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Kranenburg
Spielerisch Flüchtlinge integrieren

Kranenburg: Spielerisch Flüchtlinge integrieren
Eine Initiative des "Runden Tisches" : Bürger treffen Flüchtlinge in Kranenburg. FOTO: Gottfried Evers
Kranenburg. 174 Asylbewerber waren Ende Oktober in der Gemeinde untergebracht. Stein-Gymansiasten unterrichten Deutsch. Von Werner Stalder

"Seit dem 12. August haben wir in der Gemeinde Kranenburg 60 Asylbewerber mehr. Am 23. Oktober waren es 174, und bis Weihnachten erwarten wir noch eine dramatische Zunahme", sagte der Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes der Gemeinde Kranenburg, Willi Fleskes, beim jüngsten "Runden Tisch" im Ratssaal der Grenzfeste. Bis jetzt sei eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge möglich. Sie wohnen in folgenden Kranenburger Straßen: Bahnhofstraße, Groesbeeker Weg, Große Straße, Hoher Weg, Alte Dorfstraße, Klever Straße, Krummer Straße, Lessingstraße, Papiermühle, Roghmannstraße, Rosenhaimer Straße, Schwarzwasser und Tiggelstraße sowie in Grafwegen.

Täglich gibt es neue Verhandlungen mit den Wohnungseigentümern zwecks Unterbringung weiterer Personen. Gut wäre es, wenn es sogenannte "Hauspaten" gäbe, die in den Häusern und Wohnungen nach dem Rechten sehen würden und einen freundlichen Kontakt mit den Asylbewerbern unterhalten könnten, war ein Wunsch des "Runden Tisches".

Der erste Raum der Kleiderkammern im Don-Bosco-Heim hat sich als zu klein erwiesen. Inzwischen kann Kleidung auch in den neu angemieteten Häusern untergebracht werden. Die Ausgabe wird über Ein-Euro-Jobs organisiert. Bürgermeister Günter Steins berichtete ausführlich über die Nutzung des alten Zollgebäudes in Wyler, Hauptstraße 121, als Asylbewerberheim. Das Gebäude weise weder Bauschäden noch Feuchtigkeitsschäden auf. Es ist eine Alternative zur Turnhallenbelegung, hat eine gute Busanbindung und kann 50 bis 70 Neuankömmlingen Platz bieten. Nach den notwendigen Umbauarbeiten, die Ende Februar/Anfang März 2016 fertig sein sollen, wird es in dem Gebäude genügend Sanitärräume, drei Küchen sowie Ess- und Aufenthaltsräume geben. Die 20 bis 30 Quadratmeter großen Schlafräume können mit zwei bis fünf Betten belegt werden. Die Betten stellt die Gemeinde, das übrige Mobiliar könnte aus Spenden kommen.

Die beiden Sprecher der Asylbewerber, Sayyed I. Ali und Lucky Ikhuoria Ali gaben die Sorgen der Flüchtlinge wieder. Für die Deutschlehrer ergibt sich durch die hohe Fluktuation, die unterschiedlichen Begabungen und die teils vorhandenen oder gar nicht vorhandenen Deutschkenntnisse eine schwierige Situation. "Der größte sprachliche Erfolg kann allerdings nur durch die tägliche Kommunikation mit freiwilligen Sprachpaten erzielt werden", waren sich die Teilnehmer einig. Um den bisherigen Unterrichtsraum im Jugendheim Trainstop zu entlasten, wird seit kurzem zusätzlich ein kleiner Gruppenraum im Bahnhof genutzt. Dort unterrichten inzwischen auch vier Schüler des Stein-Gymnasiums Kleve. Der Sprecher des "Runden Tisches", Friedhelm Kahm, blickte auf die gelungenen Veranstaltungen "Bürger treffen Flüchtlinge" zurück. Geplant sind wiederkehrende Treffen, das nächste am 11. November, im Cafehaus Niederrhein. Es gibt auch die ersten Paten für Asylbewerber in der Gemeinde. Der "Runde Tisch" wurde bei der Caritas registriert und ein Wegweiser für Flüchtlinge in der Gemeinde Kranenburg erstellt. Es gibt eine Facebook-Seite "Kranenburg-International". Der nächste "Runde Tisch" ist am 25. November.

Quelle: RP
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