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Reitsport
Fahrer Tim Schwarma peilt den Hattrick an

Kleve. Schon zweimal siegte der 23-Jährige mit dem siebenjährigen Fuchs "Lotus Star" in Bedburg-Hau. Von Anja Settnik

Die Fachleute jubeln über dieses Pferd, und auch sein Fahrer Tim Schwarma ist begeistert. Der siebenjährige Fuchs "Lotus Star" aus dem Stall der Familie Schwarma in Weeze ist derzeit in der Form seines Lebens. Die soll er auch am Sonntag beim Renntag auf dem Heisterfeldshof in Bedburg-Hau zeigen. Gegen wen der schnelle Wallach antreten wird, haben Teilnehmer, Zuschauer und "Zocker" inzwischen durch die "Starterangabe" erfahren.

Rennvereinspräsident Uwe Zevens freut sich auf die Veranstaltung aus Anlass des zehnjährigen Rennbetriebs in Bedburg-Hau. Tim Schwarma peilt an, einen guten Teil des Preisgelds mit nach Hause zu nehmen, denn eine Dotierung von 10 000 Euro gibt es auf C-Bahnen im allgemeinen eher nicht. Das Pflegezentrum "Clivia" hat den Großen Preis ausgelobt. Weitere 5000 Euro winken bei der "Niederrhein-Meile", und noch mal 3000 Euro können von schnellen Trab-Reitern erkämpft werden. Selbst die Rennen des Rahmenprogramms sind mit je 1000 Euro dotiert.

Für den 23-jährigen Tim Schwarma, der schon zwei Jahre in Folge das Hauptrennen gewann, zählt natürlich nur der Große Preis. "Lotus Star steht derzeit in seinem Zenit. Er ist absolut fit", erklärt der junge Weezer. 47 000 Euro hat der Fuchs, der Schwarma und Achim Raulfs gemeinsam gehört, in diesem Jahr schon eingelaufen und muss der Konkurrenz deshalb 50 Meter Vorgabe lassen.

20 Pferde haben die Schwarmas im Stall, darunter fünf eigene - viel Arbeit für Tim und seine Mutter Heike. Auch sie kennt den Platz im Sulky bestens, hat aber "nur" die Amateurlizenz. "Ich mache ab und zu noch bei Gästerennen mit, und das auch nur mit einem sehr braven Pferd", sagt sie schmunzelnd. Trabfahren ist harter Sport, fürs Pferd ebenso wie für den Menschen im Sulky. Nicht unmöglich, sich bei einem Unfall schwer zu verletzten oder mal einen heftigen Hufschlag abzukriegen - das kann man sich als Mutter nicht leisten. Zumal Heike Schwarma auch noch einen 16-jährigen und einen sechsjährigen Sohn hat. Beide werden ebenso wie Profi Tim in Bedburg-Hau dabei sein. Der eine in der Amateur-Klasse, der andere in der Pony-Klasse.

Dass Tim Schwarma sein Geld mal mit Trabsport verdienen würde, hatte er trotz familiärer Vorbelastung zunächst nicht gedacht. Als Jugendlicher war er sehr gut in der Leichtathletik, brachte es bis zu Deutschen Meisterschaften. "100 und 200 Meter, dazu Weitsprung waren meine Disziplinen. Trainiert habe ich nicht nur beim TSV Weeze und Viktoria Goch, sondern auch auf unserer heimischen Trabrennbahn", berichtet er. Mit den Pferden um die Wette laufen macht schnell. "Die Wende kam erst, als die Bundeswehr mich wegen einer Wirbelsäulendegeneration nicht als Sportsoldat haben wollte. Da musste ich mir etwas anderes ausdenken."

Die Wahl fiel nicht schwer. Schon die Großeltern Alfred und Renate Mooren aus Kleve, die inzwischen auf den Hof der Tochter gezogen sind, hatten Traber, Stiefvater Heiko Schwarma war sicherlich ein sportliches Vorbild. Tim hing die Spikes an den Nagel, griff nach den Fahrleinen und hat es bisher nicht bereut. Trotz der vielen Arbeit, die er zusammen mit seiner Mutter, einem Angestellten und ein paar Helfern stemmt. "Wir sind sieben Tage die Woche mit den Pferden beschäftigt, an Renntagen fahre ich oft fünf Stunden in jede Richtung und komme erst spät in der Nacht nach Hause. Am nächsten Morgen geht's trotzdem wieder früh raus."

Gelsenkirchen, Berlin, Hamburg - da ist das nur 15 Kilometer entfernte Bedburg-Hau mal eine angenehme Abwechslung. Ob es für Tim Schwarma auf dem Heisterfeldshof auch ein erfolgreicher Tag wird, das wird sich am Nachmittag des 13. September zeigen.

Quelle: RP
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