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Kampfsport
Im Teamsports Hasselt geht's zur Sache

Kampfsport: Im Teamsports Hasselt geht's zur Sache
Bei offenem Visier wird in der Klever Boxfabrik mit Fäusten und Beinen gekämpft. Unbeherrscht drauflos geprügelt wird jedoch niemals. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Die Klever Boxfabrik hat ihre Heimat im Teamsports Hasselt. Knapp 200 Mitglieder zählt der Verein, der vor vier Jahren gegründet wurde. Das Angebot reicht von asiatischer Kampfkunst über Selbstverteidigung bis zum Krafttraining. Von Lea Ebbers

Die Schweißperlen laufen die Stirn herunter. Mit Fäusten und Beinen bearbeitet Vivien Berns den Sandsack. Dabei führt sie die Schläge und Tritte mit einer Härte aus, dass das Trainingsgerät fast aus der Halterung gerissen wird. Doch es geht alles gut. "Weiter, weiter, weiter!", ermuntert Trainer Frank Tiedemann seinen Schützling, noch mehr zu geben. Die 18-Jährige trainiert seit zweieinhalb Jahren im Teamsports Hasselt, wo die "Boxfabrik Kleve" ihr Trainingscamp aufgeschlagen hat. Tiedemann (49) und Frank Janßen (42) leiten die Übungseinheiten. Ständig werfen sie einen Blick auf die Aktionen ihrer Kämpfer, feuern sie an oder korrigieren sie bei Fehlern.

Berns kommt regelmäßig in die Boxfabrik, die vor vier Jahren gegründet wurde und heute ein eingetragener Verein ist. "Knapp 200 Mitglieder nutzen mittlerweile das vielfältige Angebot der Kampfsportschule", stellt Trainer Janßen erfreut fest. Alle Altersgruppen sind dabei. Sie können zwischen Kampfsport, Kampfkunst, Selbstverteidigung und Fitness auswählen. Nicht nur wettkampforientierte Kämpfer bereiten sich in Beburg-Hau vor, sondern auch Frauen und Männer, die sich einfach nur fit halten wollen. "Alles kann, nichts muss", sagt daraufhin Tiedemann. Auf das Alter und den Fitnesszustand der Teilnehmer werde selbstverständlich Rücksicht genommen. "Von daher ist das Training für jeden geeignet. Kinder sind genauso gern gesehen wie Frauen und Männer jenseits der 50. Jeder entscheidet selbst, zu was er Lust hat."

Das Trainingsangebot ist wirklich groß. Muay Thai (Thaiboxen), eine der effektivsten Kampfsportarten der Welt, gehört dazu. Die Boxfabrik Kleve bietet neben den überlieferten Kampfkünsten Thailands auch noch andere Kampfsportarten an. Trainiert wird hauptsächlich Boxen, Kickboxen, Brasilian Jiu Jitsu sowie Mixed Martial Arts (MMA) und Krav Maga. Letzteres gilt als modernes Selbstverteidigungssystem, das einst vom israelischen Militär entwickelt wurde und heute noch bei der israelischen Armee und Polizei im Einsatz ist. Es ist weder Kampfsport noch Kampfkunst, sondern ein zweckorientiertes Selbstverteidigungs- und Nahkampftraining. Das System basiert auf praktisch umsetzbaren Techniken, die in Notsituationen angewendet werden können.

"Wir sind zertifizierte Trainer und bilden uns regelmäßig durch Lehrgänge und Schulungen weiter", erklärt Tiedemann. Er und sein Mitstreiter verfügen über eine mehr als 30-jährige Kampferfahrung und bieten daher ein durchdachtes und abwechslungsreiches Training an. "Neben den verschiedenen Kampfkünsten und Selbstverteidigungsarten bieten wir aber auch noch Personal-Training und Ernährungsberatungen an sowie Kleingruppen- und Anti-Aggressionstraining. Des Weiteren sind wir in Firmen, Schulen und Vereinen vor Ort, um dort Kurse zu geben", erklärt Tiedemann. Er hebt zudem die familiäre Atmosphäre innerhalb des Vereins hervor, die auch während des Trainings sichtbar wird. Zwar werden Vollkontakt-Sportarten mit vollem Einsatz ausgeführt, jedoch achten die Trainer darauf, dass sich jeder nach dem Verhaltenskodex des Vereins richtet und nicht einfach unbeherrscht drauflos prügelt. "Viel Wert legen wir auf Respekt und Selbstdisziplin", betont Tiedemann.

Die rund 1000 Quadratmeter große Halle in Hasselt wird immer weiter ausgebaut, so dass neben einem Ring und einem Meer aus blauen und roten Matten seit kurzem auch Geräte zur Verfügung stehen, um Kraft aufzubauen. "Damit sind Sportler, die alleine am Kraftsport interessiert sind, bei uns ebenfalls gut aufgehoben", sagt Janßen. Zudem verweist er darauf, dass in der Boxfabrik nicht nur Schweiß fließt, sondern auch das Miteinander abseits der Trainingsmatten gepflegt wird. Dazu gehört ein jährliches Trainingslager, im vergangenen Jahr ging's nach Kroatien ans Meer. Ganz oben auf dem Wunschzettel steht eine Tour nach Thailand, wo schließlich einige der in der Boxfabrik unterrichteten Kampfsportarten ihre Wurzeln haben.

Quelle: RP
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