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Mit "hajo" Peters Und Fabio Forster
"Der Stachel dürfte auf Klever Seite tief stecken"

Mit "hajo" Peters Und Fabio Forster: "Der Stachel dürfte auf Klever Seite tief stecken"
Fabio Forster, 1. FC Kleve. FOTO: Evers
Kleve. Für "Hajo" Peters (Viktoria Goch) und Fabio Forster (1. FC Kleve) macht neben anderem die zu erwartende große Kulisse das Besondere an dieser Begegnung aus.

Was können die Zuschauer am Sonntag erwarten?

Heinz-Josef Peters (Kapitän Viktoria Goch): Ich denke, es wird wie zuletzt häufig ein kampfbetontes und spannendes Spiel werden mit einer gewissen Brisanz. Letzteres liegt an unserer guten Bilanz mit zuletzt drei Derbysiegen. Von daher dürfte der Stachel auf Klever Seite tief stecken.

Heinz-Josef "Hajo" Peters, Viktoria Goch. FOTO: Evers

FABIO FORSTER (Kapitän des 1. FC Kleve) Diese Spiele waren immer knapp, egal wie der Tabellenstand war. Die jetzige Situation, wir Erster und Goch nicht endgültig gerettet, macht das Derby noch außergewöhnlicher. Darüber hinaus ist Goch eine Mannschaft, die über den Kampf kommt. Wir hingegen wollen vieles spielerisch lösen. Von daher wird das morgen Nachmittag eine Gradwanderung werden. Gewürzt mit einigen giftigen Zweikämpfen, aber das gehört dazu.

Warum ist dieses Spiel, wenn man die geografische Nähe mal außer Acht lässt, so etwas Besonderes?

Peters Wir spielen ja nicht nur gegen Kleve, sondern auch gegen den Tabellenführer. Das ist für uns generell ein attraktives Spiel, in dem wir erst mal befreit aufspielen können. Das Besondere ist natürlich die seit Jahren bestehende Rivalität, die ich als Gocher schon lange kenne. Häufiger hört man, wenn wir nicht gewonnen haben: "Hauptsache ihr gewinnt gegen Kleve." Besonders ist natürlich auch, dass sich viele Spieler untereinander kennen. Einige haben schon in der Jugend zusammen gespielt, und manche schon unter FC-Trainer Thomas von Kuczkowski trainiert. Ich stand ja auch schon unter anderem mit Poli Minas, Patrick Braun und Pierre Wetzels in einer Mannschaft. Da kennt man sich natürlich gut. Die Derby-Kulisse macht das Spiel natürlich auch zu etwas Besonderem. Du spielst einfach viel lieber vor 500 Zuschauern als vor 80.

Forster Seit Tagen freuen wir uns auf dieses Spiel. Allein schon wegen der zu erwartenden Kulisse. Darunter auch viele unserer Fans, die enorm begeisterungsfähig sind und sehr schnell merken, wenn wir gut drauf sind. Die Reaktion unserer Anhänger überträgt sich auf den Platz und motiviert uns dann auch noch mal. Und dann gibt's natürlich die unterschiedlichsten privaten Duelle. Man kennt sich untereinander, einige haben sogar schon zusammen gespielt. Da willst du erst recht zeigen, dass du im besseren Team spielst.

Welche Stärken und Schwächen sehen Sie beim Gegner?

Peters: Kleve besitzt ein stabiles und ausgeglichen besetztes Team. In jedem Mannschaftsteil hat es Spieler, die die die Partie entscheiden können. Besonders stark sind sie vorne. Was dadurch deutlich wird, dass sie in fast jedem Spiel treffen. Auch hinten stehen sie mit ihrer individuellen Klasse gut. Aber wir haben schon gezeigt, dass sie zu schlagen sind. Wenn wir im gegnerischen Strafraum sind, können wir auch gegen sie ein Tor machen - das war jedoch zuletzt in der Liga unser Problem. Trotzdem sind wir kein Gegner, den Kleve in Normalform klar schlägt, wenngleich die Favoritenrolle auf FC-Seite liegt.

