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Leichtathletik
Dominic Büning nimmt die nächste Hürde in Angriff

Leichtathletik: Dominic Büning nimmt die nächste Hürde in Angriff
FOTO: Birkenstock Wolfgang
Kleve. Der 15-jährige Leichtathlet startet bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Hürdensprint und Dreisprung. Von Reinhard Pösel

Die Antwort auf die Frage nach der Befindlichkeit vor dem Start bei der DM kommt auf Knopfdruck. "Ich bin gut drauf." Kein Zögern, kein Abwägen hinsichtlich äußerer Bedingungen, die Sportler gerne ins Feld führen, wenn das Abschneiden nicht allein vom eigenen Leistungsvermögen abhängt. Dominic Büning startet am Wochenende bei den Deutschen U16-Leichtathletik-Meisterschaften in Bremen. Das Talent von Leichtathletik Nütterden nimmt die Herausforderungen so an, wie sie kommen. "Da ist er unkompliziert", sagt Vater und Trainer Marcus, der sich darüber wundern würde, wenn das beim Wettkampf in Bremen anders wäre.

Um die Unbekümmertheit des jüngsten Büning-Sprosses einzuschätzen, lohnt ein Blick in die Ergebnislisten: Bei Wettkämpfen auf Kreisebene, die ihm mangels Konkurrenz eher zum Einspringen für wichtigere Anlässe dienen, ist das genauso wie jenseits der Kreisgrenzen. Bei den Landesmeisterschaften des Nordrheins, die Ende Juni im Weseler Auestadion ausgetragen wurden, ging der 15-Jährige couragiert und voller Angriffslust an die Herausforderungen heran. Über die 80-Meter-Hürden gewann er seinen Vorlauf in 11,48 Sekunden und qualifizierte sich auf dem kürzesten aller dafür vorgesehenen Wege für das Finale. Dort steigerte er sich auf 11,39 Sekunden - eine Medaille verpasste er um weniger als die von außen wahrnehmbare Zeit eines Wimpernschlages. Beide Zeiten lagen jedoch deutlich unterhalb der Qualifikationsnorm, die der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) als Eingangsvoraussetzung für die Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen vorsieht.

Zwei Wochen später bei den NRW-Meisterschaften in Wattenscheid kam Büning seine Lockerheit erneut zugute. Sieben Hürden auf 80 Metern verteilt, jede ungefähr 84 Zentimeter hoch, dazu Konkurrenten, die sich innerhalb dieser Ansammlung von Hindernissen nahezu ausnahmslos mit feiner Technik bewegen - dies alles bedeutete für den Klever aber keinen Grund, um sich großartig Gedanken zu machen.

"Bäm"! Ähnlich wie in Wesel dominierte Dominic Büning auch auf der nächsthöheren Ebene seinen Vorlauf über die Hürden, nur eben jetzt gegen eine noch erhabenere Konkurrenz, diesmal in 11,22 Sekunden. Im Finale war er dann sogar 11,19 Sekunden schnell - keiner seiner Mitstreiter war vor ihm im Ziel, so dass er schließlich ganz überraschend als NRW-Meister auf der obersten Stufe des Siegerpodestes die Glückwünsche der Offiziellen und den Applaus von der Tribüne entgegennehmen durfte. Ein weiteres Mal unterbot Büning im Hürdensprint die DLV-Norm, die bei 11,40 Sekunden festgeschrieben ist. Es überrascht deshalb nicht, dass es genau dieser Leistungsbereich sein soll, in den er auch bei den Titelkämpfen in Bremen vorstoßen möchte.

Doch mit dem Hürdensprint ist für ihn bei der DM längst noch nicht Schluss. Denn nach den Hürdenrennen beginnt der Dreisprung, dessen vom DLV geforderte Mindestweite von 11,80 Metern Büning ebenfalls einige Male in dieser Saison hinter sich gelassen hat. Zuletzt bei den NRW-Meisterschaften in Wattenscheid. Dort steigerte er sich um nicht ganz einen halben Meter auf 12,41 Meter. Das brachte ihm neben der Silbermedaille die spontan ausgesprochene Einladung zum Kadertraining nach Köln, wo er gestern Abend kurz vor der Fahrt nach Bremen noch Station machte, um die letzten Instruktionen vom Landestrainer einzuholen.

Dominic Büning erlebt als Athlet das erste Mal eine DM mit ihren besonderen Abläufen - vom Aufwärmen über das Einfinden im Callroom und dem Einspringen. Viele neue Eindrücke für einen Athleten, mit denen er lernen muss umzugehen. Doch mit der Unbekümmertheit, die Büning an den Tag legt, sollte er das ihm noch fremde Terrain bewältigen können.

Quelle: RP
 
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