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Der lästige Konkurrent am Boden

Lokalsport: Der lästige Konkurrent am Boden
Hombergs Torwart Philipp Gutkowski kann sich strecken, wie er will: Der Freistoß von Kleves Niklas Klein-Wiele (nicht im Bild) landet zum 1:1 im VfB-Tor. FC-Angreifer Maurice Rybacki (Nummer 9) muss nicht mehr eingreifen. FOTO: Micha Korb
Kleve. Fußball-Landesliga: Nach dem 3:1-Sieg im Spitzenspiel beim VfB Homberg sind die Chancen auf die Meisterschaft für den 1. FC Kleve gestiegen. Mehr aber auch nicht. Von Sabrina Peters

Beim Schlusspfiff des Fußball-Landesliga-Topspieles beim VfB Homberg fiel die Anspannung von Thomas von Kuczkowski, Trainer des 1. FC Kleve, sichtlich ab. Er rannte zu seinen Spielern, umarmte und beglückwünschte sie zum 3:1-Sieg. Es war ein ganz anderes Bild als noch zu Beginn der Partie. Erst spät betrat von Kuczkowski am Montagabend vor dem Anpfiff den Homberger Rasen und wirkte bereits zu diesem Zeitpunkt angespannt. Das sollte sich auch in den ersten Spielminuten nicht legen. "Wir haben am Anfang Nervosität gezeigt", gab Kleves Innenverteidiger Patrick Braun später zu.

Für die Schwanenstädter stand schließlich viel auf dem Spiel. Für 24 Minuten - in der Zeit zwischen dem Gegentor und dem Ausgleich durch Niklas Klein-Wiele - waren die Rot-Blauen am Ostermontag nicht mehr Tabellenführer.

Mit einer leidenschaftlichen Leistung kämpften sie sich jedoch zurück in die Partie. Einer, der das Topspiel inmitten einer Rekordkulisse von 1051 Zuschauern auf der Homberger Tribüne aus miterlebte, war Kleves derzeit verletzter Kapitän Fabio Forster. Er sei anfangs selbst nervös gewesen, gestand der 24-jährige. "Um ehrlich zu sein, wurde ich mit dem Rückstand etwas ruhiger. Beim ersten Ereignis weiß ich, dass ich nichts mehr für die Jungs tun kann", sagte Forster. Der Ausgleich noch vor der Pause sei jedoch wichtig für das Team des Spitzenreiters gewesen. "Sonst wäre es vermutlich noch schwerer geworden, die Partie zu drehen", meinte Forster, der seinen Mitspieler von der Tribüne aus mehrere Anweisungen zurief.

Sorge, dass die Klever das Spiel noch mal aus der Hand geben würde, habe er nach dem Führungstreffer lediglich während der kurzen Spielunterbrechung wegen eines aufziehenden Gewitters gehabt. Zu diesem Zeitpunkt in den zweiten 45 Minuten waren die rot-blauen Gäste die spielbestimmende Mannschaft. Ebenso wie Trainer Thomas von Kuczkowski befürchtete allerdings auch Forster, dass diese kurze Unterbrechung den Schwanenstädtern ihren Lauf nehmen könnte.

Die Sorge, so stellte sich später heraus, war aber unbegründet. Mit zunehmender Spieldauer wurde auch von Kuczkowski am Seitenrand ruhiger, auf dessen Schultern jedoch zunächst eine riesige Last lag. Die verschenkten Punkte am vergangenen Gründonnerstag beim 1:1 gegen VfB Speldorf hatten auch beim Coach Spuren hinterlassen, weshalb er sich über die Ostertage Rat von außerhalb holte. "Ich bin ein noch junger und teilweise auch noch unerfahrener Trainer. Deshalb habe ich mir von einem derzeit im Urlaub weilenden Trainer psychologische Tipps geholt. Ich war schließlich noch nie in so einer Situation", sagte "Kucze", der sich für die hilfreichen Ratschläge bei diesem Coach nochmals bedanken wollte.

In die nächsten Partien, besonders in das Kreisderby am kommenden Sonntag gegen den SV Straelen, gehen die Schwanenstädter nun etwas gelassener. "Ich hoffe, dass uns dieser Sieg wieder das nötige Selbstbewusstsein zurückbringt", sagte Braun unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Forster war dagegen bereits davon überzeugt. "Ich freue mich auf die nächsten Partien. Leider sind es ja nur noch zehn", so Forster mit einem Lachen im Gesicht.

Der VfB Homberg warf dagegen nach der Niederlage im Topspiel die Flinte nicht ins Korn. "Die Klever werden nicht alle ihre restlichen zehn Begegnungen gewinnen. Wir sind weiterhin der Jäger, müssen jetzt gut regenerieren und vor allem unsere Kräfte bündeln", war VfB-Trainer Stefan Janßen bereits am Montagabend schon wieder kampfbereit.

Quelle: RP
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