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Kleve
SPD will nur dreizügige Realschule

Kleve. Ausschuss diskutierte über Karl-Kisters-Realschule / FDP stützt Elternwille Von Matthias Grass

Die Karl-Kisters-Realschule soll künftig nur noch drei Eingangsklassen bilden dürfen. Die einst vereinbarte Dreieinhalb-Zügigkeit sei nicht durchsetzbar, sagt Niklas Lichtenberger, Sprecher der SPD, im Schulausschuss. Dreieinhalb-zügig bedeutet, dass es je nach Anmeldungen mal vier Eingangsklassen gibt, mal drei. Die SPD will festlegen, dass die Realschule grundsätzlich nur drei Klassen bildet. "Auch habe die Schule nicht die Räume für eine durchgängige Vierzügigkeit", so Lichtenberger.

Außerdem sei die Schülerzahl für Realschulen landesweit rückläufig, sagt der SPD-Sprecher. Die Diskussion um die Zügigkeit steht vor dem Hintergrund, dass die Politik - und hier nicht nur die Klever SPD - hofft, dass diese Schüler dann die Schülerzahlen der Sekundarschule vergrößern. Dass der Wunsch der Eltern, ihre Kinder auf eine Realschule zu schicken, rückläufig sei, konnte Kisters-Realschulchef Hubert Wanders nicht stehen lassen. Es gebe derzeit weniger Realschulen im Land, weil viele Realschulen in Gesamtschulen umgewandelt worden seien, wie beispielsweise die Realschule an der Hoffmannallee. Tatsächlich sei die Zahl der Eltern, die ihre Kinder an den verbliebenen Realschulen anmelden wollen, ungebrochen hoch, sagt Wanders. Eltern, die dem seit über hundert Jahren bewährten Schulsystem der "realen Bildung" vertrauen, das nach der 10. Klasse mit dem Wechsel auf ein Gymnasium oder Berufskolleg auch zum Abitur führt.

Während die Grünen wie die SPD die Realschule grundsätzlich auf drei Klassen beschränken wollen, beantragte Wolfgang Gebing (CDU), die Dreizügigkeit für die Realschule zunächst nur für das Schuljahr 2017/18 festzulegen. Auch Daniel Rütter (FDP) brach eine Lanze für die Realschule: Man dürfe den Elternwille nicht ignorieren. Es sei nicht Aufgabe der Politik, hier lenkend einzugreifen, ganz im Gegenteil: "Wir sollten Schulen mit größerer Nachfrage auch die dazu nötigen Räume geben, die Eltern sollen frei entscheiden, welche Schulform für ihr Kind die richtige ist, nicht der Schulausschuss."

Auch wenn Lichtenberger auf Gebings Vorschlag einlenkte, der damit eine ganz breite Mehrheit hätte, vertagten Schulausschuss-Vorsitzende Petra Tekath und Bürgermeisterin Northing den Punkt. Man fragt sich, warum er dann überhaupt auf der Tagesordnung stand.

Quelle: RP
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