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Leichtathletik
Heynen schwelgt noch ganz im Siegesglück

Leichtathletik: Heynen schwelgt noch ganz im Siegesglück
Roman Heynen, Gewinner des "Fünfers" in Pfalzdorf, ist in der Lauflaufszene seit vielen Jahren zuhause. Auch im Gelände fühlt er sich wohl. FOTO: Privat
Kleve. Nachlese zum Pfalzdorfer Sylvesterlauf: Knapp an einem neuen Finisher-Rekord vorbei. Von Sabrina Peters

Er überraschte am vergangenen Donnerstag beim 28. Pfalzdorfer Sylvesterlauf alle und auch sich selbst: Der 28-jährige Roman Heynen (LV Marathon Kleve) gewann den Fünf-Kilometer-Lauf in 15:46 Minuten. Er verbesserte damit seine eigene sechs Jahre alte Bestleistung um sechs Sekunden. Zu rechnen war damit nicht. Als Favorit galt Armin Gero Beus vom SV Sonsbeck, der zum vierten Mal den Sylvesterlauf gewinnen wollte, aber drei Sekunden später als Heynen ins Ziel lief. "Armin war hoch favorisiert, und ich außen vor", blickt Heynen auf den letzten Tag des vergangenen Jahres zurück. "Armin ist auf den letzten Metern sehr schnell. Aber ich habe gezeigt, dass man mich nicht unterschätzen darf."

Gerade einmal gute sechs Wochen betrug Heynens Vorbereitung auf den Wettbewerb. "Nach meinem Urlaub habe ich am 16. November angefangen zu trainieren. Meine Vergleichszeiten aus dem Training waren aber nicht so berauschend. Ich hatte mir vorgenommen, in Pfalzdorf eine Zeit von 16:15 Minuten zu laufen und befürchtet, dass das bereits zu ambitioniert ist", erläutert Heynen. Was beim Sylvesterlauf dann mit ihm geschah, dass er sogar noch eine halbe Minute schneller war und damit die magische 16-Minuten-Marke unterbot, kann er sich auch einige Tage danach nicht erklären.

Fast wäre es gar nicht dazu gekommen. "Ich hatte überlegt, mich gar nicht anzumelden. Aber der Sylvesterlauf gehört als Läufer einfach dazu. Er ist auch der einzige Lauf, bei dem ich über 20 Jahre lang immer gestartet bin", erzählt Heynen, der 2008 in Pfalzdorf schon einmal den "Fünfer" gewinnen konnte. Damals benötigte Heynen 16:02,2 Minuten. Seitdem lief er in Pfalzdorf einem weiteren Sieg hinterher. "Von Platz zwei bis vier war alles dabei. Im vergangenen Jahr bin ich auf den letzten zehn Metern noch überholt worden und anschließend nur Vierter geworden", berichtet Heynen. Vielleicht hat dieses Erlebnis seinen Ehrgeiz nochmals richtig geweckt. "Ich wollte einfach noch einmal gewinnen. Dass das geklappt hat, ist für mich aber immer noch unvorstellbar ", sagt der Langstreckler, der sich auf der Hindernisstrecke im Stadion auch wohl fühlt wie im Gelände bei den "Mud Masters" oder dem Strongmanrun.

Wenn sich einer freut, ärgert sich auf der anderen Seite jedoch auch immer einer. In diesem Fall war es Armin Gero Beus vom SV Sonsbeck. Der in Bedburg-Hau beheimatete Läufer verpasste einen weiteren Sieg in Pfalzdorf trotz seiner Spurtqualitäten um ein paar Sekunden. Obschon auch der 21-Jährige nicht unzufrieden gewesen sein dürfte, traf er doch trotz ausbildungsbedingter eingeschränkter Trainingsumfänge seine Zeit aus dem Vorjahr nahezu punktgenau.

Stressig blieben auch die ersten Tage im neuen Jahr für Tim Verhoeven, einer der Organisatoren des Spektakels, das jedes Jahr im Herzen des Pfälzerdorfs ausgetragen wird. Mit 3.200 Anmeldungen gehörte der Sylvesterlauf auch 2015 wieder zu den meistbesuchten Läufen in Deutschland. "Wir waren sehr zufrieden. Es gibt nichts Negatives zu berichten", sagt Verhoeven. Im Vergleich zum Sylvesterlauf 2014 waren sogar wieder mehr Zuschauer an der Strecke. "Das ist immer sehr abhängig vom Wetter. Damit hatten wir dieses Mal sehr viel Glück", begründet Verhoeven das nochmals gestiegene Interesse an der Veranstaltung. Fast wäre es sogar die erfolgreichste Ausgabe in der Geschichte der Veranstaltung gewesen. "Wenn 13 Läufer mehr ins Ziel gekommen wären, hätten wir einen neuen Finisher-Rekord gehabt", so Verhoeven. 2.752 Teilnehmer waren es exakt, die von der Zielelektronik erfasst wurden.

Ein weiterer Grund zur Freude war für den Veranstalter Alemannia Pfalzdorf obendrein, dass zahlreiche Flüchtlinge mitliefen und begeistert waren von der Veranstaltung und dem Erlebnis. Auch das Training vorab in einer Laufgruppe, die unter anderem Verhoeven als Trainer betreute, machte sich am vergangenen Donnerstag bezahlt und schlug sich in guten Zeiten nieder. Das Erfreulichste blieb jedoch, dass für den "Runden Tisch" in Goch eine Spendensumme von 2.600 Euro zusammengekommen ist, die jetzt viel Gutes in der Flüchtlingshilfe bewirken kann.

Quelle: RP
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