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Goldjunge Haal trifft in der Nachspielzeit

Lokalsport: Goldjunge Haal trifft in der Nachspielzeit
Der Einsatz von Jan-Luca Geurtz (r.) kam im richtigen Moment. Sein abgewehrter Schuss aus spitzem Winkel landete bei Tim Haal, der den FC-Sieg eintütete. FOTO: van Offern Markus
Kleve. Fußball-Landesliga: Zum ersten Mal überhaupt standen sich der SV Hönnepel-Niedermörmter und der 1. FC Kleve in einem Ligaspiel gegenüber. Rot-Blau gewann 1:0 (0:0). Tim Haal besorgte den Siegtreffer und ließ sich danach feiern. Von Reinhard Pösel

Die Hinterlassenschaften von Essener Anhängern, die rund ums Klever Stadion alle erdenklichen Gegenstände mit dem Vereinsemblem ihrer Mannschaft beklebt hatten, erinnerten noch an das Pokalspiel vom vergangenen Mittwoch. Nur vier Tage waren seitdem ins Land gegangen, da musste der 1. FC Kleve im Duell mit dem SV Hönnepel-Niedermörmter ein weiteres Mal Farbe bekennen. Kein einfaches Unterfangen für die Rot-Blauen in den ersten 45 Minuten. Auf Schritt und Tritt merkte man ihnen die Folgen der 120 intensiven Pokalminuten an. Jeder schnelle Antritt schien Überwindung zu kosten.

Die diesmal in Weiß spielenden Kicker von der Düffelsmühle, die am vergangenen Mittwoch in der Meisterschaft zwar ebenfalls gefordert waren, schienen es bezüglich der verbliebenen Kraftreserven zunächst leichter zu haben. "Nimmt man die erste Viertelstunde aus, in der meine Mannschaft es nicht fertig brachte, den Ball über mehrere Stationen in den eigenen Reihen zu halten, hat sie es danach bis zum Seitenwechsel sehr gut gemacht", fand Co-Trainer Andre Trienenjost. Gegen den Ball konzentrierten sich die Gäste am eigenen Strafraum, verdichteten die Räume und machten es Kleve schwer, die Qualitäten der umtriebigen Levon Kürkciyan und Pascal Hühner zu nutzen. Bis auf eine abgerutschte Flanke von Kürkciyan kurz vor der Pause, die Martin Hauffe im Kasten des SV Hö.-Nie. auf dem Posten sah, kamen die Gastgeber im ersten Durchgang zu keiner zwingenden Einschuss-Möglichkeit.

"Wir haben kaum etwas zugelassen. Das war gut", sagte Trienenjost, um im nächsten Atemzug das Haar in der Suppe zu benennen. "Unser Manko, das sich schon durch die gesamte Saison zieht: wir nutzen unsere Torchancen nicht." Davon gab es zwar nicht viele, aber einige waren es eben schon. So beispielsweise der Schuss aus halbrechter Position durch den im Strafraum freistehenden Murat Yildrim, der den Pfosten des Klever Tores weit verfehlte (27.). Oder zwei Minuten später der überhastete Abschluss von Prince Kimbakidila, nachdem zuvor ein Schuss von Daniel Boldt von der Klever Abwehr geblockt wurde.

Mike Terfloth (rechts) und Simon Kresimon (verdeckt) beglückwünschen Tim Haal, den Schützen des Klever Siegtreffers. FOTO: Markus van Offern

"Die erste Halbzeit war nicht das Spiel, zu dem wir in der Lage sind", sagte Umut Akpinar. Dennoch hatte der Klever Trainer, wie er nach dem Spiel preisgab, beim Gang in die Halbzeitpause das Gefühl, dass seine Mannschaft nach einer langen Anlaufzeit ins Spiel gefunden habe. "Die Jungs haben sich gewissermaßen die Müdigkeit aus den Beinen gelaufen", meinte Akpinar. "Ich weiß das aus meiner Aktivenzeit: plötzlich ist man dann im Spiel!"

Durchatmen musste die Klever Bank allerdings noch einmal in der 47. Minute, als abermals Kimbakidila im Klever Strafraum in guter Schussposition an den Ball kam, jedoch erneut zu wenig daraus machte. Fünf Minuten später parierte Hauffe brillant einen Kopfball von Tim Haal, der von nun an immer häufiger im Strafraum der Gäste zu finden war. Der 27-Jährige, der am vergangenen Mittwoch selbst mit einem längst über den Kopf gelegten Verband eine gute Figur machte, spürte gestern Nachmittag offensichtlich, dass seine Präsenz im eigenen Mittelfeld mit der nachlassenden Kraft des SV Hö.-Nie. nicht mehr in Gänze gebraucht würde.

Ab der 70. Minute verstärkte Kleve den Druck auf das gegnerische Tor. Besonders über die rechte Seite liefen die Angriffe, immer wieder war Mike Terfloth der Absender fein austarierter Flanken, die jedoch vor dem gegnerischen Tor keinen Abnehmer fanden. Das änderte sich in der ersten Minute der Nachspielzeit. Terfloth schnippte das Spielgerät in den Lauf des kurz zuvor eingewechselten Jan-Luca Geurtz. Dessen Schuss aus halbrechter Position parierte Hö.-Nie.-Keeper Hauffe. Danach kam der Ball auf den am entgegengesetzten Pfosten lauernden Tim Haal, und der drückte ihn aus kurzer Distanz zum Klever 1:0 in die Maschen. Ein Siegtreffer, den der Torschütze auskostete. Mit dem Trikot in der Hand ließ er sich feiern - so intensiv, dass Hö.-Nie. anschließend nur noch einen Freistoß ausführen konnte. Der wurde eine Beute der Klever Abwehr. Den Rest erledigte FC-Kapitän Fabio Forster, der den Ball über den Fangzaun trat.

Der letzte Satz gehört Hö.-Nie.-Trainer Trienenjost, der sagte: "Kleve hatte heute das Glück, das wir uns erarbeiten müssen."

Quelle: RP
 
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