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Kranenburg-Nütterden
"Sieben Quellen" werden entschlammt

Kranenburg-Nütterden: "Sieben Quellen" werden entschlammt
Joachim Böhmer, Jakob Voss und Johannes Metzlaers begutachten den Fortschritt der Arbeiten an den Sieben Quellen. FOTO: Gottfried Evers
Kranenburg-Nütterden. Die letzte Säuberung der Teiche lag bereits mehr als 30 Jahre zurück. Nun werden die Gewässer - auch mit schwerem Gerät wie Baggern - von verrotteten Pflanzenresten gereinigt. Verbesserte Lebensbedingungen für Mensch und Tier. Von Werner Stalder

"Das Projekt nennt sich 'Entschlammung der Sieben Quellen'", sagt Förster Joachim Böhmer vom Forstbetriebsbezirk Materborn, Regionalforstamt Niederrhein und Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Die letzte Entschlammung wurde in den 1980er Jahren mit dem Ziel, den Lebensraum und den Erholungswert zu verbessern, durchgeführt. "Man muss wissen, dass das eine Waldteichanlage ist. Jeden Herbst fällt hier kontinuierlich eine große Menge an Blättern in den Teich hinein, was letztendlich zu einer Verschlammung führt", erläutert Böhmer. Dieses Laub würde sich im Wasser zersetzen, es würden Stoffe freigesetzt, und im Sommer rieche es auch. Dadurch habe die Artenvielfalt gelitten.

Als der Revierförster 2000 nach Kleve kam, habe er noch regelmäßig den Eisvogel gesehen. "Der hier saß, um im klaren Wasser nach Fischen zu suchen", sagt der Förster. Es habe auch jede Menge Stichlinge und Moderlieschen gegeben. Nach den Maßnahmen in 1980 habe man diese ausgesetzt. Es gab zudem sehr viele Frösche. Das alles habe abgenommen nach der letzten Entschlammung vor 35 Jahren.

Für die neue Aktion habe sich der Landesbetrieb Wald und Holz NRW eng mit den zuständigen Sachbehörden, den Unteren Landschafts- und Wasserbehörden, abgestimmt. Man sei fachlich begleitet worden. Vor eineinhalb Jahren habe man mit den Planungen begonnen. "Wir haben den Schlamm auf seinen Schadstoffgehalt untersucht und festgestellt, dass dieser unbelastet ist und auf Freiflächen im Wald, beispielsweise in einer ehemaligen Sandgrube, zur Bodenverbesserung aufgebracht werden kann", sagt Joachim Böhmer. Die vorhandenen Fische, wie Karpfen und Goldorfen, habe man herausgeholt und in andere Waldgewässer gebracht. "Das Wasser wird wieder glasklar sein, zur Freude der Erholungssuchenden und für Fische und Vögel." Wenn Wasser aus den Teichen abgelassen wird, sei immer ein Mitarbeiter des Revierförsters dabei, um Frösche, Kröten und andere Tiere abzufangen. Die Firma Siebers müsse mit dem kleinen und großen Bagger sehr vorsichtig vorgehen, weil im größeren Teich eine Lehmschicht sei, die nicht durchgeschlagen werden dürfe - sonst würde der Teich leer laufen. Nach der Maßnahme wird man die Schäden an den Wegen beseitigen und das vorhandene Totholz, das im Wasser lag, im Flachuferbereich als Lebensraum für Kleintiere wieder einbringen.

Die Gesamtfläche beträgt 2500 Quadratmeter. Die Wasserfläche 1500 Quadratmeter, dazu gibt es zwei Nebenrinnen. Die sieben Quellen verteilen sich im ganzen Bereich. In den 80er Jahren erfolgten die Arbeiten im Sommer. Aus artenschutzrechtlichen Gründen hat man nun im Spätsommer begonnen. "Die Stinkerei im Sommer wird vorbei sein", verspricht der Förster. Fischarten und Kleintiere sind dann besser zu beobachten. Der Träger der Maßnahme ist der Landesbetrieb Wald und Holz NRW als Eigentümer der Sieben Quellen. Der Kreis Kleve hat das Projekt als Kompensationsmaßnahme anerkannt. "Wir bekommen für die Optimierung der Lebensräume Ökopunkte", sagt der Förster. Wenngleich der Förderverein "Walderlebnispfad Sieben Quellen" mit diesem Projekt nicht unmittelbar betroffen ist, so habe deren Vorsitzender Jakob Voß diese Maßnahme immer wieder angemahnt. "Die Attraktivität dieses Naherholungsgebietes wird sich nachhaltig steigern", zeigt sich der Revierförster überzeugt.

Quelle: RP
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