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Urteil in Kleve
Senior mit Pudding betäubt - Frau muss lange in Haft

Senior mit Pudding betäubt: Kleverin muss nach Raub lange in Haft
Die nun verurteilte Frau im Gerichtssaal. (Archiv) FOTO: Markus van Offern
Kleve/Emmerich. Eine 32 Jahre alte Frau aus Kleve ist zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Die Frau hatte einen Senior in Emmerich mit vergiftetem Pudding betäubt und danach ausgeraubt. Von Jens Helmus

Die 2. Große Strafkammer des Klever Landgerichts ordnete zudem die Unterbringung der drogenabhängigen Frau in einer Entziehungsanstalt an.

Die 32-Jährige wurde wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Computerbetrugs verurteilt. Die Kammer um den Vorsitzenden Richter Gerhard van Gemmeren stellte gestern im Urteil fest, dass sich die Kleverin zusammen mit zwei Komplizen im September 2017 zu der Wohnung des geschädigten Rentners nach Emmerich begeben habe. Das Opfer hatte zuvor eine Anzeige in einer Zeitung geschaltet, er suche eine "liebe Frau mit Auto".

Auch Komplize verurteilt

Mehrere Stunden soll sie in der Wohnung des Rentners verbracht, diesem schließlich einen mit Medikamenten präparierten Pudding gegeben haben. Als der Mann durch die Wirkung der Medikamente einschlief, plünderte sie dessen Bargeldbestände. Rund 12.000 Euro soll sie gestohlen haben, zudem 8500 tschechische Kronen und eine EC-Karte, mit der sie später weitere 2000 Euro abhob.

Die Beute teilte sie mit dem 54 Jahre alten Klever und einer weiteren Komplizin, die gesondert verfolgt wird. Im gleichen Verfahren ist gestern auch der 54-jährige Komplize verurteilt worden, der ebenfalls auf eine lange Drogen- und Alkoholkarriere zurückblickt. Drei Jahre und drei Monate Haft bekam er wegen Beihilfe zum Diebstahl. Richter Gerhard van Gemmeren attestierte dem mehrfach vorbestraften Mann eine "hochkriminelle Einstellung", wies aber auch darauf hin, dass der Angeklagte wohl nur eine "untergeordnete Rolle" bei der Tat gespielt habe. Verteidiger Karl Haas hatte zuvor erklärt, sein Mandant sei zum Schutz der beiden Komplizinnen mit nach Emmerich gefahren, habe jedoch nichts von dem vergifteten Pudding gewusst.

Täter müssen Geld zurückzahlen

Mit dem Urteil gegen den 54-Jährigen blieb die Kammer deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, den Mann ebenfalls wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu verurteilen, und zwar zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und fünf Monaten. Die Staatsanwaltschaft erklärte in ihrem Plädoyer, der Mann habe seine beiden Komplizinnen zusammengeführt und an der Planung mitgewirkt, nicht nur begleitet.

Neben den Freiheitsstrafen verurteilte die Kammer die beiden Angeklagten zudem zur gesamtschuldnerischen Rückzahlung des gestohlenen Geldes. Da beide zuletzt von Hartz IV lebten und nun erstmal in Haft bleiben, wird der beraubte Rentner aber wohl länger darauf warten müssen.

Quelle: RP