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Einbahnstraßen-Fußball am Bresserberg

Lokalsport: Einbahnstraßen-Fußball am Bresserberg
Der Klever Levon Kurikciyan (links) narrte seine Gegenspieler ein um das andere Mal. Er schloss den schönsten Angriff des Spiels zum 3:0 ab. FOTO: Evers
Kleve. Fußball-Landesliga: 1. FC Kleve - SV Sonsbeck 4:0 (2:0) / Das nächste Spiel ist das Derby gegen Goch. Von Reinhard Pösel

In der vierten Spielminute hielten die Anhänger des 1. FC Kleve den Atem an. Sonsbecks Ajdin Mehinovic hatte gegen eine in diesem Moment nicht gut sortierte Klever Abwehr den Ball in den Lauf von Felix Terlinden gespielt. Der Sonsbecker Angreifer verschaffte sich mit einer kleinen Finte eine sehr gute Schussposition, schoss den Ball jedoch nicht platziert und hart genug, so dass FC Keeper Sascha Horsmann zur Ecke abwehren konnte.

Im Anschluss daran entwickelte sich das von vielen erwartete Spiel. Der 1. FC Kleve gab den Ton an und versuchte mit spielerischen Mitteln die kompakt und vielbeinig aufgestellte Abwehr der Sonsbecker aufzubrechen. Das jedoch war an diesem Nachmittag kein ganz so einfaches Unterfangen. Da Schiedsrichter Tim Flores aus Bocholt die Regeln zunächst recht großzügig auslegte, schafften es die Gäste immer wieder, den Klever Kombinationsfluss mit robusten und nicht geahndeten Mitteln zu unterbrechen. So mussten letzten Endes zwei Standardsituationen herhalten, damit die Klever den Ball an dem sehr aufmerksamen SVS-Keeper Michael Burda vorbeibringen konnten.

Den ersten Beifall der Tribüne holte sich der enorm zweikampfstarke Mike Terfloth ab. Seinen Kopfball in der 22. Spielminute nach einem gefühlvoll in den Strafraum gehobenen Freistoß von FC-Kapitän Fabio Forster wurde durch den Sonsbecker Jan-Paul Hahn noch leicht abgefälscht und schlug knapp neben dem Pfosten ins Netz ein. Zwei Minuten später war es erneut ein Freistoß, der diesmal zentral vor dem Strafraum von Niklas Klein-Wiele ausgeführt wurde und um die schlecht postierte Sonsbecker Abwehrmauer herum passgenau den Weg ins gegnerische Tor fand. Zwei mehr als verdiente Klever Tore innerhalb von nur 120 Sekunden, die vorentscheidend sein sollten für den Sieg der Heimmannschaft, da der Gegner offenkundig kein Rezept mit auf den Bresserberg gebracht hatte, das ihnen zu Toren verholfen hätte.

"In der Pause hatten wir uns vorgenommen, höher zu verteidigen", erklärte SVS-Coach Geist, der sich ab der 57. Spielminute gänzlich aus der Coachingzone zurückziehen konnte und auf der Bank Platz nahm. Der Klever Klein-Wiele hatte aus seiner neuer Position im linken offensiven Mittelfeld den Ball über mehr als 30 Metern auf die gegenüberliegende Seite gespielt. Ein erstes Mal ging ein Raunen durchs Stadion. Ein zweites Raunen folgte, nachdem sich Pascal Hühner und Levon Kurikciyan dem Flankenball angenommen hatten. Traumhaft schön kombinierten sich beide in den Strafraum, ehe Kurikciyan die beste Schussposition sah und den Ball aus neun Metern unter die Querlatte hämmerte. "Danach war der Drops gelutscht", sagte der Gästetrainer, der dem Gegner das Zeugnis ausstellte, für die Oberliga reif zu sein. Seine Mannschaft sei es jedenfalls in dieser Saison nicht.

Eine Viertelstunde vor Schluss machte Hühner durch einen eiskalt verwandelten Elfmeter den Deckel auf den Topf der Partie, nachdem der für seine Gegenspieler viel zu quirlige Kurikciyan im Strafraum regelwidrig gestoppt worden war. "Ich bin überrascht, wie einfach das heute war", sagte FC-Coach Thomas von Kuczkowski.

1. FC Kleve: Horsmann - Ehrhardt (80. Thyssen), Maaßen, Braun, Prause (75. Prause) - Terfloth, Forster - Klein-Wiele, Kurikciyan, Hühner - Maehouat (66. Wetzels).

Quelle: RP
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