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Mit Ingo Anderbrügge
Für Schalke sind 35 Jahre gefühlte 70

Kleve. Ingo Anderbrügge war elf Jahre Spieler des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. Sein größter Erfolg war der UEFA-Cup-Sieg 1997 mit den legendären Eurofightern. Aus Anlass seines 35-jährigen Bestehens besuchte der 52-Jährige den Schalke-Fanclub Niederrhein Kleve. RP-Mitarbeiter Christopher Hecht unterhielt sich ihm.

Am 11. Oktober 1981 wurde der Fanclub Niederrhein-Kleve gegründet. 35 Jahre und aktuell 171 Mitglieder sind stolze Zahlen.

INGO Anderbrügge: 35 Jahre sind ja als Schalker gefühlt 70 Jahre. Davor kann man nur den Hut ziehen, wenn man diese Treue zeigt. Höhen und Tiefen durchgestanden und immer die Fahne hochgehalten. Ich hoffe, dass bleibt noch lange so.

Du warst bekannt für deinen linken Hammer. Was war deiner Meinung nach das wichtigste Tor in deiner Karriere?

Anderbrügge: Natürlich das 1:0 im Elfmeterschießen bei Inter Mailand im UEFA-Cup-Finale 1997. Trainer Huub Stevens sagte mir, ich soll schießen, und ich war mir sicher, dass ich auch treffen würde, auch wenn ich davor zweimal in der Bundesliga verschossen hatte. Ich glaube, der Torhüter von Inter hatte nach meinem Schuss durch den Windhauch zwei Wochen Grippe.

Es gab bisher 22 Spieler, die sowohl für Borussia Dortmund als auch für Schalke 04 gespielt haben. Du selbst bezeichnest den BVB als deinen Ausbildungsverein. Dann stellt sich die Frage nach deinem Herzensverein ja gar nicht oder?

Anderbrügge: Damals wollte ich Fuß fassen bei den Profis und wäre auch zum SC Freiburg gegangen. Fasziniert war ich immer von den weißen Trikots der Mönchengladbacher. Dann kam das Angebot von Dortmund, und da bin ich hin. Aber auf Schalke war ich elf Jahre und da habe ich alles erlebt. Der Triumph im UEFA-Cup war die Krönung. Ich trage Schalke im Herzen.

Dein wohl bekanntestes Zitat in deiner Karriere war: "Das Tor gehört zu 70 Prozent mir und zu 40 Prozent dem Marc Wilmots." Erinnerst du dich noch an die Partie, nach der du das gesagt hast?

Anderbrügge: Ja, das war in der 1. Runde im UEFA-Cup 1997 im Hinspiel gegen Roda Kerkrade (3:0, d. Red.). Ich schoss aufs Tor, Marc Wilmots fälschte ab und der Ball ging rein. Im Interview bei Sat 1 habe ich das dann gesagt. Als Schalker gibt man halt immer 110 Prozent (zwinkert mit den Augen).

Du warst insgesamt elf Jahre auf Schalke (321 Spiele, 82 Tore, d. Red.) am Ball und hast deine Fußballkarriere bei den Sportfreunden Siegen ausklingen lassen. Danach hast du es noch als Footballer bei Rheinfire Düsseldorf (2003/2004 d. Red.) versucht. Wie war diese Erfahrung für dich?

Anderbrügge: Rudi Assauer, unser damaliger Manager, rief mich an und sagte, ich solle Football spielen. Ich musste zunächst lachen. Rheinfire suchte damals ein Stadion und entschied sich dann für unsere Arena. Rudi meinte dann, ich bräuchte nur schießen. Es war eine aufregende Zeit.

Du hast es bis in die Schalker Jahrhundertelf mit Spielern wie Klaus Fischer, Norbert Nigbur, Olaf Thon oder Stan Libuda geschafft. Was war wohl ausschlaggebend für deine Wahl durch die Fans?

Anderbrügge: Das war eine unglaubliche Sache als einziger Spieler, der nie in einer Nationalmannschaft gespielt hat. Ich denke, meine Art und Weise auf dem Platz immer zu kämpfen und nie aufzugeben, hat die Fans überzeugt.

Abschließend würde ich noch gerne wissen, wie dein Tätigkeitsfeld heute aussieht? Kannst du dir einen Trainerposten vorstellen?

Anderbrügge: Heute leite ich die Fußballfabrik, bin Repräsentant des FC Schalke 04 und besuche Feste wie dieses in Kleve und setze mich außerdem für karitative Zwecke ein, sammle Spenden beispielsweise für krebskranke Kinder. Trainer ist nicht so mein Ding, aber man sollte niemals Nie sagen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: RP
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