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Kleve-Materborn
Schüsse in Materborner Supermarkt

Kleve-Materborn: Schüsse in Materborner Supermarkt
Der Edeka-Drunkemühle-Supermarkt am Gemeindeweg in Materborn wurde gestern überfallen. Ein maskierter Mann bedrohte die Verkäufer, verletzte einen Mitarbeiter bei einer Auseinandersetzung. Dann flüchtete der Täter. Der Laden blieb am Vormittag für die Spurensicherung geschlossen. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kleve-Materborn. Ein Unbekannter hat Edeka Drunkemühle am Gemeindeweg mit einer Pistole überfallen. Bei einem Gerangel fielen Schüsse. Ein Angestellter wurde verletzt. Der Räuber flüchtete mit einer Mofa. Eine weitere Tat geht auf sein Konto. Von Marc Cattelaens

Gerade einmal 25 Minuten, nachdem sich die Türen des Edeka-Supermarkts von Margret Drunkemühle am Gemeindeweg in Materborn geöffnet hatten, schlug der Täter zu. Gestern um 7.25 Uhr betritt ein mit einer schwarzen Sturmhaube und einem schwarzem Motorradhelm maskierter Mann das Lebensmittelgeschäft. In seiner Hand hält er eine Pistole. Zielstrebig begibt er sich zum Kassenbereich. Die Verkäuferin schreit sofort um Hilfe, daraufhin wendet sich der Masken-Mann ab.

Sein neues Ziel ist der Backshop der Bäckerei Heicks & Teutenberg, der sich nur wenige Meter weiter im Laden befindet. Der Räuber hebt seine Pistole und bedroht die drei Bäckerei-Angestellten. In diesem Moment kommt ein 49-jähriger Mitarbeiter des Supermarktes in den Laden. Ob er die Waffe in der Hand des Täters gesehen hatte, war gestern laut Polizei noch nicht klar, jedenfalls stürzte er sich sofort auf den Räuber. Es kommt zu einem Gerangel, dann gibt der Täter mehrere Schüsse in die Luft ab.

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung schlägt der Räuber dem Mitarbeiter die Pistole gegen den Kopf. Der Täter kann sich losreißen. Dem 49-Jährigen gelingt es noch, dem Räuber den Helm und die Sturmhaube vom Kopf zu ziehen, bevor der Unbekannte aus dem Supermarkt rennt, sich auf eine Mofa oder ein Moped mit grünem Versicherungskennzeichen setzt und über den Gemeindeweg in Richtung Reichswalde flüchtet.

Der 49-Jährige erlitt eine stark blutende Platzwunde und wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, aus dem er im Verlauf des Vormittags aber bereits wieder entlassen werden konnte. Die Tatwaffe, nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei eine Gas- oder Schreckschusspistole, blieb neben der Maske und dem Helm am Tatort zurück. Ob der Täter Beute gemacht hat, konnte die Polizei gestern nicht sagen.

Der Edeka-Supermarkt blieb gestern Vormittag für die Spurensicherung geschlossen. Pächterin Margret Drunkemühle war nicht zugegen, als sich der Überfall ereignete. Sie konnte gestern kaum fassen, was sich in ihrem Laden zugetragen hat. "Eigentlich geben wir allen Mitarbeitern auf den Weg, dass sie sich nicht wehren und dass sie die Forderungen der Täter erfüllen sollen", sagt die Supermarkt-Chefin.

Der Räuber befand sich gestern weiter auf der Flucht. Er hat wohl nicht zum ersten Mal zugeschlagen: Ein Sprecher der Polizei vermutet, dass es sich um denselben Mann handelt, der am vergangenen Samstag den Getränkemarkt an der Huissener Straße überfallen und mit einer Schusswaffe die Herausgabe des Bargeldes gefordert hatte. Wie auch beim gestrigen Überfall auf den Edeka-Markt flüchtete er mit einem Kleinkraftrad.

Der Täter, der gestern bei seiner Flucht über den Gemeindeweg von mindestens einem Zeugen gesehen wurde, wird wie folgt beschrieben: Es soll sich um einen jungen, hellhäutigen Mann, etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß, schlank mit einem schmalen Gesicht handeln. Bekleidet war er mit einer hellgrauen oder beigen Jacke. Er sprach deutsch mit osteuropäischem Akzent, so die Polizei. Sie sucht nach Zeugen. Hinweise zu beiden Fällen nimmt die Kripo in Kalkar unter der Telefonnummer 02824 88-0 entgegen.

Quelle: RP
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