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Lokalsport
Dem "Schweinchen" auf der Pelle

Lokalsport: Dem "Schweinchen" auf der Pelle
Nachdem jeder Teilnehmer seine Kugeln platziert hat, wird Maß genommen, um die genaue Entfernung zur kleinen rötlichen Zielkugel zu ermitteln. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Die Zielkugel beim Boule wird auch "Schweinchen" genannt. Der Klever Boule-Club hat sich das Ziel gesetzt, das Spiel populärer zu machen. Doch die Mitglieder können nur bei gutem Wetter trainieren. Gesucht wird eine Winterbleibe. Von Sabrina Peters

Der Boule-Club Kleve (BCK) ist seit sieben Jahren in der Schwanenstadt aktiv und stellt drei Mannschaften. Im Winter ist der Trainingsbetrieb stark eingeschränkt, da die jetzige Halle in Goch abgerissen wurde. Die Suche nach einer Lösung gestaltet sich schwierig. Wenn andere Sportarten in den kommenden Wochen ihre Ruhephase einlegen, beginnt für die Boule-Spieler ihre Hauptsaison. Dann treffen sich die Sportler des Boule-Clubs Kleve zweimal wöchentlich für ein meistens mehrstündiges Training am Schwanenhof in Bedburg-Hau.

Die Boule-Leidenschaft erweckte in der Schwanenstadt im Jahr 2008, als mehr als 20 Sportler, die sich auf dem heutigen Draisinen-Bahnhof in der Klever Unterstadt bereits seit längerer Zeit regelmäßig trafen, um Boule-Partien zu spielen, den Verein Boule-Club Kleve gründeten. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Sportbegeisterte angesprochen, die sich dem Verein und damit auch der Sportart Boule anschlossen. Heute umfasst der Verein 44 Mitglieder und besitzt drei Mannschaften - eine in der Bezirksklasse und zwei in der Kreisklasse.

Doch in seiner eigentlich noch kurzen Vereinsgeschichte musste der BCK schon zweimal umziehen. Nach dem die USK 2008 einen Boule-Platz am Klever Draisinen-Bahnhof errichtete, wurde dieser schnell zu klein. Durch einen glücklichen Umstand konnte die heutige, größere Spielstätte am Schwanenhof gefunden werden, die für einen Trainingsbetrieb auch ausreichend Platz bietet.

Im Winter allerdings stehen die Klever vor einem Problem. "Wir spielen so lange das Wetter gut ist", erklärt Klaus Spickermann, Sportwart des Vereins. Doch bei eisigen Temperaturen, Regen oder Schnee müssen die Frauen und Männer umziehen. Bislang konnten sie dann in der Halle des Gocher Boule- Clubs "Pétanque Freunde Goch" mittrainieren. Die Halle wurde nun aber abgerissen, da dort ein Mehrfamilienhaus gebaut wird. Die beiden Vereine sind somit in der Winterzeit jetzt obdachlos und müssen ihr Training in diesen Monaten einschränken.

Im siebten Jahr ihres Bestehens würde der Boule-Club Kleve gerne eine eigene alte Halle oder Scheune anmieten. "Aber dazu haben wir momentan einfach zu wenig Mitglieder, die das finanzieren könnten. Das Ziel liegt damit für uns in weite Ferne", sagt Spickermann. Dabei habe er schon über Kooperationen mit anderen Boule-Vereinen, die sich in den letzten Jahren im Kreis Kleve gründeten, nachgedacht. Die nächste Halle, die die Vereine im Winter nutzen könnten, liegt nämlich mehr als 20 Kilometer weit weg in Holland und ist im näheren Umkreis auch die einzige. Deshalb wäre es wieder gut, wenn der Kreis Kleve eine Winter-Boule-Halle zurück bekäme. "Mit mehren Vereinen könnte man sich die Miete ja teilen", erklärt Spickermann. Doch bisher habe sich diesbezüglich nie etwas ergeben. Eine weitere Alternative wäre daher, dass der Boule-Club Kleve eine preiswerte Räumlichkeit angeboten bekäme, dessen jährliche Miete für die Mitglieder tragbar wäre.

Der Klever Verein freut sich aber auch über jeden neuen Gast auf ihrer Boule-Anlage am Schwanenhof in Bedburg-Hau. "Egal, ob jemand einmal im Monat oder zweimal die Woche kommt, bei uns wäre jeder willkommen", sagt Spickermann, der vor mehr als 30 Jahren im Frankreich-Urlaub mit dem Boule-Sport in Berührung kam und sofort fasziniert war. Es gefiel ihm so sehr, dass er sich zurück am Niederrhein Gleichgesinnte gesucht hat.

"Damals war der Kreis Kleve und Umgebung im Boule-Sport noch ein weißer Fleck", erklärt Spickermann, der sich erst im Jahr 2001 dem Gocher Verein und im Jahr 2009 dann dem Klever Verein anschloss. Seither nimmt der mittlerweile erfahrene Boule-Spieler auch an Turnieren und Wettkämpfen teil und möchte die Faszination des Kugelsports gerne an Interessierte im Klever Boule-Club und auf den Trainingsplätzen des Schwanenhofs in Bedburg-Hau weitergeben. Und immer lautet die Devise: Wer kommt dem Schweinchen am nächsten?

Quelle: RP
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