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Kleve
Sonja Northing startet in den Wahlkampf

Kleve: Sonja Northing startet in den Wahlkampf
Sonja Northing will Bürgermeisterin von Kleve werden und hat große Pläne für die Stadt. FOTO: gottfried evers
Kleve. Die überparteiliche Bürgermeisterkandidatin sucht den Kontakt zu den Bürgern. Sie will ein wirtschaftlich noch attraktiveres Kleve schaffen und hofft, dass so mehr, vor allem junge Menschen in der Stadt bleiben. Von Nicole Scharfetter

Kultur, Wirtschaftspolitik, Bürgerbeteiligung, Verkehr, Kinderbetreuung - in diesen fünf Bereichen will Sonja Northing einiges verändern, wenn die Klever sie am 13. September zur Bürgermeisterin wählen. Die 47 Jahre alte Sozialamtsleiterin geht als überparteiliche Bürgermeisterkandidatin für SPD, FDP und Offene Klever (OK) ins Rennen und hat jetzt mit ihrem Wahlkampf begonnen.

"Ich möchte Kleve bewegen", sagt sie. Nicht nur in Sachen Politik, sondern auch persönlich. "Offen, klar und herzlich" ist ihr Motto: Offen, weil Northing sich vorgenommen hat, den Menschen in ihrer Stadt zuzuhören; klar, "weil ich mit mir im reinen bin und deutliche Aussagen treffe", sagt sie; und herzlich, weil die Kleverin für das Amt mit Freude, Zuversicht und Optimismus kandidiere. "Ich will nicht nur für Kleve die Bürgermeisterin sein", sagt Sonja Northing, "sondern gemeinsam mit den Klevern." Deswegen liegt ihr die Bürgerbeteiligung besonders am Herzen. "Nicht nur im Wahlkampf", wie Northing versichert. Sie verspricht Transparenz, Verbindlichkeit und Verlässlichkeit. "Ich erlebe in Gesprächen immer wieder, dass sich die Menschen nicht gehört fühlen", sagt sie. Ganz gleich, ob es um eine ungepflegte Verkehrsinsel geht oder die geplante und umstrittene Querspange, "die es mit mir nicht geben wird", so Northing.

Gemeinsam mit den Menschen in Kleve will Sonja Northing das Potenzial, das sie in der Stadt sieht, weiter ausbauen. Ganz konkret meint sie damit die Wirtschaft. "Kleve muss für Unternehmen attraktiv sein", sagt sie und plant, Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Grundstücksvermarktung unter einem Dach zu bündeln. Damit es künftig eine Anlaufstelle für Unternehmen gibt. Eine weitere Herzensangelegenheit ist ihr die noch engere Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft. Zu viele, vor allem junge Menschen würden aus Kleve auspendeln. Außerdem bringe eine florierende Wirtschaft mit stabilen Unternehmern Geld in die klammen Stadtkassen. "Dadurch hätten wir wieder Mittel für die Kultur", meint die 47-Jährige.

Zum Beispiel für ein Kulturzentrum, so wie es eines in Nijmegen gibt. "Vielleicht können wir die Stadthalle erweitern oder ein altes Schulgebäude dafür nutzen", sagt Northing, für die Kultur der Schlüssel zu einem besseren Miteinander ist. Sie kann und will einfach nicht mehr hören, dass in Kleve nichts los sei. "Diese Wahrnehmung sollten wir ändern, denn zufriedene Menschen bleiben in Kleve", meint die Bürgermeisterkandidatin.

Wie ein roter Faden zieht sich Northings Wunsch, dass mehr Menschen sich für Kleve entscheiden, durch ihr Wahlkampfprogramm. Auch die bisher sehr unflexible Kinderbetreuung in der Stadt veranlasse viele Menschen dazu, von Kleve wegzugehen. "Das Problem sind vor allem die Randzeiten", weiß Northing. Sie wünscht sich einen Modellversuch, eine KitaPlus, in der die Kinder - auch spontan - zwischen 6 und 20 Uhr betreut werden können. Über die Finanzierung hat sich die Frau, die Stadtoberhaupt werden möchte, auch schon Gedanken gemacht: "Lokale Unternehme können sich als Kooperationspartner beteiligen. Eltern, die bei einem solchen Unternehmen beschäftigt sind, bekommen dann Rabatt."

Schließlich hat sich Sonja Northing auch noch das Thema Verkehr auf die Agenda geschrieben: Sie wünscht sich ein umfassendes Konzept, will keine Insellösungen mehr. Dabei sei der Ausbau des Radwegenetzes gleichermaßen wichtig wie Verbesserungen für Pkw und Busse. Die Bus-Verbindung zu Nijmegen soll beispielsweise optimiert werden, solange der Schienenverkehr ruht.

Sonja Northing will mehr für Kleve: "Ein ,weiter so' reicht nicht." Ihre Ziele hat sie bewusst hoch gesetzt, "und wir gucken, was wir erreichen", sagt sie. Angst vor Uneinigkeit und endlosen Diskussionen zwischen SDP, FDP und OK hat die überparteiliche Kandidatin nicht. Ganz im Gegenteil. "Wir leben schließlich in einer Demokratie", sagt sie. Und als Parteilose kann Northing neutral und diplomatisch vermitteln. Wie diplomatisch die Kandidatin ist, zeigte sie bei der Vorstellung ihres Programms: Bei der Frage zu möglichen Steuererhöhungen angesichts ihrer zum Teil kostspieligen Pläne sagte sie, dass sie erstmal alle Zahlen gründlich prüfen müsse.

Quelle: RP
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