Forster Ein Blick auf die Tabelle verrät einiges: Die Gocher haben bislang nur wenige Tore kassiert, umgekehrt aber auch noch nicht so viele erzielt. Trotzdem besitzen sie eine gute Mannschaft mit super Spielern. Wir müssen versuchen, dass wir mit unserer Offensive die starke Gocher Defensive zu Fehlern zwingen und diese dann nutzen.

Welchen Spielern trauen Sie zu, dass sie in einem engen Spiel den Unterschied ausmachen?

Peters An unserer Rückrunde sieht man, dass wir nur gut aussehen, wenn wir als Mannschaft kompakt auftreten. Da ist es letztendlich egal, wer den Ball über die Linie drückt. Wenn er einen guten Tag hat, kann Tim Janz aber schon eine entscheidende Rolle verkörpern.

Forster Spontan fällt mir Pascal Hühner ein, der schon viele Treffer erzielt hat und immer Torchancen herausarbeitet. Aber auch Tobias Gorgs, Niklas Klein-Wiele und Mike Terfloth können immer einen spiel-entscheidenden Schuss abgeben. Doch richtig stark sind wir erst als Mannschaft.

Auf der Torhüterposition sind die Unterschiede besonders auffällig. Auf Gocher Seite der erfahrene Sascha Horsmann, im Gegensatz dazu der talentierte, aber noch nicht so erfahrene Raven Olschewski. Könnte das Auswirkungen haben?

Peters Für Olschewski ist es das erste Derby. Horsmann, der für mich zu den besten Torhütern der Liga gehört, hat schon mehrere bestritten. Daher sehe ich uns mit Horsmann etwas im Vorteil. Allerdings haben wir in den Derbys bisher nur gegen Poli Minas gespielt. Daher kann ich Olschewski nicht so einschätzen.

Forster Wir vertrauen Olschewski zu hundert Prozent. Er hat ja nicht nur bei seinen Einsätzen in der Rückrunde gute Leistungen gezeigt, sondern unterstreicht seine Klasse bei jedem Training. Mit Horsmann habe ich noch in Kleve zusammen gespielt und weiß, dass er ein Top-Torhüter ist. Aber Olschewski hat beim Rückrunden-Auftakt in Mönchengladbach gezeigt, dass er Druck aushalten kann. Deswegen sehe ich nicht unbedingt einen Vorteil für Horsmann.

Welche Bedeutung hat der Spielausgang für den Rest der Saison?

Peters Ein Sieg im Derby könnte uns für den Schlussspurt das nötige Selbstvertrauen geben, das uns eine Woche später in Mönchengladbach schon helfen könnte. Zudem sind wir in der Rückrunde mit zwei Siegen und zwei Unentschieden noch ungeschlagen. Diese Serie wollen wir unter allen Umständen verteidigen.

Forster In der Hinrunde habe ich bei der Mannschaft vor und nach dem Derby keinen Unterschied bemerkt. Trotzdem haben wir nach dem verlorenen Derby nur noch gegen Broekhuysen gewonnen. Da hat man gesehen, dass das Spiel gegen Goch ein Schlüsselspiel sein kann. Durch einen Sieg könnten wir unfassbar viel Selbstbewusstsein tanken. Das brauchen wir aber auch, da wir uns keinen Ausrutscher mehr erlauben können.

Haben Sie einen schönsten Derbymoment aus der Vergangenheit?

Peters: Das Elfmeterschießen im vergangenen Jahr im Finale um den Kreispokal. Das Gefühl nach dem letzten Elfmeter von Lukas Ernesti, als wir dann gewonnen hatten, war schon mein schönster Derbymoment. Weil es auch ein typisch enges Spiel war mit Verlängerung und Elfmeterschießen. Das zu gewinnen, war vom Gefühl her genial.

Forster: Direkt mein erstes Derby, nachdem ich von Hö./Nie. nach Kleve kam. Damals gewannen wir 3:1, ich habe zweimal getroffen, Pascal Hühner erzielte das dritte Tor. Das war eine tolle Statistik und ein klasse Moment, an den ich mich gerne erinnere. Wir hatten nach dem Spiel noch eine super Zeit im Vereinsheim. Die letzten drei Spiele konnten wir gegen Goch ja nicht gewinnen, aber so eine Feier wie damals würde ich morgen gerne wiederholen.

SABINA PETERS FÜHRTE DAS GESPRÄCH .

Quelle: RP
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