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Leichtathletik
Dominic Büning dominiert den Hürdensprint

Leichtathletik: Dominic Büning dominiert den Hürdensprint
Mit viel Biss, Schnelligkeit und guter Technik bewegt sich Dominic Büning über die 84 Zentimeter hohen Hindernisse. FOTO: Wolfgang Birkenstock
Kleve. Titel und drei Bestmarken: Der Leichtathlet von LA Nütterden stahl bei den NRW-Jugendmeisterschaften seinem älteren Bruder Adrian die Show. Die nächsten Höhepunkte warten schon. Beide starten in ihren Altersklassen bei den Deutschen Meisterschaften. Von Reinhard Pösel

Das Wattenscheider Lohrheidestadion bot den NRW-Jugendmeisterschaften eine prima Bühne, um sich mit Athleten aus nahezu allen Teilen Nordrhein-Westfalens zu messen. Für viele Aktiven waren die Titelkämpfe nach den Meisterschaften in den Landesverbänden der Höhepunkt der Saison. Nicht so für die Geschwister Adrian und Dominic Büning - der zuerst Genannte ist in diesem Jahr 16 Jahre alt geworden und gehört dem jüngeren von zwei Jahrgängen der U18-Jugend an, der andere ist ein Jahr jünger und befindet sich im letzten Jahr der A-Schüler (M 15). Beide starten für Leichtathletik Nütterden, werden von ihrem Vater Marcus trainiert und haben sich mit dem Dreisprung und Hürdensprint nicht unbedingt die einfachsten Disziplinen aus dem leichtathletischen Angebot ausgesucht. Dennoch haben sie sich unerwartet schnell in ihren Disziplinen zu festen Größen entwickelt, an der die Konkurrenz wie auch die Kadertrainer nicht mehr vorbeisehen können.

Bei den Sportfesten und Meisterschaften zu Beginn der Freiluftsaison unterboten sie in beeindruckender Manier die vom Deutschen Leichtathletikverband geforderte Norm, die zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften berechtigt. Von daher war für die Büning-Brüder Wattenscheid nicht nur ein Meisterschaftstermin, bei dem sie möglichst gut abschneiden wollten, sondern mit Blick auf die DM gleichzeitig eine Standortbestimmung auf hohem Niveau.

Den Vogel im Lohrheidestadion schoss der Jüngere der beiden Geschwister ab. Im Dreisprung und 80-Meter-Hürdensprint lieferte der 15-Jährige Leistungen ab, die seinen Vater und Trainer bei der Beurteilung zu Superlativen greifen ließ. "Was Dominic über die Hürden gezeigt hat, war gigantisch", sagte Marcus Büning. Die Technik, mit der sein Jüngster die sieben Hürden überlief und die Sprint-Schnelligkeit zwischen den Hindernissen haben den Trainer überrascht. "Das war ein super-technischer Endlauf", für den sich Dominic Büning in 11,22 Sekunden als klar Vorlaufschnellster qualifiziert hatte. Diese persönliche Rekordmarke drückte der Hürdensprinter wenig später im Finale noch einmal um zwei Hundertstelsekunden. Mit dem Startschuss führte er das Feld an, rasierte nicht ein einziges Mal eine Hürde und lief den Vorsprung in überzeugender Weise in 11,19 Sekunden ins Ziel. Der zweitplatzierte Kristof Pütz von der Aachener Alemannia benötigte 11,41 Sekunden, Till Senftleben vom Moerser TV auf Platz drei 11,55 Sekunden. Doch nichts scheint so gut, als dass man es nicht noch verbessern könnte. Beim Betrachten des oberen Bildes zeigte sich Dominic Büning überrascht über die selbst nicht so eingeschätzte Höhe, mit der er die Hürde überläuft. Schnell war er sich mit seinem Vater einig, dass es neben anderem auch in diesem Punkt noch Optimierungsbedarf gebe.

Doch zurück in die Gegenwart, weil sie neben der imponierenden Hürdenvorstellung aus Sicht von Dominic Büning noch mehr zu erzählen hat. Denn im Dreisprung steigerte er sich auf eine weitere persönliche Bestmarke, die mit der Silbermedaille belohnt wurde. Im vierten Durchgang flog er auf 12,41 Meter, nachdem er kurz vorher die Zwölf-Meter-Marke ein erstes Mal in diesem Wettkampf übertroffen hatte. Deutlich besser war an diesem Tag Esosa Akhidue vom Team Voreifel, der bei seinen sechs Versuchen jedes Mal jenseits der Zwölfer-Marke landete und schließlich mit 12,81 Meter den NRW-Titel gewann. "Ich hätte nicht erwartet, dass sich Dominic im Dreisprung so schnell entwickeln würde", sagte Vater Marcus. Zur Erklärung: In Wesel bei den Nordrhein-Meisterschaften Mitte Juni hatte Dominic zum ersten Mal mit 12,08 Metern die zwölf Meter übersprungen.

Für Adrian Büning, der sich in dieser Saison als einer der Jüngsten in der zwei Jahrgänge umfassenden U 18-Klasse behaupten muss, lief es in Wattenscheid nicht so glücklich. "Über die Hürden wie auch im Dreisprung fehlte die erforderliche Spritzigkeit", analysierte sein Trainer, so dass Adrian den Endlauf über 110-Meter-Hürden mit einer Vorlaufzeit von 15,55 Sekunden knapp verpasste". Doch auch einige Zeit später in seiner Parade-Disziplin, dem Dreisprung, kam Adrian Büning nicht wie gewohnt auf Touren. Oder wie es sein Trainer und Vater beschrieb: Ihm fehlte der letzte Kick. Es reichte zwar immer noch, um sich mit 12,91 Metern für den Endkampf zu qualifizieren, doch anschließend vermochte er seine Weite nicht mehr auf zuletzt gewohnte Weiten jenseits der 13 Meter zu steigern. An der Form habe es nicht gelegen, die sei gut, wie die Trainingswerte zeigen, meinte Marcus Büning, der darauf gespannt sein dürfte, wie gut sich sein älterer Filius bei der in zehn Tagen anstehenden Jugend-DM im Ulmer Donaustadion von der Leistungsdelle erholt haben wird. Vorausgesetzt, er bleibt von Verletzungen verschont, sei bei der DM in Ulm alles möglich, meinte der Trainer und hofft darauf, dass Adrian dort "den Sprung raushaut", der ihm in Wattenscheid versagt blieb.

Quelle: RP
 
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