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Kleve
Sport Akkerman sucht Nachfolger

Kleve: Sport Akkerman sucht Nachfolger
Trixi Akkerman sähe es gerne, wenn das Sportgeschäft als solches erhalten bliebe. Doch wenn sich niemand findet, würde sie auch anderweitig verpachten - vielleicht auch an einen Gastronomen. FOTO: Evers
Kleve. Die Existenz des traditionsreichen Klever Sportgeschäfts ist bedroht. Der Pächter, die Firma ScSports, wollte mit dem Laden seinen Onlinehandel ergänzen. Das Konzept scheiterte. Findet sich kein neuer Pächter, ist zum 30. April Schluss. Von Marc Cattelaens

Eigentlich hätte Trixi Akkerman mit ihrem Laden in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen feiern wollen. Doch es kam alles anders. Im September 2013 starb ihr Mann Heribert, mit dem sie das Sportgeschäft seit 1986 gemeinsam geführt hatte. Im Sommer 2015 überschrieb Trixi Akkerman ihr Unternehmen an die Firma ScSports, die den Laden unter dem Namen "ScSports und Akkerman" pachtete und weiterführte. Doch die Umsätze waren der Firma nicht hoch genug. Jetzt zieht ScSports die Reißleine. "Wenn wir keinen Nachfolger finden, ist zum 30. April Schluss", verkündet Geschäftsführer Manuel López im Gespräch mit der RP.

Das in Emmerich beheimatete Unternehmen "ScSports" vertreibt online Sportartikel. Als Manuel López und seine Frau Sandra im vergangenen Jahr hörten, dass Sport Akkerman einen Nachfolger sucht, nahmen sie sofort Kontakt mit Trixi Akkerman auf. "Wir hatten uns erhofft, dass der stationäre Handel eine gute Ergänzung für uns wäre. Uns war klar, dass wir viel investieren mussten. Doch die Umsätze haben einfach nicht gereicht. Wir hätten damit leben können, wenn es ein Plus-Minus-Null-Geschäft gewesen wäre. Doch wir mussten oft Geld nachschießen", sagt Manuel López. Im Nachhinein sei es wohl keine gute Idee gewesen, das Unternehmen in Emmerich mit seiner großen Lagerhalle und den Laden in Kleve gleichzeitig betreiben zu wollen. "Das ist sehr zeitintensiv. Man muss ständig vor Ort sein. Das konnten wir nicht leisten", ergänzt Sandra López.

Jetzt sucht das Ehepaar nach einem Nachfolger, der Sport Akkerman übernehmen möchte - am liebsten so schnell wie möglich. Auch Trixi Akkerman sähe es gerne, wenn das Sportgeschäft als solches erhalten bliebe. Doch wenn sich niemand findet, würde sie auch anderweitig verpachten - vielleicht auch an einen Gastronomen, denn der angrenzende "Opschlag" ist bekannt für seine Gaststätten-Szene. Auch den Verkauf des dreistöckigen Hauses, in dem sich eine bereits vergebene Eigentumswohnung befindet, zieht die 61-Jährige in Erwägung.

Sie findet es "schade", dass das Ehepaar López die Idee von einem Online-Handel mit Ladenlokal nicht erfolgreich verwirklichen konnte. "Ich hatte mir da wirklich viel von versprochen. Jetzt geht für mich eine Ära zu Ende", sagt Akkerman. Auch die Skitouren, die Akkerman über Jahre angeboten hatte, wird es bald nicht mehr geben.

Trixi Akkerman war zuletzt auf Stundenbasis bei "ScSports und Akkerman" angestellt. Neben ihrem Arbeitsplatz fallen mittelfristig noch drei weitere weg. Bis September will "ScSports und Akkerman" noch Tennisschlägerbespannung und einen Ski-Service anbieten. Der Räumungsverkauf hat bereits begonnen; das Sortiment wird jetzt schrittweise rabattiert.

Quelle: RP
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