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Basketball
Gocher Gesamtschüler führen Regie

Basketball: Gocher Gesamtschüler führen Regie
Als erst einmal der Ball in der Gocher Sporthalle rollte, entspannten sich mit Sicherheit auch die Gesichter der Organisationsmannschaft. FOTO: Stade
Kleve. 25 Schüler der Gocher Gesamtschule Mittelkreis organisierten ein Basketballturnier. 24 Mannschaften folgten der Einladung. Drei Monate dauerten die Vorbereitungen. Am vergangenen Freitag ging das Turnier über die Bühne. Von Sabrina Peters

Normalerweise sitzen Schüler brav in der Klasse, tüfteln an Aufgaben, hören zu, stellen und beantworten Fragen oder bearbeiten in Einzel- oder Gruppenarbeit den Unterrichtsstoff. Der überwiegende Teil der Vorbereitung liegt dabei in den Händen ihrer Lehrer. 25 Schüler der Gocher Gesamtschule Mittelkreis drehten das Ganze jetzt einmal um. Sie stellten mit Unterstützung des Deutschen Basketball Bundes (DBB) ein offenes Streetball-Turnier auf die Beine und führten von der Planung des Turniers bis zur Umsetzung alleinverantwortlich Regie. 24 Mannschaften, die aus jeweils drei bis vier Spielern bestanden, folgten am vergangenen Freitag der Einladung. Die Teams kamen unter anderem aus Goch, Emmerich, Düsseldorf, Aachen und Hagen.

Dass so eine große Veranstaltung, die wegen des nicht vorhersehbaren Wetters in die Sporthalle der Gesamtschule verlegt wurde, eine Menge Aufwand und damit verbunden Stress bedeuten kann, bekamen die Schüler am Turniertag zu spüren. Sie flitzten durch die Sporthalle, koordinierten und mussten darauf achten, dass alles reibungslos abläuft. Schüler Felix Strodt und seine Mitstreiter aus dem Orga-Team merkte man jedoch kaum an, dass die Veranstaltung für sie eine Premiere war.

Das lag vor allem an der gewissenhaften Vorbereitung. Die für die Veranstaltung wichtigen Aufgaben wurden auf unterschiedliche Arbeitskreise verteilt. "Da gab es die Mediengruppe, die sich etwa um die Einladungen kümmerte. Die Turnierleitung, die auch die Regeln verfasst hat, und eine Gruppe, die sich um die Materialien wie Bälle sowie das Rahmenprogramm gekümmert hat", berichtet Strodt. Unterstützung bekamen sie dabei von Jan-Eric Keysers, der selbst an der Gocher Gesamtschule sein Abitur gemacht hat und im Anschluss daran ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Deutschen Basketball Bund begann.

Er war es unter anderem auch, der die Gesamtschüler auf die Idee brachte, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Im Frühjahr haben einige von ihnen zusammen mit ihrem Lehrer Heiner Eling, der selbst beim TV Goch Basketball spielt und die Schüler zusammen mit seinen Kollegen Edwin Zaschka und Marian Budde auf ihrem Weg begleitete, an einem Streetball-Turnier in Emmerich teilgenommen. Da der Kontakt über den ehemaligen Gesamtschüler Jan-Eric Keysers zum DBB bestand, hat die Schule in Kooperation mit Keysers die Chance ergriffen, an diesem Projekt teilzunehmen. "Das Schöne dabei war, dass sich nicht nur interessierte Schüler gemeldet haben, die sportbegeistert sind oder selbst Sport treiben und Basketball mögen, sondern auch solche, die mit der Sportart bis dato nur wenig bis gar nichts zu tun hatten", berichtet Eling. Ebenso wie die gesamte Schule war er mächtig stolz auf seine Schüler.

Rund 60 bis 70 Schüler wollten ins Organisationsteam. Da dieser Kreis aber zu groß gewesen wäre, wurden in einem Losverfahren 25 Jugendliche bestimmt. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass mehr als 25 Schüler einfach zu viele sind. Viel weniger sollten es nach Möglichkeit aber auch nicht sein", erklärt Keysers. Seine ehemalige Schule ist nicht die erste, die er als Projektmanager betreut hat. Das Förderprogramm der Deutschen Sportjugend ZI:El "Zukunftsinvestitionen: Entwicklung jungen Engagements im Sport", das auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt wird, wurde vor zwei Jahren das erste Mal vorgestellt. Es beinhaltet mehrere Projekte, die von Schulen, Vereinen oder Städten in Anspruch genommen werden können. Eines davon hat die Basketballjugend im Deutschen Basketball Bund im Mai 2014 gestartet - eben jenes Streetballturnier, das jetzt auch die Gesamtschüler in Goch veranstaltet haben. "Die Schüler sollen dabei lernen, eigenverantwortlich zu planen und zu organisieren. Diese Fähigkeiten sind in ihrem späteren Berufsalltag ebenfalls wichtig und sollen anhand des Projektes vermittelt werden", erklärt Keysers.

Was viel Arbeit und Stress für die Jugendlichen bedeutet, die alles in ihrer Freizeit organisierten, hat ihnen letztendlich Arbeitsweisen vermittelt, wo die Schule ansonsten an Grenzen stößt. "Und dazu hat es auch noch viel Spaß gemacht", fand Felix Strodt.

Quelle: RP
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