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Kranenburg
Spielend integriert

Kranenburg: Spielend integriert
Kranenburg. Das Angebot für die Flüchtlinge in Kranenburg ist umfangreich und wird gut angenommen / Familie spendete 2000 Euro Von Werner Stalder

Florida Avdiu aus Albanien überraschte die Mitglieder des 8. Runden Tisches in Kranenburg mit einer sehr guten deutschen Ansprache. Sie dankte als Sprecherin ihrer Gruppe für alle empfangene Hilfe, die sie und ihre 40 Landsleute in Kranenburg erfahren durften. Es leben noch 29 Personen aus Albanien in der Grenzfeste. "Ich hoffe, beim nächsten Runden Tisch noch dabei zu sein", sagte sie. Willi Fleskes, Leiter des Sozialamtes, bemüht sich inzwischen um die Organisation der Ausreise.

Iskandar Makhmudov aus Tadschikistan berichtete, dass in seiner Gruppe eine Mutter mit ihrem sechsjährigen Kind in Nütterden lebt, das Kind in Kranenburg zur Schule geht und von der Mutter täglich im Bus begleitet wird. Seine Frage: "Kann das Kind in Nütterden zur Schule gehen?" Hier wird das Gespräch mit dem Schulamt gesucht. In diesem Zusammenhang wurde angemerkt, dass eine Aufklärung darüber, wo die Asylsuchenden mit ihrem Sozialticket hinfahren dürfen, dringend notwendig wäre. Viele mussten schon erhebliche Strafen bezahlen, weil sie zu weit gefahren waren. Wael Rezkalla aus Ägypten erzählte von einer schwangeren Frau, die nicht genügend Geld habe, um zusätzliche Medikamente, die nicht von der Krankenkasse des Sozialamtes übernommen würden, zu bezahlen. Hier hofft man auf Spenden. Der Vorsitzende der Vinzenzkonferenz Kranenburg, Günther Gendritzki, beschrieb die Arbeit und die Aufgaben seiner Institution. Er hatte eine erfreuliche Nachricht im Gepäck. Die Konferenz habe von einer Familie eine Spende von 2000 Euro erhalten mit dem Hinweis, diesen Betrag der Flüchtlingshilfe zur Verfügung zu stellen. Dafür war der Runde Tisch die richtige Adresse. Außerdem teilte er den Anwesenden die Idee mit, in Kranenburg eine Tafel für Bedürftige zu errichten. Bei dieser Aufgabe könnten eventuell auch Flüchtlinge mitwirken.

Beim Deutschunterricht gibt es neue Unterstützung von deutschen Studentinnen, die in den Niederlanden studieren. Auch im zweiten Trimester wird zur Motivation eine Kaution von zehn Euro kassiert. Jeden Samstag ist in der Waldstraße 1 unter der Leitung von Romal Ghowsi ab 18 Uhr ein Spieleabend. Vornehmlich wird Schach gespielt. Auch Kranenburger Schachspieler sind willkommen. So können Kontakte entstehen, die nicht nur für den Sprachgebrauch von besonderer Bedeutung sind. Auch für Fußball gibt es Angebote. Ein Theaterworkshop mit Romeo Bryant findet Begeisterung. Eine erste Performance ist in der Planung. Es wird ein Raum für einen guten Karambolage-Billardtisch gesucht, der dem Runden Tisch aus Frasselt überlassen wurde.

In sieben Sprachen erscheint der Newsletter, eine Zeitung von Flüchtlingen für Flüchtlinge. Über Arbeitsmöglichkeiten für Zugewanderte soll ein weiteres Gespräch mit der Agentur für Arbeit in Kleve gesucht werden. Computerprobleme lassen sich im Internetcafé, Waldstraße 1, lösen. Zu einem Europatag am 9. Mai ab 19 Uhr an der Homschen Mühle in Niel wurden Kranenburger wie Zugewanderte eingeladen. In der Fahrradwerkstatt von Klaus Jansen helfen zehn Flüchtlinge. 184 Fahrräder wurden bisher verteilt. Am 28. Mai gibt es in Haus Rivendel, Hövel 13, in Kranenburg einen geselligen Nachmittag "Frauen für Frauen" mit Essen, Musik, Lachen und weiteren Aktivitäten. Organisatoren für Wanderungen, Rad- und Rollerskatertouren werden gesucht. Ludwig van der Grinten hofft auf Mitstreiter für ein Reggaefestival auf dem Museumsplatz in Kranenburg. Bürgermeister Günter Steins hat die Bemühungen um eine Beschleunigung des Asylverfahrens noch nicht aufgegeben. Nach einer Absage des Landes NRW wird er das Schreiben dem zuständigen Minister in Berlin vorlegen.

Quelle: RP
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