| 00.00 Uhr

"In Holland wird mehr gestürmt"

"In Holland wird mehr gestürmt"
Kreisliga-B-Kultur am Spielfeldrand: Huib Thelosen, der engagierte Trainer des SV Schottheide-Frasselt, und Fans, die mit obergärigen Getränken gegen den Durst kämpfen. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Der SV Schottheide-Frasselt probierte es in dieser Saison mit einem Trainer aus dem Nachbarland.

Der 47-jährige Niederländer Huib Thelosen übernahm zum Saisonbeginn den Trainerposten beim B-Ligisten SV Schottheide-Frasselt. Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählte der Übungsleiter über seinen Werdegang als Coach, die Unterschiede zum niederländischen Fußball und seine Erfahrung bei seiner ersten Trainerstation in Deutschland.

Sie waren einige Jahre in den Niederlanden als Trainer aktiv. Wie sahen die Stationen in ihrem Heimatland aus?

Huib Thelosen Ich war über vier Jahre als Trainer beim Beekse Voetbalclub BVC'12 in der vierten und fünften niederländischen Amateurliga aktiv. In den letzten beiden Jahren bin ich Trainer bei der Voetbalvereniging VVLK in Leuth gewesen, die ebenfalls in der fünften Amateurklasse spielen.

Nun sind sie Trainer in Schottheide-Frasselt. Was führte Sie nach Deutschland?

Thelosen Mein Interesse am deutschen Fußball war schon immer groß. Wie viele andere Niederländer, habe auch ich schon als Kind jeden Samstag um 18 Uhr die Sportschau geschaut. Die Bundesliga ist meine Lieblingsliga in Europa.

Und wie sind Sie dann in Schottheide gelandet?

Thelosen Der Kontakt kam vor über zwei Jahren durch den Spieler Martin Fleskes zustande. Ich habe mir dann auch mal zufällig ein Spiel in Schottheide angeschaut, bin damals aber erst einmal nach Leuth gewechselt. Martin und ich hatten aber weiterhin Kontakt. Im vergangenen Sommer haben wir uns dann gedacht, jetzt sollte es klappen.

Was sind die größten Unterschiede zwischen dem deutschen und niederländischen Amateurfußball?

Thelosen In den Niederlanden wird am liebsten im Vier-Drei-Drei-System gespielt. Hier in Deutschland ist es üblich, dass man vier Mittelfeldspieler auf einer Linie hat. Der deutsche Fußball ist sicher nicht nur defensiv, aber er ist schon etwas zurückhaltender. In Holland wird mehr gestürmt.

Welche Art von Fußball lassen Sie in Schottheide spielen?

Thelosen Zu Beginn haben wir versucht, voll auf Angriff zu setzen. Die Ergebnisse waren, auch dadurch, nicht so gut und wir haben das System verändert. Jetzt spielen wir nicht mehr ganz so offensiv wie zu Beginn und versuchen, das Spiel aus der Tiefe heraus aufzubauen.

Die Saison ist fast zu Ende und sie stehen mit ihrem Team auf dem siebten Platz. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonverlauf?

Thelosen Nach zehn Spielen waren wir auf dem zehnten Rang. Seit Dezember läuft es aber besser für uns. Wir haben starke Spiele gegen Kranenburg, die SGE-Reserve und Donsbrüggen gezeigt. Insgesamt bin ich darum mit dem Saisonverlauf zufrieden, auch der sechste Platz ist sicherlich noch machbar.

Wie gefällt Ihnen die neue Liga? Ist das Niveau der Kreisliga B so, wie Sie es erwartet haben?

Thelosen Das Niveau ist mit dem der fünften Amateurklasse in Holland zu vergleichen. Vereine wie die SGE-Reserve oder der SV Donsbrüggen sind eigentlich zu stark für die B-Liga und könnten in Holland sicherlich eine Liga höher spielen.

Gibt es schon Pläne für die neue Saison? Bleiben Sie in Schottheide?

Thelosen Ich komme sicherlich nicht für ein Jahr nach Schottheide. Ich möchte hier etwas aufbauen und ich werde auch im nächsten Jahr Trainer in Schottheide sein. Leider werden einige Spieler gehen, aber einige Spieler werden auch dazu stoßen. Ich denke, dass wir im nächsten Jahr zu den besten fünf oder sechs Mannschaften gehören können.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

"In Holland wird mehr gestürmt"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.