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Landesligist Viktoria Goch tauscht Trainer aus

Lokalsport: Landesligist Viktoria Goch tauscht Trainer aus
Au weia! Das dürfte sich Andreas Voss anders vorgestellt haben. Weihnachten endete seine Zeit als Trainer der Gocher Viktoria. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Das Tabellenschlusslicht der Fußball-Landesliga hat nach neun Spielen ohne Sieg die Reißleine gezogen. Viktoria Goch trennte sich von Trainer Andreas Voss und präsentierte auch gleich dessen Nachfolger. Neuer Coach wird der 50-jährige Niederländer Wim Wouterse. Von Frank Gipmann und Reinhard Pösel

Als Fußball-Landesligist Viktoria Goch Anfang Dezember nach damals sieben Spielen ohne Sieg in die beiden letzten Heimspiele des Jahres ging, da wollte das Team von Trainer Andreas Voss den immer dicker werdenden Knoten, der ihnen zunehmend die Luft zum Atmen nahm, optimalerweise mit zwei Siegen zerschlagen. Gegner waren Mitkonkurrenten im Tabellenkeller: Aufsteiger SV Hönnepel/Niedermörmter II und der VfL Repelen, der eine ähnlich lange Durststrecke aufwies wie die Viktoria.

Die Hoffnung auf den Befreiungsschlag war bei der Viktoria immens - entsprechend groß war die Fallhöhe, nachdem die Männer aus dem "Hubert-Houben" zunächst im Kreisderby mit 2:3 den Kürzeren zogen und sich eine Woche später gegen VfL Repelen mit einem 1:1-Unentschieden begnügen mussten. Die Halbjahresbilanz fiel daraufhin ernüchternd aus: neun Niederlagen standen drei Siege und sechs Unentschieden gegenüber. Zu wenig, um die Klasse zu halten, zu viel jedoch, um im Abstiegskampf chancenlos zu sein.

Die Verantwortlichen der Viktoria stellten sich mit jeder weiteren Woche ohne Sieg intensiver die Frage, ob es die Mannschaft in der jetzigen Konstellation überhaupt schaffen kann, den Bock nach der Winterpause umzustoßen. Oder war der Führungszirkel des Vereins gezwungen, für einen Impuls von außen zu sorgen?

Die Zeit zwischen dem Beginn der Winterpause und den Weihnachtstagen, die vielerorts von Ruhe und Besinnung geprägt ist, schien den Verantwortlichen geeignet zu sein, mit kühlem Kopf die prekäre sportliche Situation der Landesliga-Mannschaft in alle denkbaren Richtungen zu beleuchten - und zu entscheiden. Das Ergebnis gab der Verein jetzt bekannt: Nach nur halbjähriger Amtszeit wurde der bisherige Chefcoach Andreas Voss mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die anhaltende sportliche Talfahrt führte Bernd Willich, Hauptgeschäftsführer der Gocher Viktoria, als ausschlaggebend für die Trennung an: "Andreas Voss hat sich ansonsten nichts vorzuwerfen und sehr akribisch gearbeitet. Wir sehen angesichts der sportlichen Situation aber die Notwendigkeit, nochmal einen neuen Impuls zu setzen."

Voss, der zu Beginn der Spielzeit mit der auf zahlreichen Positionen neu besetzten Gocher Mannschaft ein paar wenige Achtungserfolge landen konnte, hatte von Anfang an keine einfache Zeit auf "Hubert Houben". Mit dem langjährigen Kapitän und Abwehrchef "Hajo" Peters, Jan-Phillip Maaßen, Levon Kurikciyan, Kristof Prause und Torwart Sascha Horsmann, die alle beim Ligakonkurrenten und derzeitigen Tabellenführer 1. FC Kleve unterkamen, musste sich der Viktoria-Coach mit dem Abgang von überdurchschnittlich guten Landesliga-Akteuren abfinden. Sie konnten nicht gleichwertig ersetzt werden.

Mit diesem Mallus ging Voss in die Saison, in der er aus Verletzungsgründen nahezu ständig gezwungen war, sich Gedanken über eine neue Formation zu machen, die die Punkte dann irgendwie aus dem Feuer holen sollte. Eine Mammutaufgabe, die nur so lange funktionierte, wie der qualitativ überschaubar ausgestatte Kader der Viktoria dem engagierten Trainer die Möglichkeiten dazu eröffnete.

Doch wer soll das fußballerische Aushängeschild des Vereins flott bekommen? Auch darauf wusste der Verein eine Antwort, die er jetzt öffentlich machte. "Wim Wouterse soll die Mannschaft zukünftig trainieren", nannte Geschäftsführer Willich einen hierzulande noch unbekannten Trainer. Der in Breuningen bei Nimwegen wohnhafte Ex-Profi von NEC Nimwegen und dem FC Wageningen war nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn als Trainer im Junioren- und Seniorenbereich in den Niederlanden tätig. Der 50-Jährige wurde im vergangenen Jahr als Trainer des Jahres in der Provinz Gelderland ausgezeichnet. Nun soll er die Schwarz-Roten zum Klassenerhalt führen.

Neben der Position des Cheftrainers wird es auch Veränderungen im Spielerkader geben. Mit Marcel Sura, Kevin Bodden und Fatih Onur stehen drei Akteure aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. In den kommenden Tagen sollen Gespräche mit potentiellen Neuzugängen geführt werden. Man darf gespannt sein, wen die Viktoria an Land ziehen wird. Denn schließlich war und ist es die personelle Situation, die das Gocher Landesliga-Team ins Schlingern gebracht hat. Viel viel mehr jedenfalls als der jetzt ausgetauschte Trainer.

Quelle: RP
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