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Tennis
"Den Bezirkstitel widme ich meinem verstorbenen Vater"

Tennis: "Den Bezirkstitel widme ich meinem verstorbenen Vater"
Georg Verhoeven, Tennis-Bezirksmeister bei den Herren 50. FOTO: Privat
Kleve. Georg Verhoeven triumphierte bei den Bezirksmeisterschaften auf der Tennisanlage des TC Blau-Weiß Neuss. Als "Underdog" sicherte er sich bei seiner ersten Endspiel-Teilnahme überraschend den Titel in der Altersklasse der Herren 50. Für den Spieler des Uedemer TC ist es der größte Erfolg in seiner Karriere. Der frisch gekürte Bezirksmeister berichtet, weshalb dieser Triumph für ihn eine so besondere Bedeutung hat.

Sie sind bei weitem nicht als Favorit in das Turnier gestartet.

GEORG Verhoeven: Das ist richtig. Ich war mit der Leistungsklasse 10 nicht einmal gesetzt, da vier Teilnehmer in meiner Altersklasse mit einer besseren Leistungsklasse am Start waren. Zudem war meine Konkurrenz mit 26 Teilnehmern zahlenmäßig am stärksten besetzt. Ich musste daher insgesamt fünfmal nach Neuss fahren.

Sie sind in den ersten Runden zu recht einfachen Siegen gekommen. Im Viertelfinale trafen Sie auf den Favoriten Ralf Balve (Leistungsklasse 7). Wie lief das Spiel?

Verhoeven: Den ersten Satz verlor ich leider knapp, führte dann im zweiten mit 4:0 und durfte plötzlich und zu dem Zeitpunkt völlig überraschend den Glückwunsch des Gegners entgegennehmen. Balve verspürte ein Zwicken in der Wade und musste aufhören.

Wie ging es dann weiter?

VERHOEVEN Im Halbfinale traf ich auf Ralf Knappe (Leistungsklasse 9). Das Match war sehr eng. Nach 6:4 und 5:7 musste ich in den Match-Tiebreak und gewann diesen mit 10:6. Im Finale schließlich wartete Ralf Aigner (Leistungsklasse 8). Er begann sehr aggressiv, setzte mich bereits mit den Returns unter Druck. Ich fand dagegen zunächst nicht das richtige Mittel und verlor den ersten Satz mit 4:6. Langsam fand ich in das Spiel hinein und konnte mit großer Laufbereitschaft, präziseren Bällen und dem nötigen Glück den zweiten Satz mit 6:4 gewinnen. So musste also auch hier der Match-Tiebreak entscheiden. Der lief gut für mich, ich behielt mit 10:7 die Oberhand.

Welche Bedeutung hat der Erfolg für Sie?

Verhoeven: Das ist sicherlich mein größter Erfolg im Einzel. Mit den Mannschaften der Klever Tennisvereinigung und des Uedemer TC konnte ich schon zahlreiche Aufstiege feiern, und ich war auch schon mehrmals Einzel-Kreismeister bei den Herren B, aber ein Bezirksmeistertitel hat da schon ein anderes Gewicht. Immerhin erstreckt sich der Bezirk von Emmerich bis Mönchengladbach und umfasst die Tenniskreise Kleve, Krefeld, Mönchengladbach, Moers, Viersen und Neuss. Zudem war am Turniermittwoch der fünfte Todestag meines Vaters, der meinen drei Geschwistern und mir vor 38 Jahren die ersten Schritte im Tennis beibrachte. Ihm habe ich meinen Sieg gewidmet.

Wie kam es dazu, dass Sie erst jetzt zum ersten Mal an den Bezirksmeisterschaften teilgenommen haben?

Verhoeven: Ich bin im vergangenen Jahr 50 geworden und habe überlegt, wie ich meine Freizeit sinnvoll nutzen kann. Da habe ich mir vorgenommen, mich fit zu halten, um als junger Teilnehmer in der neuen Altersklasse vielleicht einen Fitness-Vorteil zu haben. Die Rechnung ging ganz gut auf, so dass ich mich am Ende neben dem Titel über einen 60-Euro-Gutschein eines Sportfachgeschäftes freuen konnte.

Sie haben einige interessante Eindrücke bei dem Turnier gesammelt. Welche waren das?

Verhoeven: Es war zunächst einmal sehr schön, auf der Anlage eines amtierenden Bundesligisten Tennis spielen zu dürfen. Zeitgleich fand in der benachbarten Sporthalle ein großes Jugend-Handballturnier statt, welches ebenfalls für eine besondere Atmosphäre sorgte, da die Jugendlichen sich oft rings um die Tennisanlage aufwärmten. Der Turniersamstag war zudem gewürzt durch den letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga, der auf der benachbarten Anlage des HTC Schwarz-Weiß Neuss auf einer Leinwand zu verfolgen war. Am Endspieltag schließlich konnte ich bei bestem Wetter selbst noch viel Tennis sehen, da mein Spiel bereits für 10 Uhr angesetzt worden war, die Endspiele aller 17 Konkurrenzen aber bis etwa 16 Uhr liefen, bevor dann die Siegerehrung stattfand.

SABRINA PETERS FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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