| 00.00 Uhr

Lokalsport
Erfolge überdecken die Schwächen

Kleve. Fußball-Pokal auf Niederrheinebene: Drei Mannschaften aus dem Norden des Fußballkreises Kleve-Geldern traten an. Alle qualifizierten sich mit Siegen für die nächste Runde. Luft nach oben war jedoch überall noch vorhanden. Von Hans-Gerd Schouten, Jens Helmus und Reinhard Pösel

Dem Pokal mag man zwar eine eigene Gesetzmäßigkeit zuschreiben, doch am vergangenen Wochenende machten die Teams aus dem Klever Norden in der ersten Runde des Verbandspokals damit erfreulicherweise keine Erfahrung. Die klassenhöheren Teams setzten sich allesamt durch - wenn auch nicht immer glanzvoll: der SV Hönnepel-Niedermörmter 1:0 beim TV Kalkum Wittlaer, der 1. FC Kleve 2:0 bei der SG Altenessen und schließlich die SGE Bedburg-Hau als Gast von Teutonia Kleinenbroich.

TV Kalkum-Wittlaer - SV Hönnepel-Niedermörmter 0:1 (0:1). Die Mannschaft von Trainer Daniel Beine hat die erste Pflichtspielaufgabe gelöst. Beim TV Kalkum-Wittlaer, gegen den man in der letzten Saison noch in der Oberliga um Punkte gekämfpt hatte, setzten sich die Schwarz-Gelben mit 1:0 durch. Der Erfolg war nicht spektakulär, aber dennoch hochverdient. Der Coach war zufrieden: "Wir haben 90 Minuten lang das Spiel bestimmt und hätten noch das eine oder andere Tor erzielen können."

Aufregung gab es in Hö.-Nie.-Reihen bereits vor dem Anpfiff. Torwart Christian Auclair wurde beim Aufwärmtraining von einem Ball voll im Gesicht getroffen und musste durch Philipp Juttner ersetzt werden. Kai-Robin Schneider musste wegen einer Muskelverletzung passen, für ihn rückte Oliver Hesseling in die Startformation.

Der klassenhöhere Gast erspielte sich eine Feldüberlegenheit, konnte sich aber in vorderster Front nicht entscheidend in Szene setzen. Ein Schuss von Nedzad Dragovic knapp über den Querbalken war die erste gute Gelegenheit (15.). Der TV hatte nach 20 Minutenseine erste echte Torchance, der Schlenzer von Julian Platte verfehlte das Tor von Juttner knapp. Sechs Minuten später fiel das Tor des Tages. Nach einer Ecke von Tarek Staude stand Dragovic am zweiten Pfosten sträflich ungedeckt und nickte die Kugel aus kurzer Distanz ins Tor. In den zweiten 45 Minuten ließ das Niveau deutlich nach. So war es schließlich nicht verwunderlich, dass keine weiteren Treffer zu bejubeln waren.

SG Altenessen - 1. FC Kleve 0:2 (0:0). Man tritt den zum Einsatz gekommenen Klever Spielern wohl nicht zu nahe, wenn man behauptet, dass auf Seiten der Rot-Blauen auf dem Kunstrasen im Essener Norden eine halbe B-Elf auf dem Platz stand. Dies war einer Reihe von Verletzungen, Urlaubern und für Pflichteinsätze noch nicht frei gegebener Spieler geschuldet. Dennoch darf ein Landesligist gegen einen wenn auch super-motivierten und leidenschaftlich kämpfenden A-Kreisligisten mehr zeigen, als es der 1. FC Kleve während der ersten Halbzeit getan hat.

"Ich hatte mir das eine Woche vor dem Meisterschaftsstart auch ein bisschen anders vorgestellt", sagte FC-Trainer Thomas von Kuczkowski nach dem Abpfiff. Er tat dies mit sehr viel Gelassenheit, was nicht zuletzt daran lag, dass seine Mannschaft im zweiten Durchgang mehr als die berühmte Schippe drauf packte.

Erste Konsequenz der Steigerung: Ein von Levon Kürkciyan, der gestern viel zu eigensinnig auftrat, holte einen Elfmeter heraus, mit dem jedoch Tim Janz, einer der besseren Akteure im Klever Ensemble, am guten Essener Keeper scheiterte. Machtlos war dieser jedoch sieben Minute später, als Tim Haal, der ebenfalls einen guten Part spielte, eine Flanke des sehr agilen Marvin Flassenberg aus kurzer Distanz mit dem Kopf über die Linie drückte. Anschließend jedoch verflachte das Spiel wieder, ließen die Klever die Zielstrebigkeit und die Konzentration im Spiel nach vorne wieder vermissen. Stattdessen mussten sie höllisch bei dem einen oder anderen Gegenzug des Kreisligisten aufpassen. Kurz vor Schluss setzte sich der Essener Andreas Rusnarczyk gegen Janz durch, sein erster Schuss prallte vom linken Innenpfosten ihm erneut vor die Füße, diesmal traf er den rechten Außenpfosten. Ganz sauber war dessen Balleroberung zuvor jedoch nicht, mit Recht reklamierte Janz Handspiel, das an die Boateng-Aktion während der EM in Frankreich erinnerte.

Mit dem Schlusspfiff hob Pascal Hühner, nach seiner Einwechslung einer der Aktivposten in seinem Team, einen missglückten Abschlag des Essener Torhüters von der Mittellinie aus ins verwaiste Gehäuse der Platzherren. 2:0 gewann der Kleve mit einer allerdings nicht überzeugenden Leistung.

SC Teutonia Kleinenbroich - SGE Bedburg-Hau 0:3 (0:0). Einen 3:0-Sieg feierte die SGE Bedburg-Hau gestern im Niederrheinpokal gegen den A-Ligisten Teutonia Kleinenbroich. "Es war ein recht souveräner Sieg. Wir haben das Spiel bestimmt und über 90 Minuten vielleicht eine halbe Torchance zugelassen", sagte ein zufriedener Sebastian Kaul nach dem Abpfiff.

In der ersten Halbzeit hatten die Gäste aus Hasselt leichte Schwierigkeiten mit der stark defensiven Ausrichtung der Hausherren, einzig Christian Klunder und Falko Hesse kamen zu nennenswerten Torchancen. "Weil wir kreativ nicht so richtig voran kamen, haben wir uns in der Pause vorgenommen, den Gegner früher unter Druck zu setzen", berichtete Spielertrainer Kaul. Die Taktik ging auf: Nach einem Foul an Daniel Ehlert traf Kaul (48.) vom Elfmeterpunkt zum 1:0 für die Gäste, die sich auch durch einige Verletzungen im Spiel nicht aus der Bahn werfen ließen. Falko Hesse (68.) erhöhte in einer gewieften Einzelaktion auf 2:0, bevor Andrej Kornelsen den Sack mit einem Freistoßtor aus 20 Metern zumachte.

"In der Pause haben wir uns vor Augen geführt, dass solche Spiele im Pokal oft schief laufen. Im zweiten Durchgang konnten wir uns dementsprechend steigern und die Tore machen", sagte Kaul.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Erfolge überdecken die Schwächen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.