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Lokalsport
C-Liga-Urteile: Sperren, Geldstrafen und Spiel-Wiederholung

Kleve. In der Fußball-Kreisliga C war es im Ligaspiel zwischen DJK Rhenania Kleve II und BV DJK Kellen III zu einem Platzsturm, dem Spielabbruch und mehreren Tätlichkeiten gekommen. Nach einer Notbremse sah Rhenania-Spieler Oliver van Well die rote Karte. Kurz darauf aber war er vom gefoulten Kellener Spieler, der namentlich nicht genannt werden möchte, zu Fall gebracht worden. In Folge dessen stürmten Anhänger beider Mannschaften das Feld, ein Kellener Anhänger versetzte zudem Rhenania-Mittelfeldspieler Stefan Ingensand einen Faustschlag, der daraufhin bewusstlos zu Boden ging und sich im Krankenhaus behandeln ließ. Der an diesem Tag unglücklich agierende Schiedsrichter brach das Spiel daraufhin ab und überließ die Ordnung der Geschehnisse auf dem Platz der Polizei. Rhenanias Schatzmeister Matthias Fischböck, der die Vorgänge selber vom Platzhaus aus verfolgte, erklärte zu den Tumulten: "Ich sehe ganz deutlich, dass die Initialzündung dieses Platzsturmes von Kellen ausging." Nun hat die Spruchkammer um Bernd Krieger am Donnerstagabend nach einer dreistündigen Anhörung der Beschuldigten und Zeugen ein Urteil gefällt. Die Spruchkammer des Kreises Kleve-Geldern beschloss, das Spiel, das beim Stand von 4:3 für Kellen abgepfiffen worden war, unter Kreisaufsicht neu anpfeifen zu lassen. Damit sprach sich die Kammer gegen den Antrag von David Thyssen aus, der im Spiel gegen Rhenania zwischen den Pfosten stand und sich gegen eine Spielwiederholung ausgesprochen hatte: "Wir sollten das Spiel nicht wiederholen, da nun endlich Ruhe einkehren muss. Das Spiel müsste mit 4:3 für Kellen gewertet werden."

Oliver van Well wurde dem Urteil nach aufgrund der Notbremse eine Sperre von sechs Spielen verhängt. Von dem Vorwurf der Handgreiflichkeit wurde er freigesprochen. Stattdessen war der gefoulte Kellener wegen anschließender Tätlichkeit an van Well mit einer Pause von sechs Wochen bedacht worden. Ein Fan der Gäste-Mannschaft, der sich über van Well gebeugt und auf ihn eingeschlagen hatte, erhielt eine Sperre von sieben Monaten, da er mit Vorsatz handelte. Auch der Faustschlag gegen Ingensand, der sich im Krankenhaus behandeln lassen musste und Strafanzeige stellte, hat für Kellen empfindliche Konsequenzen: Zwar ist der Anhänger nicht Mitglied des Vereins, da er allerdings offensichtlich Fan des Kellener Teams war, muss der Verein sein Verhalten verantworten und erhielt daher eine Geldstrafe von 300 Euro. "Stefan Ingensand stellt sich schützend vor van Well, als er den Faustschlag erhält. Wahrscheinlich war der nicht einmal direkt gegen ihn gerichtet, sondern einfach willkürlich in die Menge gezielt", sagte Rhenania-Zeuge Andreas Ingensand. Kellens Vorsitzender Gerd-Udo Neuenfeldt kündigte allerdings an, gegen dieses letztgenannte Urteil in Berufung zu gehen. Der 20-jährige Schiedsrichter des Spiels gab zu Protokoll, zwar das Foul geahndet zu haben, von den weiteren Vorgängen aber keine Kenntnis genommen zu haben. Da der Anhang von Rhenania Kleve ebenfalls den Platz stürmte, muss auch der Gastgeber der Partie eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro verrichten. Wegen des Fehlens eines Ordnungsdienstes kommen auf Kleve weitere Kosten zu. "Mit herausragendem Sportsgeist hat sich hier keine Mannschaft hervorgetan. Leider steht hier Aussage gegen Aussage und können die Zeugen nicht objektiv sein", sagte van Well während der Verhandlung.

(mo)
 
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