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Kranenburg-Wyler
So schön wohnen Flüchtlinge in Wyler

Kranenburg-Wyler. Eine Asylbewerberunterkunft wurde für 275.000 Euro im alten Zollgebäude eingerichtet. Maximal 70 Personen können hier wohnen. Aktuell leben 220 Flüchtlinge in der Gemeinde Kranenburg. Von Werner Stalder

Als im September 2015 im Rat der Gemeinde Kranenburg die Entscheidung fiel, das ehemalige Zollabfertigungsgebäude an der B 9, Hauptstraße 123, in Wyler zu erwerben, um darin Flüchtlinge unterbringen zu können, konnte keiner erahnen, dass durch die Maßnahmen der Bundesregierung jetzt wesentlich weniger Flüchtlinge von den Kommunen aufzunehmen sind. Weder der Bund noch das Land NRW können zur Zeit verlässliche Prognosen für die kommenden Monate abgeben. In Kranenburg geht man deshalb davon aus, dass sich die Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge stabilisieren wird und somit die Belegungsmöglichkeiten der neuen Flüchtlingseinrichtung in Wyler vorerst nicht in vollem Umfang ausgeschöpft werden müssen. Dennoch ist man mit der Flüchtlingsunterkunft in Wyler bestens vorbereitet, wenngleich im Augenblick noch alle Räumlichkeiten unbewohnt sind.

Nach Abschluss der Umbaumaßnahmen hatte Bürgermeister Günter Steins die Mitbürger der Ortschaft Wyler und Wyler-Lagewalde, dazu die Ratsmitglieder aus Kranenburg und dem niederländischen Berg en Dal mit Bürgermeister Mark Slinkmann an der Spitze, zu einer Besichtigung des Gebäudes und aller Einrichtungen eingeladen. Sein Gruß galt dem Ortsvorsteher von Wyler, Klaus van Horrik, dem Architekten Theo Braam, den Mitgliedern des "Runden Tisches" mit dem Koordinator Fred Kahm und den Sprechern der Flüchtlinge und Asylbewerber. Er dankte den Verwaltungsmitarbeitern, Willi Fleskes, Edgar Heinen, Adelheid Bachmann, Claudia Adamczyk, Andreas Hermsen, Hans-Stefan Derksen und Georg Rasch als Hausmeister. "Sie alle haben sich, wie auch die Bauhofmitarbeiter unter Leitung von Heinz Jansen, für die Flüchtlinge in Kranenburg und deren zukünftiges Zuhause engagiert", sagte Steins. Der Bürgermeister unterstrich das Bemühen der Gemeinde, mit der Flüchtlingssituation klar zu kommen. Zur Zeit sind 220 Flüchtlinge in mehr als 25 Wohnungen oder Häusern dezentral untergebracht. "Wir hatten die Chance, dieses Haus zu erwerben. Es erfüllt für maximal 70 Personen den Anspruch an eine humane Unterbringung", sagte Steins.

Die gesamte Maßnahme, einschließlich der Einrichtung, hat 275.000 Euro gekostet. Die Gäste konnten sich bei einem Rundgang von den freundlichen, hellen Räumen mit dem Blick auf das Wyler Meer überzeugen. Im Erdgeschoss und einer weiteren Etage gibt es Schlaf- und Wohnräume für Familien und Einzelpersonen, die mit zweckmäßigen Möbeln eingerichtet sind. Die Nutzfläche ohne Keller beträgt 760 Quadratmeter. Im Keller gibt es Sanitärräume und im gesamten Gebäude drei Küchen und verschiedene Gemeinschaftsräume, beispielsweise je einen Sprach-, Fitness- und Aufenthaltsraum. Auch die Fahrräder finden im Keller einen Platz.

Damit die Kommunikation erleichtert wird, bestehen Anschlüsse für SAT-Fernsehen und Freifunk WLAN. Auf dem 27.500 Quadratmeter großen Grundstück sind ein Spielplatz und ein Sportfeld angelegt. Vor der Tür wurde eine Bushaltestelle der Linie 58 eingerichtet. Eine Querungshilfe wird die Straßenüberquerung erleichtern. Im Bebauungsplan ist ein Sondergebiet, Stichwort "Hotel", noch rechtskräftig. Im Namen der Betroffenen galt der Dank des Verwaltungschefs allen Beteiligten, besonders der Bevölkerung von Wyler "für Ihre Hilfsbereitschaft, Ihr Verständnis und Ihr Mitgefühl." Der "Runde Tisch" zeigte in einem ansprechenden Film seine vielfachen Aktivitäten.

Quelle: RP
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