmutenden Räumen. Der Elfjährige Paul Minor, der aufgrund seiner Hochbegabung bereits die zweite Klasse übersprungen hat, baute sogar ein eigenes Windkraftrad, dessen erzeugte Spannung er mit einem eingebauten Widerstand erhöhte und mit einem Gleichrichter brauchbar machte.

Für jeden der jungen Teilnehmer gab es nach der Präsentation eine Urkunde von Schulleiterin Susanne Janßen. Am 28. Februar wird sich die Projektleiterin Yvonne Kamer mit den Kollegen der anderen fünf Teilnehmerschulen bei der Bezirksregierung in Düsseldorf über die Ergebnisse des sechsmonatigen Projekts austauschen.

"Dann schauen wir, an welchen Stellen die Abläufe optimiert werden können", sagt Kamer. Mit ein bisschen Glück werde das LUPE auch in diesem Jahr fortgesetzt und könnte bereits im Sommer neu anlaufen.

Quelle: RP
 
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