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Reitsport
Glänzende Ritte vor vollem Haus

Reitsport: Glänzende Ritte vor vollem Haus
Von beeindruckenden Ausmaßen waren die Hindernisse beim Mächtigkeitsspringen in Keppeln. Neben anderen bewies in diesem Wettbewerb auch Lokalmatador Tobias Thoenes seine derzeit exzellente Form. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kleve. Das Keppelner Springfestival ging am vergangenen Wochenende in seine zweite Etappe. Und ein weiteres Mal waren die zahlreich anwesenden Zuschauer in der Halle am Hötzenhof begeistert von den Leistungen von Reitern und Pferden. Von Stephan Derks

Für Furore sorgte beim Keppelner Springfestival die für den Reiterverein Kranenburg startende Katrin Eckermann. Sie konnte nicht nur die Zwei-Sterne-Springprüfung der schweren Klasse, höchst dotierte Prüfung des dreitägigen Hallenspringturniers, gewinnen, sondern erkämpfte sich auch noch tags zuvor in zwei weiteren Springen der Klasse S die Golfschleife.

Sieben Reiter hatten es am letzten Turniertag geschafft, sich für das an Spannung kaum noch zu überbietende Stechen zu qualifizieren. Unter ihnen neben Katrin Eckermann, auch deren Vater Otmar, der Sevelener Marcel Bühner und Lokalmatador Tobias Thoenes, der bereits das vorangegangene S-Springen gewonnen hatte. Dabei hatte Otman Eckermann im Sattel seines Paradepferdes Coco-Bongo Boy (Cassini Boy Junior/Kigali) den Sieg schon fast schon in der Tasche. Beeindruckend schnell flog der Rheinische Meister förmlich durch den Stechparcours, begeisterte mit engen Wendungen vor den Hindernissen und löste bei 31,33 Sekunden die Zeitanzeige aus.

Doch ausgerechnet am letzten Hindernis, einem Oxer, fiel die Stange. Aus war der Traum vom Sieg für Otmar Eckermann. Den Sieg in dieser Springprüfung musste er seiner Tochter Katrin überlassen, die den Holsteiner Wallach Quick Step noch einen Hauch schneller (34,60) über die Hindernisse lenkte als der gleichfalls fehlerfrei reitende Martin Sterzenbach (Gahlen, 36,74) auf Balougraf ESC. Bei dieser Prüfung hätte man förmlich die berühmte Stecknadel fallen hören können, so verzaubert hielt das Publikum den Atem an, bis es am Ende den jeweiligen Ritt mit tosendem Beifall honorierte.

Überhaupt begeisterten die Ritte durch die Bank die Besucher, die ein feines Gespür dafür hatten, wenn Pferd und Reiter den Parcours mit Mut und Herz in Angriff nahmen. Denn das dreitägige Springfestival, zu dem der Reiterverein "von Bredow" Aktive aus dem gesamten Rheinland und Westfalen auf den Hötzenhof nach Keppeln eingeladen hatte, war absolut sehenswert. Dabei spielte es keine Rolle, ob "nur" eine Prüfung der Klasse L oder eine von fünf Prüfungen der schweren Klasse auf dem Programm stand.

Auf dem Hötzenhof kamen die zahlreichen Zuschauer an allen Tagen voll auf ihre Kosten. So auch am ersten Tag, an dem gleichfalls viele talentierte Pferde ihr Vermögen unter dem Reiter den kritischen Augen des Richtergremiums präsentierten. Zum Beispiel auch in der Zwei-Sterne-Springprüfung der mittelschweren Klasse, in der in der ersten Abteilung Lokalmatadorin Carina Madeleine Janssen den achtjährigen in Holstein gezogenen Schimmelwallach Cavalino vom Cassini II aus einer Mutter von Landgraf fehlerfrei und in Bestzeit über die Hindernisse lenkte. Damit verwies sie um einen Wimpernschlag ihren gleichfalls fehlerfrei reitenden Vereinskollegen Thorsten Nienhaus im Sattel der westfälischen Fuchststute Quanta Costa auf den zweiten Rang.

Bemerkenswert sicherlich auch das Mächtigkeitsspringen der schweren Klasse, das am Ende über eine 2,10 Meter hohe Mauer führte, die von vier Reitern fehlerfrei überwunden wurde. Unter ihnen war die für die Reitsportgemeinschaft Niederrhein reitende Daniela Theelen auf Dollar di Ribano. Auch hier stockte angesichts einer solchen Höhe manchem der zahlreichen Besucher beinahe der Atem. Dem Mächtigkeitsspringen vorgeschaltet worden war das Showprogramm der Kranenburger Reiter, die bereits im Februar während des ersten Teils des Keppelner Springfestivals mit gut 40 Personen die Geschichte um Old Schatterhand und seinen Freund Winnetou sehenswert nachgestellt hatten.

Und was blieb von diesem Springfestival sonst noch in Erinnerung? Auf jeden Fall die Parcoursbauer Georg Broeckmann und Georg Lamers. Sie sorgten an allen Tagen für faire, dem Leistungsstand der Teilnehmer angemessene Herausforderungen.

Quelle: RP
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