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Lokalsport
Heynen und Schüttrigkeit "fliegen" durch Pfalzdorf

Kleve. 28. Pfalzdorfer Sylvesterlauf: Roman Heynen vom LV Marathon Kleve gewann die fünf Kilometer lange Strecke. Er besiegte den zweifachen Vorjahressieger Armin Gero Beus. Auf der doppelt so langen Distanz dominierte der viele Jahre für Viktoria Goch startende Tim Schüttrigkeit. Von Sabrina Peters

Das Jahr 2015 ging am Donnerstag zu Ende. Traditionell veranstaltet die Alemannia Pfalzdorf an diesem letzten Tag des Jahres ihren Sylvesterlauf. Bei der 28. Auflage des Wettbewerbs kamen mehr als 3.000 Läufer sowie Hunderte von Zuschauern in die Pfälzerstadt. Sie erlebten eine gut durchgeführte und reibungslos ablaufende Veranstaltung mit Schauplätzen bei Start und Ziel am Schulzentrum, aber auch entlang der Strecke.

SCHAUPLATZ EINS Ins Foyer der Freiherr-von-Motzfeld-Grundschule in Pfalzdorf kam bereits am Vorabend des Sylvesterlaufes Leben. Die knapp 3.000 Teilnehmer, darunter auch eine Gruppe von laufbegeisterten Flüchtlingen aus dem Raum Goch, erhielten vorab die Möglichkeit, ihre Startnummern abzuholen, damit es am Veranstaltungstag entspannter zugehen konnte.

Viel zu tun bekamen die Frauen und Männer aus dem Mitarbeiterpool der Alemannia am letzten Tag des Jahres aber trotzdem. Gerade nach dem Fünf-Kilometer-Lauf, dem ersten von vier Läufen, standen die Athleten Schlange, um ihre Urkunden zu bekommen. Außerdem konnten sie ihr Pfandgeld in Höhe von zwei Euro, das sie für ihre elektronisch aufbereitete Startnummer hinterlegen mussten, abholen. Die Organisatoren hatten jedoch im Vorfeld der Veranstaltung die Bitte geäußert, dass die Läufer davon keinen Gebrauch machen mögen und das Geld stattdessen der Flüchtlingshilfe "Runder Tisch Goch" zugute kommen lassen. 2600 Euro kamen so zusammen.

SCHAUPLATZ ZWEI Auf dem Platz gegenüber der Kirche hatte sich der Mann positioniert, der den ganzen Tag lang für gute Stimmung bei den Sportlern und Zuschauern entlang der Strecke sorgte. Jörg Gierling von "Sound Station" ist seit mehr als zehn Jahren für die musikalische Untermalung der Veranstaltung zuständig und bediente in einem Anhänger seine Anlage. "Vier Stunden haben wir alles aufgebaut", sagte Gierling. Er war erleichtert darüber, dass alles pünktlich fertig wurde und vor allem reibungslos funktionierte. Die passende Musik ist schließlich die Krönung eines gelungenen Events. "Ich suche für Pfalzdorf immer Party-Musik aus, gemischt mit aktuellen Charts und Oldies, damit für jeden etwas dabei ist und die Läufer angespornt werden", erläuterte Gierling. Die zwei Stunden Abbau am Silvesterabend gingen ihm angesichts der glücklichen Gesichter bei Läufern wie Zuschauern dann leicht von der Hand. Daraus bezog auch er Anerkennung für seine Arbeit an den Reglern der Musikmaschinen.

SCHAUPLATZ DREI Der Moderatorenplatz von Ferdi van Heukelum unterhalb der Kirche ist ein weiterer wichtiger Punkt der Veranstaltung. Der Nütterdener mit dem nie erlahmenden Sprechorgan moderierte zum vierten Mal den Pfalzdorfer Lauf. Er informierte die Zuschauer über alle Starts, Zieleinläufe, die in einem Video auf "www.sylvesterlauf.de" nochmals angesehen werden können, sowie die Topläufer. Es war auch ihm zu verdanken, dass die mehrstündige Veranstaltung den Zuschauern kurzweilig vorkam.

SCHAUPLATZ VIER Auf der Zielgeraden zwischen Heveling- und Talstraße knubbelten sich die Zuschauer. Unter ihnen war auch eine Niederländerin, die ihrem Lebensgefährten bei jeder Runde des Zehn-Kilometer-Laufes ein paar Luftküsse zuwarf und ihm auf einem gebastelten Plakat einen Siegerkuss versprach, den er sich im Ziel abholen konnte. Wie van Heukelum passend zum Musiktitel "Love is in the air" anmerkte, lag am letzten Tag des Jahres neben Tempo auch Liebe in der Luft.

