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Tanzsport
Brejpott-Tröpfchen mit viel Herzblut im Karneval unterwegs

Tanzsport: Brejpott-Tröpfchen mit viel Herzblut im Karneval unterwegs
Die Brejpott-Tröpfchen, genauso sportlich wie ihr Prinz. FOTO: Stade
Kleve. Für die Brejpott-Tröpfchen geht gerade eine spannende Zeit zu Ende. Sie haben in den vergangenen Wochen den Klever Prinz "Helmut der Sportliche" zu zahlreichen Auftritten begleitet. Zusammen waren sie mit den Källesse Quecksprengers und den Gardetänzerinnen der Jugendgarde Fidelitas Materborn - natürlich neben den Gardefrauen - das schmucke Beiwerk des Prinzen. Die Vorbereitung darauf betrug für die Tröpfchen Monate. Die Arbeit sollte sich aber lohnen. Von Sabrina Peters

Alles begann vor mehreren Jahren, als bekannt wurde, dass die Kellener Brejpott-Quaker einen Prinzen stellen dürfen. Die Wahl fiel auf RP-Sportredakteur Helmut Vehreschild, der sich damit einen Lebenstraum erfüllte. Vor ungefähr zwei Jahren wurden die Planungen für die diesjährige Karnevals-Session konkreter, in der Vehreschild als Prinz "Helmut der Sportliche" die Narren regierte. Neben den Gardisten, Musikern und weiteren fleißigen Helfern brauchte Vehreschild selbstverständlich auch eine Tanzgarde, die aus seinem Verein, den Kellenern Brejpott-Quakern, kommen sollte. "Die Entscheidung fiel eigentlich relativ schnell auf uns. Aber eine kurze Bedenkzeit brauchten wir schon noch, ob wir das stemmen können", erzählt Lioba Rosenberg, eine der Trainerinnen der Brejpott-Tröpfchen. Letztendlich sei ihnen die Entscheidung jedoch leicht gefallen und sie sagten zu.

Dafür mussten sie einiges in Kauf nehmen. "Normalerweise machen wir nach der Session anderthalb bis zwei Monate Pause, um uns auszuruhen. Da wir im vergangenen Jahr aber unter Zeitdruck standen, haben wir komplett durchgemacht", berichtet Rosenberg. Die zwei neuen Tänze, ein Garde- und ein Showtanz, mussten schließlich bis zur Prinzenproklamation im November fertig und aufführbar sein. Als echte Karnevalsliebhaber nahmen die Brejpott-Tröpfchen das für ihren Prinzen aber gerne in Kauf. "Wir sind eine Tanzgruppe aus jungen Frauen, die mit viel Herzblut bei der Sache sind", sagt Rosenberg.

Bei ihren Auftritten merkt der Zuschauer auch, mit wie viel Liebe zum Detail sie ihre Tänze vorbereiten und darbieten. Alles ist dabei selbst entworfen. "Wir drei Trainerinnen überlegen uns zu Beginn die neuen Schritte, die dann den Tanz ergeben und das Schlussbild", so Rosenberg. Auch die 24 Tänzerinnen bringen sich dabei ein und geben Vorschläge für Teile des Tanzes, der dann über Wochen hinweg immer weiter bearbeitet wird.

Im Showtanz werde zusätzlich jedes Jahr ein neues Motto ausgewählt, das die Tänzerinnen dann bis Aschermittwoch und darüber hinaus bei den anschließenden Tanzturnieren begleite. In diesem Jahr wollen die Brejpott-Tröpfchen, die bei Tanzturnieren schon mehrfach auf dem Treppchen standen, wegen der anstrengenden vergangenen Wochen diesbezüglich allerdings etwas kürzer treten. "Es sind zurzeit zwei Tanzturniere geplant. Aber wir wissen noch nicht genau, ob wir sie auch wahrnehmen", erklärt Rosenberg. Tanzen solle eben Spaß machen und keine Qual sein.

In den vergangenen Wochen tanzten sie ihre Tänze ohnehin häufiger als sonst. Neben ihren Auftritten auf den drei Sitzungen der Brejpott-Quaker, als sie bei den Auftritten des Prinzen von der Jugendtanzgarde der Fidelitas Materborn vertreten wurden, zeigten sie ihre Tänze auch auf einigen Veranstaltungen und Sitzungen der anderen Vereine, wo sie mit Prinz Helmut zuvor einmarschierten. All das musste gut durchorganisiert werden. "Wir brauchen immer etwas Zeit, um uns vor den Auftritten aufzuwärmen. Diese Zeit musste in die Zeitpläne mit eingebaut werden", verrät Rosenberg.

Da dies aber nicht immer funktionierte und um eine zu hohe Belastung zu vermeiden, musste der Auftritt des Prinzen auch schon mal ohne eine zusätzliche tänzerische Vorführung auskommen. Dazu studierten die Brejpott-Tröpfchen auch noch eine Darbietung gemeinsam mit den Gardisten ein, die sie zuvor auch selbst zusammengestellt hatten. Weiterhin dachten sie sich zu dem von Anja van den Boom gesungenen Prinzenlied einen Tanz aus, der zu Prinz Helmut und dem Text passte. Und mit dem sie für gute Laune bei den Terminen in den vergangenen Wochen sorgten.

Die gute Laune versprühte aber nicht nur der Prinz mit seiner Garde, sondern auch das Publikum, die Helmut, seinen Gardisten, dem Musikzug und den Tänzerinnen auf der Bühne sehr viel zurückgaben. "Man kann gar kein Highlight rauspicken. Jeder einzelne Termin war ein Highlight. Ob es die Kinder in den Kindergärten waren, die uns mit leuchtenden Augen begrüßten, die Senioren in den Altenheimen oder auch die vielen Sitzungen waren. Alle haben sich so gefreut", erzählt Rosenberg mit spürbarer Dankbarkeit.

Gerne hätten sich alle gestern auch noch einmal den Klevern Karnevalisten beim Rosenmontagszug gezeigt, wo die Tänzerinnen als Fußgruppe vor dem Prinzen mitgelaufen wären. Die Trauer über die Absage war zwar groß, die Erinnerungen an die vergangenen Wochen überwiegen aber. Aus vielen einzelnen Karnevalisten sei in dieser Zeit eine große, liebgewonnene Gemeinschaft geworden, alle haben den Stress gerne auf sich genommen. Für Rosenberg steht daher auch außer Frage: "Ich würde es sofort wieder machen."

Quelle: RP
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