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Reitsport
Feine Darbietungen im Dressurviereck

Reitsport: Feine Darbietungen im Dressurviereck
FOTO: Evers Gottfried
Kleve. Beim Sommerturnier des Kalkarer Reitturniers fanden die Leistungen in der Dressur anerkennenden Beifall. Von Stephan Derks

Nachdem in der gestrigen Berichterstattung über das Sommerturnier des RV Seydlitz Kalkar die Aufmerksamkeit ausschließlich den Springreitern galt, rücken diesmal die Dressurwettbewerbe in den Fokus. Auf der Reitanlage in unmittelbarer Nähe zum Wisseler See hatte der Veranstalter den Reitern für ihre Dressuraufgaben ein perfekt hergerichtetes 20 x 60 Meter großes Außenviereck vorbereitet.

Es war wunderschön, mitanzusehen, wie Pferd und Reiter die Bedingungen genossen und mit viel Konzentration und Hingabe die Lektionen abspulten. Nicht ausdrücklich zu erwähnen ist, dass bei den Darbietungen die Herzen der Liebhaber von fliegenden Galoppwechseln und starkem Trab einmal mehr höher schlugen.

Dafür sorgte allen voran Niklaas Feilzer. Tätig ist er als Bereiter im Stall der erfolgreichsten Dresssurreiterin der modernen Turniergeschichte, der Rheinbergerin Isabell Werth. Wie wunderbar er sein Pferd präsentierte, ließ Zuschauer wie Konkurrenten staunen. Auf dem Kalkarer Dressurviereck ließ er im Prix St. Georges, einer Dressurprüfung der schweren Klasse, nichts anbrennen. Im Gegenteil. Feilzer erzielte in der zweiten Abteilung dieser Prüfung nicht nur die höchste Prozentzahl, die die Richter Rita Luczak, Arndt Wiebusch und Ursula Thiebes beziehungsweise Bodo Maiwurm zu vergeben hatten, sondern rangierte auch sein zweites Pferd auf Rang zwei in dieser Prüfung. "Damit setzte er sich die Dressurkrone von Kalkar auf", meinte Heike Janssen-Lensing, Pressewartin des RV Seydlitz, und traf damit den Nagel auf den Kopf.

Beeindruckend war, wie der Xantener auf dem neunjährigen Hannoveraner Don Jovi (Don Frederico/Weltmeyer) beispielsweise die Übergänge zwischen versammeltem und starkem Trab demonstrierte und mit großer Leichtigkeit die fliegenden Galoppwechsel zeigte. Satte 827 Prozentpunkte erzielte Feilzer für die mehr als 20 Lektionen des Prix St. Georges, die er innerhalb von gut sechs Minuten auswendig zu reiten hatte.

Taktsicher und schwungvoll war auch die Vorstellung des für den Reit- und Fahrverein Eversael startenden Reiters im Sattel seines zweiten Pferdes in dieser Prüfung. Auf dem Rücken des elfjährigen, in Hannover gezogenen Schimmelwallachs Haydn (His Highness/Wittinger) bekam Feilzer 812 Prozentpunkte und schob sich mit dieser ebenfalls feinen Vorstellung auf den zweiten Rang.

Doch nicht nur der Reiter aus dem Kreispferdesportverband Wesel wusste vor den Toren des Dünendorfes zu überzeugen, sondern auch die Dressurreiter aus dem Kreis Kleve gaben ihre Visitenkarte auf den Dressurplätzen ab. Dazu zählte der Weezer Paul Paessens in der ersten Abteilung der mittelschweren Dressur, in der er auf dem braunen, von ihm selbst gezogenen Wallach Don de Marco P (Dramaric /Fürst Fidermark) die Silberschleife (640 Prozentpunkte) gewann. Aber auch Christine Nolden (Asperden-Kessel) mit dem von ihrer Schwiegermutter Wilma gezogenen dunkelbraunen Wallach Hot Vino (Hotline/Caprimond, 630 Prozentpunkte) legte eine ausgezeichnete Leistung in den Sand. Sie fand sich im Endklassement auf dem vierten Rand wieder, lediglich vier Punkte fehlten ihr an einer noch besseren Platzierung.

Den dritten Rang in einer weiteren mittelschweren Dressurprüfung holte sich Noldens Vereinskollegin Patricia Hilberath. Sie stellte in Kalkar ihre erst achtjährige Debbie Lee Jones (Dramatic/Mackensen) vor - wohl auch sehr zur Freude der Kleverin Birgit Cornelissen-Janßen, aus deren Zucht die braune Stute stammt. Hilberath erreichte 645 Prozentpunkte.

Gehorsam zeigten sich zudem die Akteure in der Dressur-Pferdeprüfung auf A-Niveau, in der die für Blücher Pfalzdorf reitende Anja Meyer die fünfjährige Oldenburger Stute Batida Weissena MR (Bordeaux/Rohdiamant) mit einer Note von 8.20 (8 = gut) an die Spitze der zweiten Abteilung ritt. Feinfühlig waren zudem die Hilfengebung der Reiter in der L-Dressur auf Trense und Kandare.

Von daher kamen die Freunde des Dressursports beim zweitägigen Kalkarer Sommerturnier auch in den "unteren Klassen" voll auf ihre Kosten. "Wir sind froh, dass wir die langen Turniertage mit den vielen Nennungen und den wahnsinnigen Starterfüllungen bei strahlendem Sonnenschein erfolgreich über die Bühne bringen konnten", sagte Silke Smaalders, die das aus Sicht der Meldestelle, in der sie die Veranstaltung begleitete, gut zu beurteilen glaubte.

Quelle: RP
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