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Aus Den Vereinen
Flüchtlinge bilden "Drachen-Team"

Kleve. Der SV Siegfried Materborn bietet Flüchtlingen eine sportliche Heimat. Nach den ersten Trainingseinheiten wurde jetzt ein Zwischenfazit gezogen.

Nach insgesamt sechs Trainingseinheiten mit bisher etwa 50 Teilnehmern traf sich das Fußball-Team von Flüchtlingen jüngst zu einer ersten Mannschaftsbesprechung in den Räumen der Caritas. Am Ende des offenen und regen Meinungsaustausches stand die Frage, wie sich das Team nennen will. Beeindruckt durch die Nibelungen-Sage, die von den Trainern vorgestellt wurde und die sich auch im Wappen und Namen von Siegfried Materborn niederschlägt, fand der Vorschlag von Kadri Shadi, die Mannschaft "Drachen-Team" zu nennen, eine überwältigende Mehrheit.

Nachdem sich die Trainer zunächst etwas ausführlicher als bisher vorgestellt hatten, stellten sich die Anwesenden mit Namen, Alter, Herkunft und Zielvorstellung ebenfalls kurz vor. Es zeigte sich, dass alle an Deutschkursen teilnehmen und abhängig von der Zeit, die sie bereits hier sind, Deutsch bereits recht gut verstehen konnten. Nur ab und an musste mit Arabisch, Englisch oder Französisch nachgeholfen werden. Es zeigte sich mal wieder, dass das spielerische Erlernen einer Sprache, zumal verbunden mit Fußball, einfacher ist.

Den in diesem Projekt engagierten ehrenamtlichen Trainern geht es vorrangig darum, junge Menschen aus anderen Kulturen kennen zu lernen, sie in die Gesellschaft zu integrieren und dabei den Sport als Brücke zu nutzen. Ernst wurde es am Abend kurzzeitig, als die Trainer deutlich machten, dass sie davor Angst haben, dass sich Dinge wie zuletzt an Silvester in Köln wiederholen könnten. Man war sich darin einig, dass alle an sich arbeiten müssen, um Disziplin und Respekt zu bewahren.

Die Mehrheit unter den Flüchtlingen verfolgt das Ziel, eine richtige Mannschaft zu bilden. So solle weiterhin an der Kondition, Disziplin, Spielorganisation und Technik gefeilt werden, um mittelfristig gegen andere Mannschaften antreten zu können. Es werden nunmehr zwei Gruppen gebildet: Eine, die die genannten Wünsche umsetzt, und eine zweite, die mehr das gemeinsame Spielen ohne weiteren Ehrgeiz bevorzugt. Diese Teilung wird helfen, niemanden auszuschließen. Das Training umfasst momentan anderthalb Stunden pro Woche. In der Diskussion wurde auch deutlich, dass die Ehrgeizigen gerne noch einen weiteren Trainingstermin haben möchten, was allerdings in der Winterzeit kaum zu realisieren sein wird.

Ausdrücklich bedankte man sich bei der Stadt Kleve, dem SV Siegfried Materborn und auch den vielen Spendern, die Fußballschuhe, Trainingsanzüge und weitere Materialien zur Verfügung gestellt haben. Bei allen Beteiligten war die Neugierde zu spüren, wohin ihr gemeinsamer Weg sie noch bringen wird.

Quelle: RP
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