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Kleve
Sinfoniekonzert mit Edvard Grieg und den Glorreichen Sieben

Kleve. Die Musikschulorchester aus den Städten Kleve und Geldern haben sich zu einem opulenten Sommerkonzert zusammengeschlossen. Von Verena Krauledat

Welch eine Vielzahl an musikalischen Nachwuchstalenten der Kreis Kleve zu bieten hat, konnte man beim Sinfoniekonzert der Kreismusikschule in der Klever Stadthalle staunend erleben. Wie bereits seit einigen Jahren Tradition, taten sich die Musikschulorchester aus den Städten Kleve und Geldern zu einem opulenten Sommerkonzert zusammen, nachdem sie dem Programm bei einem gemeinsamen Probenwochenende den letzten Schliff verliehen hatten.

Diesmal stand das Programm unter dem Motto "775 Jahre Stadt Kleve". Moderator Wolfgang Dahms verknüpfte Musik und Bildprojektionen mit historischen Aufnahmen zu einer kurzweiligen Zeitreise durch die Stadtgeschichte.

Den Anfang machten die ganz Jungen: die Sinfonietta der Kreismusikschule Kleve (Leitung Frederik Geene) musizierte einige Streicherstücke, eines in schönem Wechselspiel mit Blockflöten und Gitarre, und eine vollklingende Renaissance-Suite mit Blechbläsern und Pauken.

Anschließend leiteten die beiden Dirigenten Geene (Kleve) und Johannes Hombergen (Geldern) abwechselnd das Sinfonieorchester der Zwölf- bis 20-Jährigen, unter anderem mit Griegs "Halle des Bergkönigs", einem Filmmusik-Medley aus den "Glorreichen Sieben" und Andrew Lloyd Webbers "Phantom der Oper"-Suite. Besonders strahlend gelang der Triumphmarsch aus Giuseppe Verdis Oper "Aida" - imposant geschmettert, inklusive Ferntrompeten vom Balkon.

In Elsas Prozession aus der Wagner-Oper "Lohengrin" kamen die fabelhaften Bläser des Sinfonieorchesters solistisch zur Geltung (Leitung: Ana Carolina Dulcé de Thimm). Präzise, unaufgeregt und durchweg exzellent meisterten die Schlagzeuger ihre teils höllisch schweren Parts. Erfreulich auch das riesige Streichermeer, mit Verve bei der Sache und technisch fit bis in die höchsten Lagen. Aus ihnen hätte man an der einen oder anderen Stelle noch mehr Klangfülle beziehungsweise mehr pianissimo-Zauber herausholen können. Letzteres etwa im Largo aus Antonín Dvoøáks "Sinfonie aus der Neuen Welt", in dem spürbar wurde, dass langsame Sätze zum Schwierigsten überhaupt in der Musik gehören.

Mit der feierlichen Europahymne, Beethovens "Ode an die Freude", schloss das Programm. Das Publikum in der vollbesetzten Stadthalle gab stehende Ovationen und ließ das Orchester erst nach zwei Zugaben von der Bühne gehen. "Lächelt doch mal!", wollte man den jungen Musikern beim Schlussapplaus am liebsten zurufen - verdient hätten sie es sich nach einem so gelungenen Konzert allemal.

Quelle: RP
 
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