SCHAUPLATZ FÜNF Der Zielkanal im Bereich des Schulbusbahnhofs war am Ende des Fünf-Kilometer-Laufes ein Ort der Spannung und des Glücks. Die letzten Meter hätten kaum mitreißender sein können. Ein Trio aus Roman Heynen (LV Marathon Kleve), Doppelsieger Armin Gero Beus (SV Sonsbeck) sowie Luca Fröhling (SV Sonsbeck) setzte sich vom Feld ab und löste mit nur wenigen Sekunden Abstand die Zielelektronik aus. Erstaunlich dabei: Alle drei blieben unter der 16-Minuten-Marke. Heynen setzte sich mit drei Sekunden Vorsprung auf Beus und acht Sekunden auf Fröhling durch. "Für mich ist dieser dritte Platz bei meiner altersbedingten ersten Teilnahme am Fünf-Kilometer-Lauf und nach meiner Verletzung sehr gut. Von daher bin ich mit meiner Zeit zufrieden. Hinten heraus habe ich gemerkt, dass ich verletzt war und nicht so zulegen konnte, wie ich wollte", erklärte Fröhling im Zielbereich.

SCHAUPLATZ SECHS Bei der Urkunden- und Preisübergabe auf einem Anhänger am Ende des Zielkanals konnten sich die drei Schnellsten der jeweiligen Entscheidungen nochmal vom Publikum feiern lassen. Besonders freuen konnte sich nach dem Lauf über zehn Kilometer die LG Alpen, für die Tim Schüttrigkeit und Jörn Hansen einen Doppel-Erfolg absahnten. Hansen gratulierte seinem 19-jährigen Vereinskollegen auch als einer der Ersten zum Sieg. "Tim läuft in einer anderen Liga. Es macht Spaß, ihm zuzuschauen. Da kann man es gut verkraften, wenn man hinter ihm nur als Zweiter ins Ziel kommt. Wenn Tim weiter trainiert, kann er in ein paar Jahren die zehn Kilometer unter 30 Minuten laufen", prophezeite Hansen. Schüttrigkeit, der mehrere Jahre in Goch lebte und mit Beginn der neuen Saison für LAV Bayer Uerdingen-Dormagen startet, sprach dagegen ein Lob an ganz Pfalzdorf aus: "Die Stimmung an der Strecke war in diesem Jahr der Hammer." Dem schloss sich Anna-Lina Dahlbeck (TuS Xanten), die schnellste Frau an diesem Tag über zehn Kilometer, an. "Es war einfach nur toll. Auch die Disziplin der Läufer, die uns beim Überrunden Platz gemacht haben, war vorbildlich", schwärmte Dahlbeck.

SCHAUPLATZ SIEBEN war der Start der Läufe auf den verschiedenen Abschnitten der Hevelingstraße. Hier sorgte unter anderem Bernhard Hinz, einer der zahlreichen Streckenposten, für die Organisation. "Wir hatten überhaupt keine Probleme, Alles lief wie am Schnürchen und sehr entspannt ab", teilte Hinz mit, der nach dem ersten Lauf bereits durchatmen konnte. "Am Fünfer nahmen allein 1.800 Läufer teil. Da hatten wir Sorge, dass es bei der großen Menge zu einem Gedränge auf der Strecke kommt. Die Sorge war aber unbegründet", stellte Hinz fest. Noch unproblematischer seien die weiteren Läufe gewesen, bei denen alle Streckenposten aber weiter für einen reibungslosen und vor allem sicheren Ablauf sorgten.

SCHAUPLATZ ACHT Auf dem Schulhof der Freiherr-von-Motzfeld-Schule konnten sich alle Läufer nach ihrem Wettbewerb einen Zitronen-Tee holen. Mehr als 4.500 Becher verteilten Franz Lörcks und sein 25-köpfiges Team von der Versorgungsabteilung. "In den Stoßzeiten, gerade nach dem Fünfer, kamen wir kaum mit den Bechern nach", erklärte Lörcks. Doch die Läufer hätten großes Verständnis für längere Wartezeiten gehabt. "Außerdem hat sich alles in den vergangenen Jahren immer mehr eingespielt", sagte Lörcks, der am Silvestertag mit seinem Team bereits ab acht Uhr alles vorbereitete.

SCHAUPLATZ NEUN Das vierköpfige Physiotherapeuten-Team um den Klever Dave Mölders, das sich in einem Klassenzimmer der Freiherr-von-Motzfeld-Schule eingerichtet hatte. sorgte sich nach den Läufen um die kleinen und größeren körperlichen Beschwerden der Wettbewerber. "Wir lockern mit Massagen die Muskeln der Teilnehmer nach dem Lauf, so dass sie wieder gesund und fit nach Hause fahren und Silvester feiern können", erklärte Dave Mölders. Die Läufer nahmen dieses Angebot gerne an.

SCHAUPLATZ ZEHN Jessica Schmit und Fabienne Meesters waren während der Veranstaltung als verkleidete Schornsteinfegerinnen unterwegs und verteilten Ein-Cent-Münzen. "Wir sorgen für das Glück im neuen Jahr", sagte Meesters. An dieser Stelle bleibt nur noch zu sagen: Alles Gute für 2016 und bis zur 29. Auflage des Pfalzdorfer Sylvesterlaufes - nur echt mit dem Ypsilon im Namen.

Quelle: RP
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